von unserer Mitarbeiterin Ulrike Langer

Haßfurt — Die Stimmung: großartig. Die Musik: grenzüberschreitend. Die Musiker: hervorragend. Der Dank: stehende Ovationen. Für ihr Feuerwerk aus kubanischer und bayerischer Volksmusik, für ihre ansteckende Lebensfreude und für ihre tolle Show wurden die Musikgruppen "Die CubaBoarischen" aus dem Mangfalltal in Oberbayern und "Nueva Imagen" aus Kuba bei ihrem Konzert in der Franz-Hofmann-Halle in Knetzgau begeistert gefeiert.
Zum dritten Mal waren "Die CubaBoarischen" zu Gast beim Kulturamt Haßfurt. Doch dieses Mal waren die Musiker, die früher unter dem Namen "Dorfmusikanten" alpenländische Volksmusik spielten und seit ihrer ersten Reise nach Kuba beide Musikstile miteinander verbinden, nicht alleine gekommen.
Als besonderes Schmankerl präsentierten sie ihre langjährigen Freunde und Vorbilder, Carlos (Bass), Juan (Gitarre), Yinet (Tres) und Yeny (Bongos) von der Gruppe "Nueva Imagen", mit denen sie seit Januar unter dem Motto "Cuba bei uns dahoam" auf Tournee sind.

Aus Flirt wird Liebe

So erlebten die 450 Besucher, die teilweise von weither angereist waren, ein ergreifendes Konzert. Für Andreas Meixner, Hubert Meixner und seinen Sohn Leonhard, Michael Mayer, Hans Förg, Markus Wallner und Sepp Rottmayr von den "CubaBoarischen" ist aus dem ersten Aufenthalt in Kuba und einem kurzen Flirt mit der kubanischen Musik eine echte Liebe geworden. Zwar fließt in ihren Adern immer noch bayerisches Blut, doch ihr Herz schlägt mittlerweile im lateinamerikanischen Rhythmus. Was auf den ersten Blick als unvereinbar gilt, die gemütlich-bayerische Volksmusik und die heißen karibischen Lieder, vereinen sie auf eine einzigartige Weise. Den Arrangements von Bandleader Hubert Meixner ist es zu verdanken, dass bayerische Texte zu lateinamerikanischen Melodien passen, dass die kubanische Musik eine innige Verbindung mit der Polka, dem Landler, dem Marsch oder dem Walzer eingeht und dass die Blasinstrumente und die Steirische Harmonika mit den Congas, Bongos und anderen Perkussionsinstrumenten beide musikalischen Kulturen verbinden. Die professionellen, teils studierten Musiker und Sänger wechselten die Sprache, den Musikstil und ihre vielen Instrumente wie im Flug und zeigten bei ihren Soloeinlagen ihr ganzes Können. Schnell hatten sie ihre Zuhörer mit den Liedern voller mitreißender Rhythmen, karibischer Leichtigkeit, bayerischer Deftigkeit und kubanischer Melancholie angesteckt, so dass diese immer wieder mitklatschten und mitsangen. Einen kurzzeitigen Stromausfall "überspielten" die "CubaBoarischen" in der dunklen Halle geschickt mit typisch bayerischer Blasmusik. Ihre Freunde von "Nueva Imagen", mit denen sie 2013 die CD "!Bienvenidos!- Cuba bei uns dahoam" aufgenommen haben, wurden aber genauso freudig aufgenommen.
Die Musiker und Sänger haben alle an der Hochschule in Havanna studiert und toppten die ausgelassene Stimmung nochmals ein ganzes Stück. Nicht nur, dass sie die Zuhörer als eigenständige Formation mit Liedern ihrer Heimat unglaublich fesselten: Sie haben auch bayerische Musikelemente aufgenommen und Yeny demonstrierte mit einem ansteckenden Lächeln einen lateinamerikanischen "Schuhplattler" mit Hilfe von zwei Löffeln. Gerade der Sänger Juan vermochte es, die Zuhörer mitzureißen und zum Singen und Tanzen zu animieren. Er verschenkte Blumen an einige Damen, tanzte am Ende auch mit einigen von ihnen und hatte alle Bayern-Fans auf seiner Seite, als er sein Hemd auszog und das rote Bayern-Shirt zum Vorschein kam.
Schließlich legte "Nueva Imagen" zusammen mit den "CubaBoarischen" dem Publikum die Karibik mit ihrer ganzen Lebensfreude zu Füßen. So wurden alle Musiker mit stehenden Ovationen bedacht, wofür sie sich mit mehreren Zugaben bis zum nächsten Wiedersehen verabschiedeten. Dieses Wiedersehen könnte beispielsweise am 24. Oktober in Mallorca stattfinden, wo "Die CubaBoarischen" im "Pueblo Español" ein Konzert geben. Nähere Informationen sind im Internet (www.diecubaboarischen.de ) erhältlich.

"Kirchweihstimmung pur"

Als "oberaffengeil", bezeichnete Reinhold Heilmann die Reise, die er zusammen mit seiner Frau, weiteren 110 Fans und der Band "Die CubaBoarischen" im letzten Jahr nach Kuba unternommen hatte. Der 60-jährige Steinsfelder ist seit vier Jahren ein großer Fan der bayerischen Band, die traditionelle bayerische Volksmusik und heiße lateinamerikanische Rhythmen auf höchstem Niveau verbindet.
"Ich habe die Musik zunächst auf einer CD gehört und die Musiker dann bei ihrem Konzert in Mariaburghausen erlebt", erzählte er. "Weil sie spielen, was mir gefällt, bayerische und kubanische Musik, habe ich inzwischen zwei Konzert besucht und alle vier CDs gekauft." Zu seinem 60. Geburtstag im letzten Jahr gönnte er sich dann eine Reise mit der Band nach Kuba. "Es war fantastisch", schwärmte er noch heute. "Wir haben Ausflüge unternommen, waren baden, gingen bummeln und haben viele Konzerte mit den CubaBoarischen zusammen mit einheimischen Bands erlebt: in Bars, in Hotels, im Zug und auf dem Schiff." Die Kubaner hatten Reinhold Heilmann und seine Frau als "sehr freundlich, fröhlich und unkompliziert" erlebt. Auch das Klima im November mit seinen 25 bis 35 Grad und das Wasser mit seinen 27 Grad waren äußerst angenehm. "Die Musiker aus Bayern haben in ihrer heimischen Tracht gespielt und die Frauen hatten kubanische Flaggen als Schürzen zu ihren Dirndln getragen. Das war Kirchweihstimmung pur", erzählte der Kuba-Reisende. "Zum Abschluss gab es am letzten Abend ein Konzert mit Nueva Imagen und wir sind uns gegenseitig in die Arme gefallen." Weil ihm die Reise so gut gefallen hatte, hatte Reinhold Heilmann ein Bilderalbum zusammengestellt und den Musikern der CubaBoarischen beim Konzert in Knetzgau als Geschenk in die Hände gedrückt. Die jungen Damen von "Nueva Imagen" erhielten ebenfalls ein Foto zum Andenken an den Besuch.
Das Konzert der beiden Musikgruppen in Knetzgau bezeichnete Reinhold Heilmann am Ende als "Super - fertig!" Er wird sich die nächste Reise mit den "CubaBoarischen" nach Kuba jedenfalls nicht entgehen lassen. "Ich bin wieder mit dabei", betonte er.