Das Vorhaben fällt ins Wasser! Eigentlich wollten die beiden Herren ihre Amtszeit quasi mit einem Sprung ins neue Eberner Hallenbad beenden. Doch dann lief die Zeit davon. Aber immerhin durften Noch-Landrat Rudolf Handwerker und Noch-Bürgermeister Robert Herrmann (beide CSU) kurz vor Ende ihrer Amtszeit noch den ersten Spatenstich für das Bauvorhaben vollziehen und damit den "Startschuss für die lang ersehnte Baumaßnahme geben". So zumindest formulierte es Landrat Handwerker.

Der Weg bis zu diesem Punkt war "lang und steinig", sagte er. Im Juli 2011 war festgestellt worden, dass das Bad einsturzgefährdet ist. Es musste sofort gesperrt werden. Damit begannen in Ebern die Probleme, vor allem für die Schüler und die Schwimmsportvereine. Letzteren liefen seitdem die Mitglieder weg, wegen der fehlenden Trainingsmöglichkeiten im Herbst und Winter.

Schwierige Entscheidung

Doch "bereits im November 2012" hat der Kreistag "einstimmig beschlossen, dass der Landkreis in Ebern ein Hallenbad baut", so Handwerker. Streitpunkt war lange Zeit vor allem die Finanzierung gewesen, vor allem die Beteiligung der Stadt Ebern.

Auch die Standortsuche gestaltete sich nicht gerade einfach. Zudem, so führte der scheidende Landrat weiter aus, musste erst mit der Regierung geklärt werden, wofür es Zuschüsse gibt, ob für einen Neubau oder eine Generalsanierung. Letzten Endes sprachen sich jedoch alle für den Neubau aus. Denn "nur ein Ersatzneubau stellt eine nachhaltige Lösung dar." Mit Kosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro wird das Projekt nicht billig.

Doch alleine mit den Baukosten ist es nicht getan. Auch die späteren Betriebskosten müssen finanziert werden. Dies wird anteilig der Stundennutzung umgelegt, wie der Landrat erklärte. "Auf Ebern und dessen Schulverbände kommen 70 Prozent der jährlichen Kosten zu, 185 000 Euro. Der Landkreis zahlt mit 76 000 Euro 30 Prozent." Fördermittel für den Neubau werden von der Regierung von Unterfranken in Höhe von rund 1,815 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Das alles leiste der Landkreis aber gerne, denn "der Neubau des Bades ist kein Luxus. Gute Sportstätten sind wir unseren Kindern schuldig. Und unter den Sportstätten gibt es nichts Besseres als ein Hallenbad", führte Handwerker weiter aus. Denn besonders, wenn man bedenkt, dass viele Kinder in Deutschland nicht mehr schwimmen können, sei es umso nötiger, dass "wir unsere Kinder zum Schwimmen hinführen".

Kein fiktiver Start

Deswegen freute sich auch Rudolf Rath, Vorsitzender der DLRG Ebern, besonders bei diesem Akt dabei sein zu dürfen. "Heute ist ein schöner, ein langersehnter Tag", strahlte er nach dem Spatenstich: "Wichtig ist, dass letztlich alle an einem Strang gezogen haben, und dass nun endlich die Arbeiten beginnen können." So fand er nur gute Worte über die Planungsgruppe, der er selbst angehört, und die gerade die letzten Feinplanungen vornimmt. Rath: "Wir sind gut eingebunden und konnten alle unsere Wünsche und Anliegen vorbringen."
Los geht es, dank der Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns, direkt im Anschluss an den Spatenstich. "Es ist kein fiktiver Spatenstich, wir fangen tatsächlich heute an" freute sich daher auch Architekt Peter Kuhn von Baur Consult.

Und auch Bürgermeister Robert Herrmann freute sich, dass er diese Amtshandlung kurz vor Ende seiner Amtszeit noch durchführen durfte. "Ich möchte fast meinen, die Vorbereitungen seien schwieriger gewesen, als es die Ausführung sein wird", verwies er auf zahlreiche Sitzungen und Diskussionen im Vorfeld. Doch er sei stolz, dass sowohl die Schulen als auch die Schwimmsportvereine in die Planungen eingebunden sind und so das Bad nicht nur für einen Teil der Nutzer zweckmäßig und funktional ist: "Ein großer Tag für Ebern" sei der Spatenstich der nur durch die Einweihung in voraussichtlich eineinhalb Jahren übertroffen werde. Für ihn besonders wichtig: "Ebern bleibt attraktiv."

Rudolf Handwerker und Robert Herrmann trugen sich zu diesem Anlass ins goldene Buch der Stadt Ebern ein.