Ein Drittel des Fichtenbestandes im Haßfurter Stadtwald musste in den vergangenen vier Jahren gefällt werden, weil Dürreschäden und Borkenkäferbefall den Bäumen zu schaffen machten. Das erklärte Forstdirektor Hans Stark vom Universitätsforstamt Sailershausen, der zusammen mit Revierleiter Björn Lieblein den Haßfurter Stadträten bei einem Waldgang im Eichenbühl die Auswirkungen vor Ort zeigte.

Der Stadtwald Eichenbühl liegt nördlich des Thereser Gemeindeteils Buch. Teilweise ragt der Wald sogar in den Landkreis Schweinfurt hinein. Der Eichenbühl ist der größte zusammenhängende Teil des städtischen Waldbesitzes, gefolgt vom Stadtwald Seidenhausen bei Hofstetten und vom Stadtwald Uchenhofen.

Seit der letzten Waldexkursion im Eichenbühl im Jahr 2014 habe sich viel getan, sagte Bürgermeister Günther Werner (WG). So erhielt die Stadt Haßfurt 2015 den bayerischen Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung. Der dritte Dürresommer in Folge habe aber seine Spuren hinterlassen. Die Fichte verschwinde auf der Fläche, aber auch andere Baumarten hätten inzwischen massive Probleme, erläuterte der Bürgermeister.

Den Akteuren bei Aufarbeitung, Vermarktung und Wiederaufforstung dankte der Bürgermeister für ein vorbildliches Miteinander. Dazu zählen Forstoberrat Jürgen Hahn und Forstamtsrat Roland Henfling vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Schweinfurt genauso wie Geschäftsführerin Birgitt Ulrich von der Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge und deren Mitarbeiter, für die die Vermarktung des Holzes in diesen unruhigen Zeiten eine Herausforderung ist.

Auch die Jägerschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen. Die afrikanische Schweinepest kommt immer näher. Außerdem muss der Rehwildbestand so gestaltet werden, dass der natürliche Aufwuchs mit standortgerechten Baumarten funktioniert und junge Bäume eine Chance erhalten, aber gleichzeitig das Reh als eine von zahllosen Arten im Stadtwald ausreichend Lebensraum erhält. Dafür sprach Werner seinen Dank den vier "Eichenbühl-Jägern" Toni Schenk, Uwe Koslowski, Steffen Vogel und Tim Biella aus.

Der Biologe Dietmar Will von der Stadtverwaltung stellte heraus, dass der Eichenbühl ein ganz besonderer Lebensraum für zahlreiche Tierarten sei. So seien neben einem Paar Uhus auch der Schwarzstorch dort zu finden.

Forstdirektor Hans Stark zeigte den Stadträten neben Stellen, an denen eingeschlagen werden musste, auch eine knapp 200 Jahre alte Rotbuche, an der sich die Rinde abschält. Für ein Sägewerk ungeeignet und für Brennholz zu schade wurde der Baum unter Vertragsnaturschutz genommen. 195 Euro einmalig bekommt der Besitzer, also die Stadt Haßfurt, für solch einen Biotopbaum, wenn dieser die nächsten zwölf Jahre nicht gefällt wird. "Das ist sozusagen sozialer Wohnungsbau für Spechte", sagte Forstoberrat Jürgen Hahn, der den Wert des Baumes für die Tierwelt hervorhob.