Schockanrufer wollen ihre Opfer überrumpeln und manchmal gelingt das. Oft werden dabei vor allem Senioren um hohe Geldbeträge geprellt. Aber auch andere Betrugsmaschen - oft im Bereich der Internetkriminalität - rufen die Polizei regelmäßig auf den Plan.
Sollte sich ein Schockanrufer melden, rät das Polizeipräsidium Unterfranken: Lassen Sie keine fremden Personen in die Wohnung. Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht kennen und verraten Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen. Fragen Sie bei dem Telefonat nach persönlichen Dingen, die nur Ihr Verwandter beantworten kann. Rufen Sie die Ihnen bekannte Nummer Ihres Verwandten an. Ziehen Sie im Zweifelsfall Familienmitglieder oder unverzüglich die Polizei hinzu. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen. Andere Tricks der Betrüger:

1.
Ein Betrugsklassiker ist das Gewinnversprechen, das per Brief, Mail oder Telefonat überbracht wird. Der Haken: Bevor der Gewinn ausbezahlt werden kann, muss ein Betrag auf ein Konto überwiesen werden. Bei Mails, in deren Betreff Versprechen wie zum Beispiel "You are a winner!" stehen, rät die Polizei deshalb zur Vorsicht.

2. Mit einer neuen Phishing-Masche versuchen Internetbetrüger, Kunden beim Onlinebanking hereinzulegen. Den Kunden verschiedener Banken und Kreditinstitute wird dabei von einem Trojaner, einer getarnten Schad-Software, auf ihrem Rechner vorgegaukelt, dass auf ihrem Konto fälschlicherweise eine Gutschrift erfolgt sei. Diese Fehlbuchung solle nun zurücküberwiesen werden. Dazu müsse man nur auf den Link "Rückzahlung" klicken und in die Maske mit der vorausgefüllten Überweisung eine Transaktionsnummer (TAN) eingeben. Eine Überprüfung des eigenen Kontostandes am mit dem Trojaner infizierten Rechner täuscht dem Online-Kunden vor, dass auf seinem Konto tatsächlich eine Gutschrift erfolgt sei. Mit der preisgegebenen TAN ist tatsächlich eine Rückzahlung zu Gunsten eines von den Tätern eigens eingerichteten Kontos erfolgt.

3. Beim Facebook-Betrug hacken die Betrüger ein Facebook-Konto und nutzen einen SMS-Zahlungsdienst, der den Geschädigten eine hohe Telefonrechnung beschert. Und so spielt sich das Ganze ab: Zunächst werden die Geschädigten von einem Freund auf Facebook angeschrieben. Dass dessen Facebook-Konto gehackt wurde, ahnen sie nicht. Der Freund benötige ihre Nummer, da er sich beispielsweise ein neues Handy gekauft hat. Wenig später gehen auf der übermittelten Nummer eine oder mehrere SMS von einem Bezahlungsdienst ein. Darin wird ein Geldbetrag genannt und gebeten, einen Code zu bestätigen und eine SMS zurückzusenden. Sobald der Empfänger dies tut, wird die nächste Rechnung seines Mobilfunkanbieters oder die Prepaid-Karte mit dem in der SMS genannten Betrag belastet.

4. Auch Auktionsplattformen im Internet wie Ebay werden für Betrügereien missbraucht. Die meisten Anzeigen richten sich gegen die Anbieter von Gegenständen, die von den Geschädigten ersteigert und bezahlt, aber von den Verkäufern nicht verschickt wurden. Eine immer wieder festgestellte Betrugsart sind gehackte Ebay-Konten: Mit den ergaunerten Zugangsdaten wird reger Handel auf der Plattform betrieben. Dabei können die Täter sowohl Waren erhalten, die sie auf fremden Namen bestellt haben, aber auch Waren verkaufen, die sie gar nicht besitzen.

5. Auch hinter einer Verkaufsannonce kann ein Betrüger lauern. Er gibt vor, sich für den angebotenen Gegenstand zu interessieren. Per Post schickt er einen vollkommen überhöhten Scheck und bittet den Empfänger, die Differenz zwischen dem Kaufbetrag und dem Scheck über einen Bargeld-Transfer-Service (z.B. Western Union), oder auf ein Bankkonto im Ausland zu überweisen. Der Scheck ist nach dem Einlösen bei der Bank auch gutgeschrieben. Dass dies nur unter Vorbehalt geschieht, wird meistens übersehen. Der Betrag kann innerhalb von 180 Tagen vom Gutschriftskonto zurückgebucht werden. Platzt der Scheck, bucht die Bank den gutgeschriebenen Betrag zurück, und der Verkäufer bleibt auf der Differenz sitzen.