Ebern: Windrad verliert über 200 Liter Öl durch Getriebedefekt - Gutachten kommt zu neuem Schluss: In einem Windrad auf dem Bretzenstein zwischen Ebern und Recheldorf im Landkreis Haßberge gab es einen Getriebeschaden. Am Mittwochnachmittag (11. August 2021) sperrten Feuerwehr und Polizei das Gebiet großräumig ab.

Teile des Windkraftwerkes waren "absturzgefährdet", weshalb die Feuerwehr vor "Lebensgefahr" warnte, weil möglicherweise Teile herabstürzen konnten. Jetzt melden sich der Betreiber und der Eberner Bürgermeister mit Neuigkeiten zur aktuellen Gefahrenlage.

Update vom 18.08.2021: Absperrung am Windrad wurde abgebaut - so geht es jetzt weiter

Der Betreiber des defekten Windrades bei Ebern hat sich gegenüber der Stadt Ebern zur aktuellen Gefahrenlage geäußert. Das teilte jetzt Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) in einem Schreiben mit. Bei dem Windrad auf dem Bretzenstein hatte in der vergangenen Woche ein Getriebeschaden einen Feuerwehreinsatz ausgelöst. 

Betreiber Tom Friedli von der Burg Lichtenfels GmbH & Co. KG in Nordhessen, äußerte demzufolge gegenüber der Stadt Ebern mit, dass laut Gutachter die beschädigte Anlage gesichert und verbolzt ist. "Da kann jetzt ganz sicher nichts mehr passieren oder runterfallen“, wird Friedli zitiert. Insofern hätte die weiträumige Absperrung wieder abgebaut werden können, die die Stadt zunächst veranlasst hatte, weil potenzielle Lebensgefahr für Spaziergänger bestand.

"Es bleibt nur der direkte Zugang zum Windrad mittels Flatterband abgesperrt", so Hennemann. Es bestehe aber keine Gefahr mehr. "Es werden vor Ort noch Arbeiten in Sachen Ölbindung erfolgen", schreibt der Bürgermeister weiter. Das Umweltamt (LRA) und Wasserwirtschaftsamt sei informiert, um zu begutachten, wie die Situation wegen des ausgelaufenen Getriebeöls auf den landwirtschaftlichen Flächen ist. Über die folgenden Maßnahmen werde der Betreiber Friedli  informieren, heißt es. Wann sich das Windrad jedoch wieder drehe, sei fraglich.

Update vom 13.08.2021: Betreiber des Windrads bei Ebern äußert sich zur Gefahreneinschätzung 

"Es ist wichtig, dass sich aktuell niemand annähert", erklärt Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD). "Wir haben das Gebiet im Umkreis von 150 Metern abgesperrt, mit Warnbaken und Schildern. Das ist ein Gebiet, das gerne von Leuten zum Spazierengehen oder Hundeausführen genutzt wird, da ist das wichtig." 

Der Betreiber, Tom Friedli von der Burg Lichtenfels GmbH & Co. KG, berichtet auf Anfrage, er habe bereits mit einem Gutachter gesprochen: "Der hat mit dem Serviceleiter zusammen den Schaden analysiert." Zwar nur aufgrund der Bilder, trotzdem sei laut Friedli schon relativ klar, dass aktuell "keine akute Gefahr durch das Windrad besteht." 

"Das Getriebe ist zwar kaputt, aber nach wie vor sicher, soweit wir das bis hier beurteilen können." Am Montag (16. August 2021) seien die Experten dann vor Ort. "Solange bleiben die Absperrungen auch auf jeden Fall noch weiter bestehen."

"Brauchen einen entsprechend großen Kran": Betreiber zur Ursache des Windrad-Defekts

Stand heute (13. August 2021) spekuliert der Betreiber auf ein abgebrochenes Zahnrad, das möglicherweise ins Planetengetriebe gekommen sei. "Nächste Woche schauen wir uns den Schaden genauer an: Was defekt ist und sonst noch kaputtgegangen ist, ob man das ersetzen kann und was mit dem auslaufenden Öl passiert ist. Vielleicht muss man den Boden austauschen."

Reparaturen seien erstmal nicht so einfach: "Wir brauchen einen entsprechend großen Kran, müssen uns die Technik anschauen und sehen, ob es Ersatzteile gibt."

Wann und ob das Windrad überhaupt wieder in Betrieb genommen werden kann, sei derzeit noch nicht absehbar. 

Erstmeldung vom 11.08.2021, 17.21 Uhr: Feuerwehrgroßeinsatz - Über 200 Liter Öl treten aus Windradkopf aus

Auf dem Bretzenstein zwischen Ebern und Recheldorf im Landkreis Haßberge hat es am Mittwochmittag (11.08.2021) einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei gegeben. Wie ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Ebern gegenüber inFranken.de erklärt, seien die Einsatzkräfte um 13.30 Uhr alarmiert worden. 

"Das Windrad befindet sich auf dem Bretzenstein zwischen Recheldorf und Ebern", so der Sprecher. Aus dem Windrad sei plötzlich Getriebeöl aus dem Maschinenraum ausgetreten, das sich "in der Natur verteilt" habe. Die Feuerwehr sei mit 25 Kräften vor Ort gewesen, um die Lage abzuschätzen. Wie die Polizei mitteilte, sind aufgrund eines technischen Defekts 250 Liter Öl am Kopf des Windrads ausgetreten.

Ebern: Absolutes Betretungsverbot in großem Radius um Windrad - "Lebensgefahr"

"Die Lage wurde zunächst von außen erkundet. Dann hat sich abgezeichnet, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Getriebeteile lösen und herunterstürzen", so der Sprecher der Feuerwehr. Teile des Windrades seien absturzgefährdet. Wie die Polizei am Abend mitteilte, konnten inzwischen hinzugerufene Umwelttechniker das Innere begutachten und stellten fest, dass es zu einem größeren Getriebeschaden kam. Nach Aussage der Techniker bestehe die Gefahr, dass Teile des Getriebes herunterstürzen oder im schlimmsten Fall der gesamte Kopf der Anlage herunterfallen könne. 

Im Einvernehmen mit der Polizei und dem Wasserwirtschaftsamt habe der Kommandant dann ein Betretungsverbot angeordnet. Dies gelte im Radiusbereich von 150 Metern um das Windrad herum. Hier seien Absperrungen errichtet worden, so der Feuerwehrsprecher. 

"... im Umkreis von 150 Metern um das Windrad herrscht absolutes BETRETUNGSVERBOT aufgrund LEBENSGEFAHR!", warnt die Freiwillige Feuerwehr Ebern eindringlich in den sozialen Netzwerken. Geplant sei nun auch, Schilder aufzustellen, um dies noch deutlicher zu kennzeichnen. Das Windrad sei stillgelegt. Es sei nun "Aufgabe des Betreibers", sich um das Problem zu kümmern, so der Feuerwehrsprecher. Laut Polizei wird das zuständige Unternehmen voraussichtlich am Freitag (13.08.2021) mit den Reparaturen beginnen.

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