Die Nutzung der Schlösser in Ebelsbach und Gleisenau, die Verkehrserschließung von Baugebieten, die Umgehung des Altorts, Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, der Wohnungsbau und Einzelhandel standen in letzter Zeit in Ebelsbach immer wieder im Mittelpunkt der Diskussion. Ein "Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept" (Isek) soll nun in einem Dialog mit den Bürgern Perspektiven für die Ortsentwicklung aufzeigen und zukünftige Handlungsfelder benennen.

Bürgermeister Martin Horn (SPD) hatte coronabedingt zu dem Thema den kleineren Bauausschuss - statt des größeren Gemeinderates - eingeladen. Er sprach die Hoffnung aus, dass das Jahr 2021 besser als 2020 werde. Die Gemeinde wolle aber auch in dieser Zeit Projekte anstoßen.

Architekt Johannes Klüpfel wies darauf hin, dass ein Isek konkrete und vor allem lokal abgestimmte Lösungen für eine Vielzahl von Herausforderungen und Aufgabengebieten schaffe. "Ein Thema könnte sein: Sie werden immer älter und immer weniger, aber es wird immer mehr gebaut. Was bedeutet das für die soziale Infrastruktur und künftige Baulandentwicklung?"

Die beteiligten Architekten des Büros Schirmer verwiesen darauf, dass die Planung auf die nächsten 15 bis 20 Jahre ausgerichtet sei und die Bevölkerung dabei sein müsse, weil sonst die Akzeptanz leide. Dabei gebe es eine Lenkungsgruppe, eine Gemeinderatswerkstatt sowie eine Online-Bürgerbefragung.

Das angedachte Konzept, so Architekt Klüpfel, lege im Dialog mit der Bürgerschaft und wichtigen Akteuren die Richtung der zukünftigen Ortsentwicklung fest und definiere die Schwerpunktaufgaben der Zukunft. Es binde die einzelnen Maßnahmen nachvollziehbar in eine langfristige Perspektive der Ortsentwicklung ein, und dies bilde die Grundlage zur Förderung von Projekten. Geplante Maßnahmen müssten dann in einem städtebaulichen Erneuerungsgebiet und förmlich festgelegten Sanierungsgebiet liegen. Das Konzept werde vom Gemeinderat beschlossen.

Handlungsfelder

An zukünftigen Handlungsfeldern wurden die Organisation des fließenden und ruhenden Verkehrs, die Stärkung des Einzelhandels in der Ortsmitte und die Bewahrung des baulichen und kulturellen Erbes angesprochen. Konkrete Punkte sind die Erschließung des Neubaugebietes am Herrenwald, Gastronomie und Tourismus, die Reaktivierung des Ebelsbacher Schlosses, die Umgestaltung der Stettfelder Straße, Spielplätze und Pumptrack sowie das Sportgelände und das Areal an der Fischtreppe. Der Bauausschuss empfahl dem Gemeinderat, das Architekturbüro mit dieser Aufgabe und Planung zu beauftragen.

Am Sportgelände?

Die Pumptrack-Anlage stand dann gleich auf der Tagesordnung. Nun wurden mögliche Standorte genannt: Fläche zwischen Spielplatz und Parkplatz am Sportgelände sowie gegenüber der Fischtreppe, Gelände an der Looch, ehemaliger Bolzplatz Schule, Erweiterung Gleisenauer Spielplatz, Bauplatz an der Lohwiese, Bauplatz neben der Feuerwehr und Schlossareal Gleisenau. Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke.

Bürgermeister Martin Horn favorisiert das Sportgelände. Die Ausschussmitglieder beschrieben Vorteile für einzelne Areale. Schließlich wurde mit 6:1 Stimmen eine Empfehlung an den Gemeinderat ausgesprochen, eine solche Planung anzugehen mit der Priorität am Sportgelände.

Die Gestaltung einer Fahrradabstell-anlage im Rahmen der "Bike+Ride-Offensive" des Bundes und der Bahn am Bahnhof in Ebelsbach war erneut Thema. Bürgermeister Martin Horn berichtete von weiteren Gesprächen, in die auch die Stadt Eltmann eingebunden gewesen sei. Allerdings habe die Gemeinde Ebelsbach schon einen genehmigten Förderantrag, während dies bei Eltmann nicht der Fall sei. Deswegen sei Ebelsbach auf sich allein gestellt.

Er stellte die verschiedenen Möglichkeiten vor und plädierte für eine einfache Abstellanlage mit Bügeln für 27 Fahrräder, die einschließlich der Pflasterung für die Gemeinde einen Kostenfaktor von rund 16 000 Euro ausmache.

Der Gemeinderat Markus Reinwand (CSU) meinte, dass damit nicht viel gewonnen sei und es ein "unansehnliches Eck" bleibe. Sicher werde man dort auch keine wertvollen Räder abstellen können, befürchtet er. Auch eine Überdachung wurde angesprochen. Das könnte man sich auch später, gestaltet von einem ortsansässigen Unternehmer, vorstellen.

Einigkeit herrschte darüber, dass die Fahrradabstellanlage keine große optische Aufwertung bedeute Die Gemeinde will ungeachtet des Programms das Gelände "aufhübschen", damit der Bahnfahrer beim Ausstieg aus dem Zug einen etwas anderen Eindruck von Ebelsbach bekomme.

Schließlich informierte Bürgermeister Martin Horn über die Wasserversorgung im Gemeindeteil Schönbrunn. Dort hat sich die Quellschüttung auf 1,2 Liter reduziert - gegenüber 2,5 bis drei Litern zu früherer Zeit. Deswegen müsse man sich Gedanken machen, die Quelle zu sanieren, was nicht einfach sei und möglicherweise längere Zeit "Tankbetrieb" erforderlich mache, sagte Horn. Die Alternative wäre, Schönbrunn an die Wasserversorgung von Ebelsbach anzuschließen.