Der 64-jährige Kommunalpolitiker lobte den Umzug von Geschäftsführung und Verwaltung sowie den Bereichen "Offene Hilfen" und "Assistenz beim Wohnen" von Sylbach in das neue "Haus der Lebenshilfe", die ehemalige "Hofbräuklause" am Marktplatz. "Herzlich willkommen in der guten Stube der Stadt Haßfurt. Danke, dass Sie gekommen sind."

Ein Glücksfall für die Behindertenarbeit

Karin Renner, CSU-Bezirksrätin und unterfränkische Behindertenbeauftragte, bezeichnete das "geschmackvoll umgebaute" Haus als "Glücksfall" für die Lebenshilfe Haßberge. Ein jahrelanges Provisorium konnte mit dem Umzug beendet werden. Nun ist die Verwaltung mit ihren ambulanten Diensten in einem "attraktiven Stadthaus" gebündelt. Inklusion, die Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft, sei jetzt noch besser möglich.
Die Bad Kissingerin unterstrich, Führungspersonal und Mitarbeiter seien für sie "gleich wichtig"; es trage "jeder seinen Teil zum Erfolg bei."

Peter Schleich betonte nach der ökumenischen Segnung der Räume durch Pfarrer Gerhard Barfuß und Diakon Manfred Griebel (beide Haßfurt), dass die Lebenshilfe mit dem offenen Treff und den weiteren Leistungen von einer Randlage stärker in den Blickpunkt rücke.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Ostunterfranken, Eigentümerin des Stadthauses, zeigte sich nach dem "sicherlich schönen, manchmal auch sehr schwierigen" Umbau des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zufrieden mit dem Ergebnis. "Wir wünschen Ihnen viel Freude und viele positive Begegnungen in Ihrem neuen Zuhause hier am Marktplatz."

Lebenshilfe-Vorsitzender Thomas Sechser und Geschäftsführer Olaf Haase nahmen diese Wünsche gerne an. Sechser informierte auch, dass im Obergeschoss zudem Raum geschaffen werden konnte für eine dreiköpfige Wohngemeinschaft von Menschen mit Handicap.

Dem Bankeninstitut, Stadt und Landkreis sagte Sechser: "Sie haben immer ein offenes Ohr für uns und wir erhalten unbürokratische und tatkräftige Unterstützung." Die Versorgung von Menschen mit Behinderung bezeichnete der Oberauracher Bürgermeister als "gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Menschen mit Handicap gehören zu unserer Gesellschaft dazu. Dies wollen wir auch mit unserer Präsenz hier am Marktplatz der Stadt Haßfurt unterstreichen und immer wieder in Erinnerung bringen." Die Nähe zum Mehrgenerationenhaus ermögliche es, gemeinsame Veranstaltungen zu intensivieren.

Hier fühlen sich alle wohl

Dass sich die von den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitern betreuten und begleiteten Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen sowie Senioren in den verschiedenen Bereichen der Lebenshilfe Haßberge wohl fühlen, machte stellvertretend Schülersprecher Bobby Özbek deutlich. "Wir werden ganz normal behandelt", sagte der Eberner, der das Förderzentrum in Sylbach besucht, bei seinem Grußwort. Er würde sich auch nicht dafür schämen, in die Lebenshilfe zu gehen. "Sie bauen nämlich auch das Selbstvertrauen bei uns auf."

Nachdem das "Stadthaus" offiziell eingeweiht ist, will die Lebenshilfe Haßberge weitere Projekte in Angriff nehmen. Wie Thomas Sechser erklärte, steht man beim Neubau eines Wohnheims für 24 Menschen, hauptsächlich im Seniorenalter, "in den Startlöchern". Geplant ist die Errichtung "in zentraler Lager" in Haßfurt. "Da wir den Anspruch haben, auch unsere älteren Bewohner gut zu versorgen und auch zukünftig verhindern wollen, dass diese in ein reines ‚Pflegeheim' umziehen müssen, haben wir uns zum Neubau entschlossen." Als "große Herausforderung für unsere kleine Lebenshilfe" bezeichnete der 50-Jährige die Komplett-Sanierung von Schule und Tagesstätte im Sylbacher Steigpfad, die in den nächsten Jahren ansteht.