Der Steuerkreis der LAG (Lokale Aktionsgruppe) Haßberge unterstützt das Vorhaben und gibt gut 68 000 Euro aus Leader-Mitteln zur Projektunterstüzung frei, wie aus einer Mitteilung des Regionalmanagements des Landkreises hervorgeht. Leader-Mittel sind Fördergelder der Europäischen Union (EU).
"Knetzgau ist ein echtes Vorbild!" Regionalmanagerin Jennifer Knipping freut sich über die Initiative der Maintal-Gemeinde. Bürgermeister Stefan Paulus (SPD/CWG) und die Gemeinderäte haben das Leader-Projekt "Lebensader Main", in dem ein Entwicklungskonzept für eine nachhaltigere touristische Nutzung des Flusstals erarbeitet wurde, zum Anlass genommen, um sich über den Main und ihre Gemeinde Gedanken zu machen. Als erste Kommune im Kreis plant Knetzgau die Umsetzung eines Projekts, mit dem der Bereich rund um den Main für Bürger und Touristen attraktiver werden soll.
"Leider haben wir derzeit keine Möglichkeit, den Main für unsere Bürger zugänglich zu machen", erklärt Paulus in der Projektbeschreibung den aktuellen Stand. Dadurch gehe mehr und mehr das Wissen um die Bedeutung der Wasserstraße für Knetzgau verloren - eigentlich eine traditionelle Fischer- und Schiffergemeinde. Eine Entwicklung, der man gegensteuern will. "Knetzgau und der Main haben eine lange Tradition und gehören zusammen."
Das ist eine Verbindung, die mit neuem Leben gefüllt werden soll. Für Bürger, aber auch für Touristen. Das von der Gemeinde vorgelegte Konzept fußt auf drei Säulen: der Schaffung eines Naherholungsraums in den Mainauen, Veranstaltungen und Aktionen, die den Bürgern die Bedeutung des Mains wieder bewusst machen, und Öffentlichkeitsarbeit, um die Neuerungen bekannt zu machen.

Die perfekte Spielwiese


"Im Bereich am Main steckt sehr viel Potenzial. Die Gemeinde Knetzgau hat das erkannt", sagt Jennifer Knipping dazu. Die Regionalmanagerin begrüßt, dass nach der "Gelben Welle" (einheitliche Beschilderung entlang der Anlegestellen) ein weiteres Projekt in Angriff genommen werden soll, das die "Lebensader Main" belebt.
Kernstück und zentrale Maßnahme von "Dorf am Fluss" ist die Schaffung eines Anlegestegs für Kanu- und Bootsfahrer, der weit mehr als nur eine Rampe sein soll, über die man Boote aus dem oder zu Wasser bringen kann. Eine Holzterrasse lädt spätestens ab dem Sommer 2013 genauso zum Verweilen und Genießen des Mains ein wie schattige Plätze oder - als besonderer Blickfang - Liegen in Bootsform. In einem Informationspavillon möchte Knetzgau für sich, den Landkreis und den Bootstourismus werben. Auch eine Grillstelle und eine auffällige Skulptur, die die Wassersportler auf der Terrasse begrüßen soll, sind im Konzept vorgesehen.
Der bestehende Fahnenmast (am TSV-Trainingsplatz) wird mit Sitzgelegenheiten und Informationstafeln zu der Geschichte der Schifffahrt und Fischerei in Knetzgau aufgewertet.

Spielen und Lernen


Genau wie das dritte Kernstück des neuen Naherholungsgebiets in den Mainauen - ein Spielplatz, der Knetzgau und seine Besonderheiten repräsentieren soll. Statt auf normalen Spielgeräten schaukeln die Kinder auf "Meefischli" oder tollen in einem Spielgerät in Form eines Schelchs herum. Auch die Korbflechterei erhält ihren festen Platz. Auf einem Aktionsplatz sollen regelmäßig Veranstaltungen und Workshops laufen, in denen jeder lernen kann, wie ein Korb aus Weiden geflochten oder ein Schelch gebaut wird. "Das Konzept ist gut durchdacht und wird funktionieren", ist Jennifer Knipping überzeugt, dass die Gemeinde an der "Lebensader Main" ein gutes Vorbild ist. Nachahmer wären der Regionalmanagerin willkommen. "Wir wollen und sollten das, was im Entwicklungskonzept vorgeschlagen wurde, nach und nach umsetzen."
Zu hohe Kosten sollten die Kommunen nicht fürchten. "Oft wird schon mit kleinen Maßnahmen viel erreicht." Außerdem können Maßnahmen, die touristisch, aber auch für die eigene Bevölkerung nachhaltig sind, aus Leader-Mitteln gefördert werden.
Auf 170 000 Euro belaufen sich die Kosten. Gut 68 000 Euro davon sollen aus Leader-Mitteln kommen. Noch in diesem Sommer will Knetzgau mit der Umsetzung beginnen. Geld wurde in den Haushalt eingestellt.