"Es ist einfach klasse", urteilte Roland Tschirner aus Haßfurt am Samstagabend über das Konzert von Werner Schmidbauer, Pippo Pollina und Martin Kälberer beim Kulturamt Haßfurt in der ausverkauften Stadthalle. Die Liedermacher, Sänger und Musiker konnten zwar den Schnee draußen nicht zum Schmelzen bringen. Aber ein bisschen "Süden", ganz viel Wärme und vor allem eine grandiose Stimmung konnten sie ihren Zuhörern schenken. Am Ende der "Reise aus dem Süden in den Süden" wurden sie mit viel Applaus gefeiert.

"Ich habe Schmidbauer und Kälberer schon dreimal im Konzert erlebt, aber heute höre ich sie zum ersten Mal zusammen mit Pippo Pollina", schilderte Roland Tschirner, der das Zusammenspiel der drei als super bewertete. "Ich spiele selbst ein bisschen Gitarre und bin begeistert, wie sich Schmidbauer und Pollina an der Gitarre begleiten, aber auch von Martin Kälberer, der Klavier und verschiedene Percussioninstrumente spielt", sagte er. "Die bayerische und die italienische Sprache passen gut zusammen, und die Texte sind klasse, weil sie Tiefgang haben, einen berühren und zum Nachdenken anregen", fügte der Besucher des Konzertes an.

Auch den Musikern hat's gefallen

Offenbar hatte es nicht nur den Zuhörern in Haßfurt gefallen, sondern auch den drei Musikern. "Da, wo Ihr seid, da ist der Süden", riefen sie ihren Gästen nach dem Konzert und vier Zugaben hocherfreut zu. Immerhin hatten sie fast dreieinhalb Stunden aufgespielt und mit ihren Liedern bezaubert und beeindruckt. Mit Liedern, die eigens für die Tournee "Süden" geschrieben oder bearbeitet worden sind, die das "südliche" Temperament des Sizilianers Pippo Pollina und die "südliche" Seele der aus dem Voralpenland stammenden Freunde Werner Schmidbauer und Martin Kälberer musikalisch vereinen und die eine italienisch-deutsche Sprachsymbiose eingegangen sind. "Aus unserer ersten flüchtigen Begegnung ist eine Freundschaft entstanden und daraus hat sich unser Projekt Süden entwickelt", erzählten Werner Schmidbauer und Pippo Pollina, die den Abend gut gelaunt moderierten. Ein Projekt, das sich immerhin auf 108 Live-Konzerte in Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien sowie auf eine CD erstreckt.

In einem kleinen Dorf in Sizilien nahm die Idee Gestalt an: Es entstanden 16 Lieder, in der sich alle drei Musiker in der musikalischen Aussage, in der Sprache und in den Gefühlen wiederfinden. "Schließlich haben wir erlebt, dass offenbar alle ‚Südländer‘ ähnliche seelische Wurzeln haben", sagte Werner Schmidbauer. So kam das Publikum in Haßfurt in den Genuss, tief nach Süden zu reisen, wo immer das auch sein mag. "Im Herzen muss der Kompass auf Süden stehen, dann ist es ganz egal, wo du gerade bist", erklärte Werner Schmidbauer.

Harmonie

Nicht nur die wunderschönen Melodien, die miteinander harmonierenden Stimmen, das vielseitige musikalische Talent von Pippo Pollina (Gitarre, Tambourin, Klavier, Gesang, Kompositionen und Texte), die tief beeindruckenden, klanglichen "Eskapaden" von Martin Kälberer (Klavier, Vibrandoneon, Akkordeon, Percussions, Hang und Gesang) und die Ausstrahlung von Werner Schmidbauer (Gesang, Gitarre, Mundharmonika, Texte, Kompositionen) faszinierten ungemein. Auch die gehaltvollen Texte, die vom Glück, von der Flüchtigkeit der Zeit, von der Reichhaltigkeit des Lebens, aber auch von Flüchtlingsproblemen, vom Recht aller Menschen auf eine Zukunft und vom Kampf gegen die Zerstörung des Regenwaldes oder gegen die Mafia handeln, werden sicher einen Platz im Herzen der Zuhörer behalten.

Letztendlich haben die Lieder ihren Charme auch aus der Mischung aus oberbayerischem Dialekt und italienischer Sprache, die aus zwei Geschichten ein Lied macht und über alle Grenzen hinweg trägt. Das i-Tüpfelchen auf dem Konzert waren die bekannten Stücke "Pfeilgradaus" und "Momentnsammler" sowie die Titelmelodie zur Fernsehsendung "Aufgspuit" von Werner Schmidbauer und Martin Kälberer, bei der die 440 Gäste aus vollem Herzen mitsingen durften.

Das "Grande Finale" der Tournee findet am Montag, 12. August, in der Arena von Verona statt. "Das ist der Traum eines jeden Musikers", sagte Werner Schmidbauer, "aber noch nie hat ein deutscher Liedermacher dort spielen dürfen. Daher freuen wir uns umso mehr, dort auftreten zu können." Wie das Kulturamt in Haßfurt mitteilte, ist daran gedacht, bei entsprechender Nachfrage eine Busfahrt zu dem Konzert anzubieten.