Über viele Jahre hat er die Zonengrenze bewacht, jetzt fiel ihm der Wechsel der Dienststelle durch deren Wegfall leichter, weil die Anreise durch den Heldburger Zipfel viel schneller möglich ist: Den Chefsessel der Polizeistation in Bad Rodach hat Polizeihauptkommissar Jürgen Watzlawek (55) mit der Leitung der Polizeiinspektion in der Karl-Hoch-Anlage getauscht. Am Freitag wurde Eberns neuer Polizei-Chef in der Rathaushalle in sein Amt eingeführt und sein Vorgänger Manuel Klughardt verabschiedet.
Während Klughart im Rahmen seiner Ausbildung für den höheren Dienst in neun Monaten seine Führungsqualitäten nachweisen musste, sprach Watzlawek von einer längerfristigen Perspektive bis "zum Ende meiner beruflichen Laufbahn".

Eberner Freibad oft besucht


Er kennt sich in Ebern schon aus. Nicht nur, dass er sein Amt bereits vor einigen Wochen angetreten hat. Schon als Jugendlicher besuchte der Coburger regelmäßig das Freibad am Losberg und als Oldtimer-Fan ist er stets bei den Treffen an Fronleichnam in Eyrichshof vertreten.
Und noch einen Bezug hat er jüngst ausgegraben: Im Nachlass seines Schwiegervater entdeckte er einen Führerschein, der 1946 vom Landratsamt Ebern ausgestellt worden war. "Er hat nach dem Krieg einige Jahre in Ebern gewohnt, ehe er zusammen mit seiner Frau zunächst nach Pfaffendorf und später nach Coburg gezogen ist."

Laufbahn begann in Unterfranken


Die Polizei-Laufbahn begann für den späteren Grenzpolizisten Watzlawek in Würzburg, also in Unterfranken, wo sie nun auch enden wird. Ansonsten führen seit 2003 Oberfranken in der PI Ebern das Kommando, wie Polizeipräsidentin Liliane Matthes bei der Einführung feststellte. "Und wir haben damit gute Erfahrungen gemacht."
Dies drückt sich auch in Zahlen aus: Die Aufklärungsquote liegt bei 75 Prozent und damit weit über dem bayerischen Schnitt mit 64 Prozent.
Und Erster Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) hatte sich sagen lassen, dass Bayern im Bund an der Spitze liegt, Unterfranken in Bayern und die PI Ebern in Unterfranken ganz vorne rangiert. "Das spricht für hochmotivierte Mitarbeiter und ein gutes Verhältnis zur Bevölkerung. Die PI Ebern ist nicht die Größte, aber eine der Besten und wir sind sehr froh, dass es sie gibt", legte der Bürgermeister ein Bekenntnis zur Polizei ab.

Lob vom Landrat


Das tat auch Landrat Rudolf Handwerker (CSU): "In unserem Landkreis können sich die Bürger sicher fühlen." Er bescheinigte dem scheidenden Manuel Klughardt und seiner Mannschaft "hervorragende Arbeit, wenn 34 Leute an sieben Tagen rund um die Uhr Dienst leisten". Der Landrat: "Ihre Arbeit erfolgt bürgernah und Sie genießen großes Vertrauen bei der Einwohnerschaft. "
Leitender Oberstaatsanwalt Bardo Backert lobte die enge und ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen der Staatsanwaltschaft in Bamberg und der PI Ebern. "Der Polizist ist das Auge und Ohr der Staatsanwaltschaft."
Besonders angetan hatte es ihm, Backert, der scheidende Chef Klughardt. "Ein Fachgespräch mit ihm zähle ich zu den Sternstunden meiner bisherigen Tätigkeit."
Polizei-Präsidentin Matthes sah dies ähnlich: "Für ihre geleistete Arbeit, die sie sogar zwei Monate länger als ursprünglich geplant, übernommen haben, möchte ich Ihnen meinen besonderen Dank aussprechen. Sie haben diese Aufgabe hervorragend gemeistert", sagte sie zu Krimimalhauptkommssiar Manuel Klughardt, der als Pressesprecher ans Landeskriminalamt nach München wechselte und ein Studium an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster anstrebt. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt am Freitag von einem Trio aus der Mittelschule: Georg Müller an der Blockflöte, Tina Betz am Kontrabass und Rektor Philipp Arnold an der Gitarre.