Wäre das Haus ein Patient, dann hätten die Ärzte ihn inzwischen nahezu komplett runderneuert: Das Kreiskrankenhaus in Haßfurt ist aber 60 Jahre nach seinem Bau alles andere als ein Ersatzteillager. Es wird sich nach dem Abschluss der millionenschweren Sanierungen, An- und Umbauten als modernes medizinisches Versorgungszentrum präsentieren.

Fünf-Jahres-Takt


"Wir denken im Fünf-Jahres-Takt", sagte am Montagnachmittag im Kreisausschuss der Vorstandsvorsitzende des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken, Stephan Kolck, zu den nächsten Schritten, die schon angegangen werden, während an anderen Ecken noch gebaut wird. Die Neuerung mit der größten Breitenwirkung, die Kolck vorstellte, betrifft den Notdienst der Hausärzte.
Bisher dezentral organisiert mit dem Nachteil langer Anfahrtswege für die Patienten und großer zeitlicher Belastung für die Mediziner, soll der Bereitschaftsdienst nach dem Beispiel der Jura-Klinik in Scheßlitz (Kreis Bamberg) künftig zentral am Kreiskrankenhaus in Haßfurt angeboten werden. Dabei wirken die Ärzte und die Krankenhaus-Logistik zusammen, "ideal", wie Kolck findet: So komme man auf der einen Seite den Bedürfnissen der Patienten entgegen, auf der anderen Seite entlaste man die Hausärzte und deren Praxispersonal.

Wieder attraktiver?


"Damit wird der Beruf des Hausarztes im Landkreis wieder ein Stück weit attraktiver für junge Mediziner", sagte Kolck mit Blick auf die Tatsache, dass ein gutes Drittel der Hausärzte im Landkreis um die 60 Jahre alt ist und in absehbarer Zeit in den Ruhestand geht; für viele Praxen ist kein Nachfolger in Sicht. Dieses Problem für die Versorgung der älteren Bevölkerung auf dem Land (und nicht nur der) will das Kommunalunternehmen Haßberg-Kliniken mit dem neuen Kooperationsmodell ein Stück weit mildern.
Deswegen wurde Kolcks Vorschlag im Kreisausschuss auch mit offenen Armen begrüßt. Ungeachtet der Tatsache, dass der Klinik-Vorstand auch die Hand aufhielt. Als "Anschubfinanzierung" für das Personal in der neuen Anlaufstelle bat Kolck den Landkreis um eine Finanzspritze für das ansonsten rechtlich eigenständige Klinik-Unternehmen: jeweils 15 000 Euro in den Jahren 2012 und 2013