So viele Gäste waren gekommen, um ein wenig französische Lebensart im Miteinander zu genießen und den französischen Film "Ziemlich beste Freunde" zu sehen, dass sogar noch zusätzliche Stühle in das Kino gestellt werden mussten. Die Veranstalter zeigten sich hoch erfreut über den Zuspruch. "Es ist schön, dass sich der Deutsch-Französische Tag langsam etabliert", sagte Kurt Sieber.
Er ist Vorsitzender des Freundeskreises Haßberge-Tricastin, der heuer sein 40-jähriges Bestehen feiert und schon zweimal Mitveranstalter am Tag der Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen war. "Der Freundeskreis hat sich gegründet, um diejenigen, die aus dem Partnerdistrikt des Landkreises Haßberge, dem Tricastin, zu uns kommen, und die Bürger aus den Haßbergen, die das Tricastin besuchen, beispielsweise bei der Organisation zu unterstützen und ihnen Dolmetscher zu stellen", erklärte Kurt Sieber.

Junge Leute interessiert


"Außerdem begleiten wir die Familien, die für einige Zeit Franzosen bei sich aufnehmen." Sieber freute sich, dass auch viele junge Leute ihr Interesse an der Veranstaltung zeigten. Er hieß vor allem Philippe Pallison willkommen; denn der aus Saint-Paul-Trois-Châteaux stammende Franzose und seine aus Aidhausen stammende Frau Alexandra hatten sich bei einem Austausch der deutschen und französischen Blaskapellen kennen gelernt und leben heute in Aidhausen. Da das Paar Zwillinge bekommen hat, meinte Kurt Sieber: "Ein Kind für Frankreich und ein Kind für Deutschland!"
Sieber verwies auch darauf, dass am 8. März um 20 Uhr in der Stadtbibliothek in Zeil unter dem Titel "Alles Fromage!" eine musikalisch-literarische Reise durch Frankreich mit den komödiantisch begabten Musikerinnen Birgit Förstner und Sibylle Friz stattfinden werde. Die Künstlerinnen werden "jede Menge Käse" erzählen und dazu musikalische Köstlichkeiten aus Frankreich vom frühen Barock bis heute servieren.

Gemeinsame Fahrt


Bernhard Schurig von der VHS Landkreis Haßberge, der sich wie Sabine Gehles von der Europa-Direkt-Informationsstelle ebenfalls über die große Anzahl der Gäste freute, kündigte eine gemeinsam organisierte Fahrt nach Brüssel und Gent mit Besuch des Europaparlaments vom 10. bis 13. April an. "Dabei können Sie auch Ihre Französischkenntnisse wieder auffrischen", so Bernhard Schurig.
Anschließend konnten die Gäste, deren Eintrittspreis der Freundeskreis zu einem Teil übernommen hatte, bei französischem Rotwein und Quiche Lorraine ins Gespräch kommen. Darunter waren drei ehemalige Schüler des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt, die die französische Sprache und Lebensart mögen.

Leichtigkeit des Seins


"Mich interessiert vor allem der Film, der heute gezeigt wird", sagte Timo Hemmerich aus Zell am Ebersberg, der 2011 Abitur gemacht hat und jetzt Französisch und Geschichte in Würzburg studiert. Er interessiert sich für das "savoir vivre", die französische Leichtigkeit des Seins, und reist heuer das erste Mal nach Frankreich. "Ich werde eine Woche in Paris verbringen und freue mich schon sehr", gab er an.
Konstantin Hofmann aus Haßfurt, der Medizin in Frankfurt/Main studiert, hat schon an mehreren Veranstaltungen des Freundeskreises Haßberge-Tricastin teilgenommen. "Ich bin immer begeistert von der Atmosphäre und von dem leichten französischen Flair, das dabei in der Luft liegt", teilte er mit. "Ich liebe die französische Kultur und bin gespannt auf den Film und seinen sarkastischen Humor."
Besonders gefiel ihm, dass er seine ehemaligen Französischlehrer Wilfried Köhler und Artur Matatko wieder sehen konnte. Der Student der Biochemie, Tobias Döllner aus Zell am Ebersberg, war ebenfalls gekommen, um ein paar "alte" Gesichter wieder zusehen. "Französisch ist eine schöne Sprache und ich höre sie gerne immer wieder", erzählte er. Von dem Film zeigten sich am Ende nicht nur die drei Studenten, sondern auch alle anderen Besucher tief berührt.