Ach was, die Straßen im Landkreis Haßberge, ländlicher Raum und so, da braucht's nicht viel, lass mal... Wenn sich die Politiker in München über den Kreis Haßberge unterhalten, dann könnte sich das in etwa so gestalten.
Jedoch, glaubt man den Darstellungen Gerhard Ecks, des Donnersdorfer CSU-Staatssekretär im Innenministerium, ist dem nicht so, weil dafür schon die Kreispolitiker sorgten, dass sie in München gehört werden. Eck lobte nämlich gestern bei einer Pressekonferenz im Landratsamt in Haßfurt mehrere Bürgermeister und andere Lokalpolitiker für ihren unermüdlichen Einsatz, allen voran seinen Parteifreund, den Kreisrat und Landtagsabgeordneten Steffen Vogel (Theres).

Die hiesigen Politiker nämlich hätten nicht locker gelassen und immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wenn irgendwo im Landkreis dringend etwas verbessert werden müsse.
"Es gibt viele Themenbereiche (für ganz Bayern, die Red), und jeder fordert sein Geld", sagte Eck. Da sei es schon entscheidend, dass man als Abgeordneter oder Bürgermeister seine Kontakte pflegt und hartnäckig bleibt. "Immer, wenn Straßen saniert werden oder erweitert, ist das gut für den ländlichen Raum", sagte denn auch Steffen Vogel. "Auch Bürger in kleineren Ortschaften haben Anspruch darauf." Weil der Freistaat heuer nun insgesamt über neun Millionen Euro für die Straßen im Landkreis Haßberge locker macht, kamen am Freitagnachmittag viele Politiker, Mitarbeiter des Landratsamtes sowie Vertreter des Staatlichen Bauamts Schweinfurt in Haßfurt zusammen und freuten sich gemeinsam. Moderiert wurde das Ganze von Landrat Wilhelm Schneider (CSU).


Größtes Projekt bei Maro

Die größeren Projekte erläuterte Manfred Rott, der im Staatlichen Bauamt für den Landkreis Haßberge zuständig ist. Die aufwändigste Maßnahme ist die Erneuerung der Bundesstraße 279 zwischen Ermershausen und Maroldsweisach. Hier besteht laut Bauamt dringender Handlungsbedarf, weil die Straße in schlechtem baulichen Zustand und die Fahrbahn nur 6,50 Meter breit ist. Sie soll nun auf 7,50 Meter erweitert werden. Außerdem wird eine unübersichtliche Kuppe abgeflacht, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wie Rott erläuterte. Hierfür würden etwa 60 000 Kubikmeter Erdreich abgetragen. Für den Bau ist eine Vollsperrung der etwas über zwei Kilometer langen Strecke notwendig, der Verkehr wird für die Dauer der Maßnahme umgeleitet. Parallel zur Strecke wird der zweite Teil des Radwegs zwischen den zwei Ortschaften gebaut. Die Baumaßnahme soll laut Rott in Kürze beginnen, insgesamt sind Kosten von rund 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

Eine weitere Baustelle wird es auf der Staatsstraße 2274 zwischen Dankenfeld und Kirchaich geben. Der Oberbau der Straße wird auf etwa 800 Meter Länge verstärkt, außerdem soll die Kurve entschärft werden. Die Kosten der Maßnahme betragen etwa 700 000 Euro.

Die gleiche Straße an anderer Stelle betrifft die folgende Maßnahme: Für die Erneuerung der 2274 zwischen Gleisenau und Breitbrunn sind in dieser Woche bereits Rodungsarbeiten erfolgt. Die Baustelle betrifft den zweiten Streckenabschnitt, der von Gleisenau bis zur Einmündung der Kreisstraße HAS 20 (nach Dörflis) verläuft. Wann die Arbeiten beginnen, steht noch nicht fest, da laut Manfred Rott noch Verhandlungen über den Erwerb von Privatgrund ausstehen, eine Einigung stehe aber kurz bevor. Die Erneuerung der 2,8 Kilometer langen Strecke kostet 1,6 Millionen Euro.

Ganz in der Nähe wird heuer eine weitere Baustelle eröffnet, sie betrifft die Ortsdurchfahrt von Stettfeld (Staatsstraße 2277). Hier soll die Fahrbahn frostsicher ausgebaut werden. Es handelt sich um eine gemeinsame Maßnahme des Staatlichen Bauamts mit der Gemeinde Stettfeld, die im Zuge der Bauarbeiten den Abwasserkanal und die Hausanschlüsse in der Ortsdurchfahrt erneuern will. Der Kostenanteil des Freistaats an der 900 Meter langen Baustrecke beträgt etwa 600 000. Die Gemeinde Stettfeld erwartet nach Angaben von Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) Kosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum Ende des Jahres andauern.

Auf der Staatsstraße 2281 zwischen Lußberg und Kottendorf wird künftig mehr Platz, denn die teilweise nur 4,50 Meter breite Straße wird erneuert und dabei auch verbreitert. Im April soll Baubeginn sein, dazu wird eine Vollsperrung notwendig sein. Der Freistaat lässt sich die Maßnahme nach Angaben von Manfred Rott 1,5 Millionen Euro kosten. Die Rodungsarbeiten fanden bereits diese Woche statt (siehe Foto unten). Zudem wird die Staatsstraße 2428 von Wasmuthhausen Richtung Bundesstraße 303 erneuert. Der 1,9 Kilometer lange Streckenabschnitt bekommt eine neue Fahrbahn, Kosten: etwa300 000 Euro.


Lärmschutz in Haßfurt

Diese sechs Maßnahmen bestimmen also das Baustellengeschehen im Kreis Haßberge, aber es gibt laut Manfred Rott noch weitere, kleinere Baustellen, die sich der Freistaat insgesamt weitere rund zwei Millionen kosten lässt. Eine besonders bei den Anwohnern herbeigesehnte Maßnahme betrifft die Hofheimer Straße in Haßfurt: Dort wird vom Ezo-Kreisel bis hoch zum nächsten Kreisel nach der Klinik aus Lärmschutzgründen ein neuer Belag aufgetragen. Dieser sogenannte Dünnschichtbelag vermag laut Manfred Rott den Verkehrslärm um mehr als die Hälfte zu reduzieren.

Weiterhin werden zudem bei Fabrikschleichach im Zuge einer Naturschutzmaßnahme sechs Durchlässe mit Leitsystem für die Amphibien gebaut.