Es ist eine einfache Rechnung: Einnahmen minus Ausgaben. Eingenommen hat die Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt GmbH im Jahr 2013 rund 289 600 Euro, ausgegeben hat sie knapp 281 500 Euro. Bleibt ein Gewinn von 8100 Euro. So präsentierte am Donnerstagnachmittag Flugplatz-Geschäftsführer Günter Mendel die Zahlen vor dem Wirtschaftsausschuss des Kreistags Haßberge in Haßfurt.

Der Ausdruck "Gewinn" störte dabei SPD-Kreisrat Paul Hümmer. Er kritisierte, dass es falsch sei, "von Gewinn zu sprechen, wenn man einen Zuschuss bekommt". Mendel hatte allerdings vorher ausdrücklich betont, dass in dem Ergebnis "wie auch bereits in den Vorjahren" die Betriebskostenzuschüsse der Gesellschafter verrechnet sind.

Insgesamt 75 000 Euro Zuschuss

Die Gesellschafter, das sind der Landkreis Haßberge, die Stadt Haßfurt sowie die Stadt Schweinfurt.
Sie bezahlen der Verkehrslandeplatz-GmbH jährlich einen Zuschuss von jeweils 25 000 Euro. Dank dieser insgesamt 75 000 Euro konnte Mendel also 2013 von einem Jahresüberschuss von 8100 Euro berichten (im Jahr zuvor gab es noch einen Fehlbetrag von rund 9000 Euro). Der Geschäftsführer machte aber zu keinem Zeitpunkt einen Hehl daraus, dass der Zuschuss von großer Bedeutung für den Flugplatz ist. Er sei zwingend notwendig. "Sonst ist der Betrieb des Verkehrslandeplatzes Haßfurt-Schweinfurt gefährdet und so nicht weiterführbar", erklärte er vor dem Gremium.

Mendel rechtfertigte auch, in diesem Zusammenhang von einem "Gewinn" sprechen: "Die Zuschüsse sind als Einnahmen zu buchen", sagte er. Nach der Jahresbilanz spreche man dann im betriebswirtschaftlichen Sinne von Gewinn und Verlust. Landrat Wilhelm Schneider (CSU) stellte klar, dass es freilich so sei, dass man ohne den Zuschuss von einem Fehlbetrag von rund 67 000 Euro sprechen müsste. Auf die Frage von Kreisrat Harald Pascher (FDP), ob ein geplanter Neubau eines Flugplatzes im Landkreis Coburg dem Verkehrslandeplatz in Haßfurt Konkurrenz machen würde, sagte Schneider: "Ich glaube nicht, dass dadurch allzuviel wegfällt". Mendel sagte dazu: "Jede Biene sticht." Soll heißen: Natürlich bedeutet das Konkurrenz. Allerdings ist längst nicht klar, ob und wann ein neuer Flugplatz im Nachbarlandkreis gebaut wird.

Ende 2013 wurde für den Verkehrslandeplatz in Haßfurt der so genannte Luftraum F genehmigt und so der Instrumentenflugbetrieb ermöglicht. Das heißt, Flugzeuge können via satellitengesteuertem Navigationssystem auch bei schlechter Sicht und nachts (umgangssprachlich im Blindflug) den Flugplatz ansteuern oder von dort starten. Aus dem Luftraum F wurde nun ab dem 11. Dezember 2014 nach einer Neuregelung der Deutschen Flugsicherung der sogenannte RMZ-Luftraum. RMZ steht für "Radio Mandatory Zones" (englisch), was in etwa mit "Pflicht-Funk-Zonen" übersetzt werden kann, unter anderem weil etwa vor Einflug in die Zone mittels Flugfunk-Verkehr diverse Angaben gemacht werden müssen.

Insgesamt kann sich der Flugplatz sehen lassen, besonders im Vergleich zu benachbarten oder nahe gelegenen Flugplätzen. So verzeichnete Haßfurt-Schweinfurt im Jahr 2013 genau 14 916 Flugzeugbewegungen (davon 172 Segelflug) und steht damit an der Spitze vor Bayreuth (hier wurden 13 836 Bewegungen verzeichnet, davon 8622 Segelflug). Weitere Angaben: Coburg-Brandensteinsebene 11 614 Flugbewegungen (2908 Segelflug), Würzburg-Giebelstadt mit 8512 (5188 Segelflug), Bamberg 7046 (3274 Segelflug) und Hof-Plauen 6130 (146 Segelflug). Als Quelle für die Daten nennt Günter Mendel in seinem Bericht das Statistische Bundesamt.

3282 gewerbliche Flüge

Der Flugplatz in Haßfurt verzeichnete 3282 gewerbliche Flüge im Jahr 2013 (niedrigster Stand seit 2004), was auch mit dem Umbau und der damit verbundenen zeitweisen Sperrung des Flugplatzes in jenem Jahr zusammenhängt. Mendel hob die große wirtschaftliche Bedeutung der gewerblichen Flüge für den Verkehrslandeplatz hervor.

Damit der Betrieb dieser wichtigen Verkehrsinfrastruktureinrichtung gesichert fortgeführt werden könne, seien die Betriebskostenzuschüsse der Gesellschafter notwendig. Der Ausschuss beschloss bei zwei Gegenstimmen (Paul Hümmer und Wolfgang Brühl von der SPD), den jährlichen Zuschuss von 25 000 bis 2019 zu gewähren.



Kommentar des Autors zum Thema: Wer zahlt?

Der Verkehrslandeplatz nützt der gesamten Region. Daran gibt es keine Zweifel. Ihn zu erhalten, ist erstrebenswert. Aber auf wessen Kosten? Es gibt unter den Kreisräten immer wieder kritische Stimmen wegen der Zuschüsse: Warum kann ein Verkehrslandeplatz nicht zumindest kostendeckend betrieben werden? Er kann, und zwar, indem man die Preise für die angebotenen Dienstleistungen anpasst (welcher Anbieter verschenkt seine Dienstleistungen? Oder zahlt sogar noch drauf, damit jemand sie nutzt? Keiner, der nicht im betriebswirtschaftlichen Sinne als Trottel dastehen will). Hier sollten vor allem Unternehmen stärker in die Pflicht genommen werden, die den Flugplatz gewerblich nutzen. Vergünstigungen haben sie an anderer Stelle genug. So können sie sich etwa beim Kraftstoffkauf für Flugzeuge von der Mineralölsteuer befreien lassen.