Im Wettbewerb trat er gegen 32 Bildhauer und Steinmetze an, die insgesamt 90 Arbeiten zur Bewertung stellten. Er ist stolz auf seine Anerkennung. Steinmetze aus ganz Deutschland beteiligen sich an dem Wettbewerb, den die Innung 1997 auf die Bundesebene erweiterte.

Der "Gestaltungswettbewerb Grabzeichen" will die Bedeutung handwerklich gearbeiteter Grabmale unterstreichen. Den Wettbewerb ruft der Landesinnungsverband Baden-Württemberg des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks aus.

"Man kann nur Grabmale einreichen, die verkauft sind und in einem Friedhof stehen", erklärt Michael Scholl bei einem Treffen im Friedhof in Eltmann.

"Ganz modern gestaltete Stelen wurden in diesem Jahr besonders hoch bewertet", sagt Michael Scholl.

Traditioneller Sandstein

Ihm liegt jedoch das traditionelle Grabmal am Herzen: Das beginnt beim Material und setzt sich in der Form fort.
Für das Grab im Friedhof Eltmann gestaltete er aus heimischem Sandstein einen Lebensbaum, der in seiner Formensprache Sterben und Auferstehung zusammenführt.

"Das Grabzeichen wird von vielen Hinterbliebenen als letzte Verbindung zu den Verstorbenen betrachtet und bildet somit eine Brücke", meint Scholl. Er unterstützt Hinterbliebene gerne auf der Suche nach dem richtigen Grabmal. Dabei bricht er auch eine Lanze für den heimischen Sandstein. Er passe einfach in die Gegend und die Vorurteile, er sei pflegeintensiver oder empfindlicher als hochglänzende Steine, lässt er ebenfalls nicht gelten.
Grundsätzlich plädiert er auch dafür, dass Friedhofssatzungen nicht zu enge Vorgaben machen, denn sich von einem geliebten Menschen zu verabschieden, sei eben ein ganz individueller Vorgang.