Nach der Ouvertüre aus "Die lustigen Weiber von Windsor" von Otto Nicolai hieß Bürgermeister Rudi Eck die 250 Besucher willkommen. Er verwies auf die lange Tradition der Neujahrskonzerte, die Jörg-Michael Krug vom Volksbildungswerk begonnen hat und die Petra Lettang vom Kulturamt fortsetzt.
Die Musiker erfreuten mit einem abwechslungsreichen Programm, das fast ausschließlich auf die beiden Sänger abgestimmt war. Stefan Fraas würzte das Matineekonzert mit lustigen Versen, die so manches Schmunzeln hervorriefen und zur beschwingten Atmosphäre beitrugen. Die Qualitäten des Orchesters kamen sowohl bei den rein instrumentalen Kompositionen von Otto Nicolai, Johann Strauß und George Gershwin als auch bei der Begleitung der Sänger zum Ausdruck. Dazu zählen der samtig-weiche Klang der tiefen Streichinstrumente, die Homogenität der Geigen und Bratschen, eine differenzierte Spielweise der Bläser und eine sehr akzentuierte Rhythmik der Percussionisten. Darüber hinaus empfahlen sich die spielfreudigen Musiker und ihr souveräner Dirigent mit einem harmonischen Gesamtklang, einer fein abgestimmten Dynamik und einem großen Einfühlungsvermögen in die Stilistik der ganz unterschiedlichen Lieder.

Vielseitige Sänger


Andrea Chudak und Joachim Goltz erwiesen sich im Solo und im Duett als vielseitige Sänger. Die Sopranistin führte sich bei der Arie "Nun eilt herbei" aus "Die lustigen Weiber von Windsor" mit einer strahlenden Stimme, markanten Höhen und expressiven Tiefen beim Publikum ein. Sie wickelte als "Papagena" aus Mozarts "Zauberflöte" ihren "Papageno" um den Finger, erwarb sich den Respekt der Zuhörer mit dem äußerst rasanten, gesungenen "Minutenwalzer" von Frederic Chopin, entzückte als Puppe in "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach oder als Rosalinde aus der "Fledermaus" von Johann Strauß. Joachim Goltz beeindruckte das Auditorium mit einer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz und einer kraftvollen, ausdrucksstarken Baritonstimme. Besondere Glanzpunkte setzte er mit dem Lied "Auch ich war ein Jüngling" aus dem "Waffenschmied" von Albert Lortzing und der Arie "Wenn ich einmal reich wär" aus "Anatevka" von Jerry Bock.
Doch beide Solisten offenbarten auch ihr komödiantisches Talent, unter anderem bei dem berühmten "Fliegenduett" aus "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach, beim "Cancan", für den selbst der Sänger in einen Rüschenrock schlüpfte und die Beine in die Höhe warf, und mit der Persiflage auf das Lied "Ich bin die Christel von der Post". Auf den langen Beifall der Zuhörer folgten als Zugabe das Duett "Es grünt so grün" aus dem Musical "My fair Lady" und als "Rausschmeißer" der Radetzky-Marsch von Johann Strauß.