"Aufbruch in neue Welten" lautete das Motto der Abschlussfeier und einer Meditation, bevor Konrektor Gerhard Hartmann die vielen Gäste begrüßte und Christoph Barnickel als Moderator durch den Abend führte.


Bayerische Realschulen an der Spitze, und Eltmann ist ganz vorne mit dabei


Realschulrektor Hendryk Heckl stellte den Bayerischen Realschulabschluss heraus, der im großen Geschwätz von den nördlichen Bundesländern und im großen deutschen Einheitsbrei manchmal untergehe. "Die Zahlen zeigen aber, dass die bayerischen Realschulen bei der letzten Pisa-Studie nicht nur im absoluten Spitzenbereich aller beteiligten Staaten zu finden sind, sondern den Testsieger Finnland in allen Kompetenzbereichen übertreffen. Von 600 möglichen Punkten erreichte Testsieger Finnland in Mathematik 544, die bayerischen Realschulen aber 561 Punkte. Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen."

Dieses hervorragende Abschneiden sei ein Verdienst des Schulsystems, der Lehrer und nicht zuletzt der Schüler. So liege das bayerische Realschulniveau auf dem Gymnasialniveau anderer Bundesländer. Aber auch in Bayern stünden die Realschulen hervorragend da. Ca. 25 Prozent aller bayerischen Realschüler lägen auf dem Niveau der bayerischen Gymnasiasten und das zeige sich an den vielen Übertritten, auch in Eltmann.


Weiterbildung ist Trumpf


Und das war wirklich auffallend, denn zahlreiche Schüler gehen ihren schulischen Weg weiter an die Fachoberschule, über die Eingangsklasse an das Gymnasium oder auf das Theresianum in Bamberg, das vorwiegend auch Schüler von der Hauptschule, Realschule oder Wirtschaftsschule hin zur Hochschulreife und zum Abitur führt.

Die "Schulbeste" und beste Schülerin der Klasse 10a, Rebecca Schütz aus Eltmann, die mit dem hervorragenden Notenschnitt von 1,18 ihre Mittlere Reife ablegte, setzt ihren schulischen Weg nun am Theresianum in Bamberg fort. "Ich möchte hier mein Abitur machen und dann möglichst ein duales Studium beginnen." Die Voraussetzungen dafür sind gegeben und ihre Schwerpunkte wurden in den letzten Jahren deutlich. "Auch wenn ich ein Mädchen bin, haben mir gerade Mathematik, Physik und Chemie besonderen Spaß gemacht."

Ramona Hauck zeigte sich als Klassenbeste der 10c mit ihrem Notenschnitt von 1,41 ebenfalls sehr glücklich. Sie hätte eigentlich schon nach der vierten Klasse von den Noten her in das Gymnasium wechseln können. "Ich wollte damals nicht weg, aber habe es auch bis heute noch nicht bereut, dass ich den Weg der Realschule gegangen bin. Nun will ich aber noch mein Abitur machen."

Dabei schwebt ihr bisher allerdings noch kein genauer Berufswunsch vor. "Mir bereiten aber die Sprachen viel Freude und ich habe neben Englisch nun an der Realschule auch noch Französisch gelernt. Ich fand diese Sprache einfach cool." Vielleicht wäre auch das schon eine Perspektive. Sie nimmt den Weg über die Eingangsklasse am Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt hin zum Abitur.

"Ich kann mit Zahlen umgehen"


Angelina Oppelt erreichte die beste Leistung im Fach Deutsch und bekommt ganz sicher ihren Berufswunsch erfüllt. "Ich beginne bei der Sparkasse Ostunterfranken meine Ausbildung zur Bankkauffrau." Aber das hat sicherlich auch seinen Grund. "Ich fühlte mich im mathematischen Zweig wohl, kann mit Zahlen umgehen und auch der Berufsberater hat mich in dieser Richtung unterstützt. Ein Praktikum habe ich zum Beispiel bei einer Krankenkasse absolviert und wollte nun noch eines bei der Bank anschließen. Dies klappte aber zeitlich nicht mehr, zumal mein Vorstellungsgespräch bei der Bank schon positiv war."

Manuel Schilling war der beste Schüler im Fach Englisch und hat seine Lehrstelle als "Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung" in der Tasche. Seine Eltern bestätigen, dass er damit "sein Hobby zum Beruf macht." Er sitze nämlich schon seit frühester Jugend am Computer. Auch er kommt aus dem Mathe-Zweig und freut sich ganz besonders auf seinen Ausbildungsplatz bei Upjers in Bamberg.
"Ich wollte Fachinformatiker werden. Dass ich das nun bei einem Browsergame-Unternehmen verwirklichen kann und noch dazu in der Nähe, ist natürlich ganz toll. Dort werden Spiele entwickelt, die Spaß machen. Ich glaube, da machen mir die Ausbildung und der Beruf noch mehr Spaß."

Jürgen Malinowski überbrachte die Glückwünsche des Elternbeirates und der Eltern, während die Abschlussschüler Max Groß und Theresa Kundmüller eine spritzige Rede hielten, die auf viel Beifall stieß. "Sechs Stunden Schule sind besser als gar kein Schlaf", "dem einen fliegt alles zu, dem anderen alles weg" waren nur einige Sätze, die viel Beifall auslösten, und nun müsse man "die Festplatte von dem Schulischen löschen, damit Platz für anderes wird."
Der Chor, die Bigband, Judith Hutzel mit Harfe und Gesang sowie Julia Zenk mit einer Eigenkomposition und Elena Hirt umrahmten die Feier musikalisch und Schülerinnen präsentierten einen schwungvollen Hip Hop.


Investitionen in die Bildung



Stellvertretender Landrat Bernhard Ruß (SPD) nahm die Banken unter die Lupe und meinte "keine Bank zahlt sich mehr aus als die Schulbank. Das Wissen und die Fähigkeiten, die Sie nun mit sich herumtragen, ist besser als ein paar Aktien oder Gold im Schließfach einer Bank." Alle Absolventen würden dringend von den Arbeitgebern, der Wirtschaft und dem Handwerk benötigt, Das Tor stehe weit auf, egal für welche Karriere man sich entscheide. In der globalen Welt sei aber Flexibilität gefordert. "Sie kommen von einer guten Schule mit hervorragenden Ergebnissen und einem guten Ruf."

Dabei verwies er auch darauf, dass der Landkreis als Sachaufwandsträger in die neuen naturwissenschaftlichen Räume 1,7 Millionen Euro und derzeit für die Generalsanierung des Hauptgebäudes noch einmal sieben Millionen Euro investiere. "Für jeden Schüler in dieser Bildungseinrichtung geben wir damit 16 500 Euro aus. Das ist mehr als an anderen Schulorten."

Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) lobte die Schüler und sprach von Ergebnissen, die sich wirklich sehen lassen könnten. "Ihr habt viel geleistet, um diesen hervorragenden Abschluss zu schaffen. Dass dazu noch alle die Prüfung bestanden haben, ist rattenscharf," bediente er sich der Jugendsprache und erhielt dafür großen Beifall. Damit hätten alle das erste große Ziel erreicht und etwas in der Hand, das zähle.

Auszeichnungen für die Besten



Konrektorin Manuela Küfner zeichnete mit den Sponsoren dann die besten Schüler mit Geldpreisen aus.
Klassenbeste in den Abschlussklassen:
Klasse 10 a:
Mit einem Notendruchschnitt von 1,18 wurde Rebecca Schütz, Eltmann, Klassen- und auch Schulbeste.
Klasse 10 b:
Martin Halbig, Viereth und Marco Herrmann, Viereth (beide 1,54)
Klasse 10 c:
Ramona Hauck, Eltmann (1,41).
Klasse 10 d: Michelle Meisel, Steinbach (1,41)
Klasse 10 e: Madeline Kraus, Unterschleichach (1,46).


Beste Leistungen in den einzelnen Fächern



Michelle Meisel, Steinbach (Wirtschaft - Preis der Sparkasse Ostunterfranken)
Martin Halbig, Viereth (Naturwissenschaft - Preis von Uponor)
Franziska Eichhorn, Oberschleichach (Kunst - Preis von Herrn Pluntke)
Manuel Schilling, Oberhaid (Englisch - Preis der Flessabank)
Angelina Oppelt, Eltmann (Deutsch - Preis Jens Witthüser)
Ramona Hauck, Eltmann (Französisch - Preis der Raiffeisenbank)
Außerdem wurde Luca Mixa, Trunstadt, für besondere Leistungen im Sport und im Basketball ausgezeichnet.