Günther Schramm aus Unterpreppach ist viel in der Flur unterwegs, mit offenen Augen für alles. So hat er auch ein Hornissennest in einer offenen Maschinenhalle nahe Unterpreppach entdeckt. Dieses, gebaut in einer Ecke der Maschinenhalle, dürfte 50 bis 60 Zentimeter hoch sein.

Anfang Mai, so ist zu lesen, erwacht eine im Vorjahr geborene und begattete Jungkönigin aus dem Winterschlaf, die Erkundungsflüge nach einem geeigneten Nistplatz unternimmt. Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, sucht sie sich oft eine Ersatzhöhle im menschlichen Siedlungsbereich. Solche auch in alten Schuppen oder Holzverschalungen wie an der Maschinenhalle bei Unterpreppach.

Bis zu 700 Tiere pro Volk

Hat sich die Hornissenkönigin für einen Standort zur Koloniegründung entschieden, heftet sie hier zunächst einen kleinen Stiel aus selbstgefertigtem Baumaterial an die Decke der Nisthöhle und formt anschließend an dessen Ende die ersten sechseckigen Wabenzellen aus. In der Zeit zwischen Mitte August und Mitte September erreicht das Hornissenvolk seinen Entwicklungshöhepunkt. Es kann dann 400 - 700 Tiere zählen.

An schönen Herbsttagen, wie gestern an einem sonnigen Morgen, schwärmen die Tiere aus und sammeln sich oft an einzeln stehenden Bäumen oder in unmittelbarer Umgebung vom Nest zur Paarung. Da die Arbeiterinnen nur eine kurze Lebensdauer von drei bis vier Wochen haben, sterben die letzten Anfang November, womit dann auch das letzte Leben im Nest erlischt.

Viel Zeit bleibt also auch den Hornissen an der Maschinenhalle nicht mehr. Es erfolgt keine Wiederbesiedlung des alten Nestes im nächsten Jahr. Viele Jungköniginnen überstehen den Winter nicht, da sie Pilzinfektionen oder anderen Krankheiten zum Opfer fallen. Außerdem werden sie in der Winterstarre von Vögeln oder anderen Insektenfressern verzehrt.