"Es passiert einfach nichts, nix tut sich. Beim nächsten Sturm fällt das alles in sich zusammen. Ich lass' meine Kinder gar nicht mehr in unseren Garten, weil das ganze Gebäude jede Minute einstürzen kann." Nicht nur der Nachbar zum Herold-Anwesen fragt sich, wie es mit dem einstigen Versorgungszentrum im Dorf, das Gaststätte, Tanzsaal, Schlosserei und Lebensmittelladen unter einem Dach vereinte, weitergehen soll. Vor über einem Jahr war unter der starken Schneelast das Dach eines Rückgebäudes, in dem zuletzt ein Schreiner arbeitete, eingestürzt.

Der Rest des Hauses ist seit längerer Zeit unbewohnt, der Eigentümer ist verstorben, seine Kinder haben das Erbe ausgeschlagen. Es lasten "viele Schulden", darauf, so hieß es schon vor einem Jahr aus dem Landratsamt. Von einer sechsstelligen Summe ist die Rede. Weil das Erbe nicht angetreten wurde, fiel das Anwesen nun an den Freistaat Bayern. Zuständig ist die Würzburger Außenstelle des Landesamtes für Finanzen. Dessen Vizepräsident Johannes Eichinger erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass man sich zunächst der Verkehrssicherung widmete. "Damit da nichts passiert."


Außer Bauzäunen ist nichts passiert



Unmittelbar nach Bekanntwerden des Dacheinsturzes hatte der Leiter der Bauaufsicht am Landratsamt, Andreas Schmitt, vom Rentweinsdorfer Bauhof Bauzäune aufstellen lassen, die man der Stadt Ebern aus Restbeständen der Bundeswehr abgekauft hatte. Seither ist nichts mehr passiert. "Nur weitere Teile des Daches sind eingekracht", weiß ein Nachbar.

"Über eine Verwertung kann noch nichts gesagt werden, wir müssen uns erst mit den Gläubigern einigen", beschreibt Vizepräsident Eichinger die Zwickmühle, in der sich seine Behörde befindet. "Und schließlich geht es um die Steuergelder, die wir einsetzen müssten. Wir würden das Anwesen gerne einer neuen Nutzung zuführen, aber das dauert noch."

Ein Problem dabei: Beim eingestürzten Dach handelt es sich um Eternitplatten, die wegen des Asbests nur von Fachfirmen entsorgt und als Sondermüll behandelt werden müssen.