Die Historischen Vereine des Landkreises Haßberge und der Stadt Gerolzhofen gewannen in Zusammenarbeit "den" deutschen Burgenforscher Dr. Joachim Zeune für einen Vortrag im Gips-Informatioszentrum Sulzheim - und die Einladung fand großen Anklang, wie Vereinsmitglied Mark Werner aus Sand berichtet. Nicht weniger als 80 Gäste verfolgten die bildreichen Erläuterungen zur Baugeschichte und der jüngsten Teilsanierung der Burgruine.

Die Herren von Zabelstein erscheinen erstmals 1136 mit den Brüdern Adelhalm und Iring, die in Diensten des Bistums Würzburg standen. Ihre größte Machtentfaltung erreichten die Zabelsteiner wohl um 1245 unter Wolfram III., der unter anderem die Vogteirechte über das Kloster Theres innehielt.


Im Bauernkrieg zerstört

1303 erwarb der Würzburger Bischof Mangold Zabelstein, das daraufhin zu einer der stärksten Burgen des Bistums ausgebaut wurde. 1525 im Bauernkrieg ohne Gegenwehr zerstört, ließ Fürstbischof Julius Echter ab 1586 die Burg aufwändig instandsetzen. Aber das brachte offenbar nichts: Knapp 100 Jahre später lebte nur noch der Forstmeister auf der Burg, die 1689 durch einen Großbrand zerstört wurde und fortan den Anwohnern als bequemer Steinbruch diente. 1999 entstand der heutige hölzerne Aussichtsturm, 2008 das vom Steigerwaldklub betriebene Lingmannhaus.


Alte Ringmauern

Seit 2013 saniert der Eigentümer, die Bayerischen Staatsforsten, die marode Burgruine und sorgt so für eine weitere Steigerung der touristischen Attraktivität des Nordsteigerwalds.
Die Burg wurde im Zuge der Teilsanierung auch bauhistorisch-burgenkundlich untersucht. Von der Gründungsburg des frühen zwölften Jahrhunderts haben sich nur Ringmauerfragmente erhalten. Für 1410 sind Bauarbeiten an der Brücke, am Burgtor und am Zwinger überliefert. 1430/40 bewehrte man die Frontseite durch einen Zwinger mit Halbrundtürmen. Ab 1586 ließ Fürstbischof Echter die Frontseite erneuern und durch eine winzige Spitzbastion verstärken. Interessante Details liefert eine Beschreibung der Burg aus dem Jahr 1650, da herrschte offenbar recht viel Betrieb, denn die Beschreibung erwähnt mehrere "Torhäuslein", Wohnhaus, Weinkeller, Kapelle, Backstube, Neubau mit Kommandantenhaus, Scheunen, Wagenhalle und einen 80 Meter tiefen Ziehbrunnen.
Die Wasserversorgung wurde ergänzt durch die obligate Zisterne sowie den Eselsbrunnen. Von 1973 bis 1981 führte man wenig geglückte Sicherungsarbeiten an den maroden Mauern durch, die im Zuge der Sanierung ab 2013 zurückgebaut wurden.
Heute kann der Burgbereich sicher durchwandert werden und einige Informationstafeln mit anschaulichen Rekonstruktionszeichnungen machen einen Besuch lohnenswert. Der Aussichtsturm, Kiosk und ein überdachter Pavillon laden ein. Am Ende des Vortrags ließ eine kleine Runde um Joachim Zeune mit Fachplauderei den Abend ausklingen. Der Vorsitzende des Historischen Vereins des Landkreises Haßberge, Wolfgang Jäger, dankte den Organisatoren Sabine Wolf (Gerolzhofen) und Mark Werner. red