"Französisch ist mein Lieblingsfach, denn ich finde Französisch ewig schön", sagt Nina Brech. Die 16-Jährige aus der elften Klasse des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt war schon öfter im Nachbarland im Urlaub und lernt neben Englisch, Latein und Französisch jetzt auch noch Spanisch. Sie war einer von vielen Schülern, die den deutsch-französischen Tag im Ganztagsbetreuungsgebäude "Silberfisch" am Schulzentrum in Haßfurt mitgestalteten.

Freundschaften zwischen Völkern kann man nicht verordnen. Aber man kann einen Grundstein legen. So geschehen am 22. Januar 1963, als der Elysée-Vertrag zwischen Frankreich und Deutschland geschlossen wurde. Der deutsch-französische Tag erinnert alljährlich daran. "L'allemand, passeport pour l'avenir - Französisch, dein Weg zum Erfolg" ist das Motto 2012.

Verantwortlich zeichneten diesmal Sabine Gehles von der Europa-Direkt-Stelle Haßfurt, der Freundeskreis Haßberge-Tricastin, die Auguste-Kirchner-Realschule und das Regiomontanus-Gymnasium. "Seit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags zwischen dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer hat sich viel in Europa und zwischen Frankreich und Deutschland bewegt", sagte sie. "Es wurden und werden seitdem Freundschaften zwischen den Menschen geschlossen, und das weiß keiner besser als Ihr, wenn Ihr am Austauschprogramm Eurer Schulen teilnehmt", wandte sich Gehles an die Klassen 8a, 8b, 8f und 9a des Gymnasiums sowie an die Klassen 7c, 8d, 9d und 10b der Realschule.

"Um ein vereintes Europa aufzubauen, musste sich viel in den Köpfen der Menschen bewegen", sagte Sabine Gehles, "doch der Grundstein dafür wurde eindeutig durch die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland gelegt." Zum Schluss dankte sie Eva Fischer von der Realschule, die mit ihren vier Französischklassen den Saal herrlich dekoriert und zur Stärkung französische Kanapees gerichtet hatte.

Zweisprachig erinnerte der Partnerschaftsbeauftragte des Kreistages Haßberge für die Partnerschaft mit dem Tricastin und Vorsitzende des Freundeskreises Haßberge-Tricastin, Kurt Sieber, an die Anfänge der Partnerschaft mit dem ersten Schüleraustausch 1969/70. "Wir können heute sehr stolz auf unsere Erfolge sein", betonte er. "Wir haben menschliche und persönliche Erfahrungen gemacht, eine geistige Offenheit über Ländergrenzen hinweg gespürt und durch das gegenseitige Verstehen Freundschaften geschlossen."

Der Freundeskreis Haßberge-Tricastin kümmere sich aktiv und intensiv um die Verbindungen und lade zum Treffen der Frankreich freunde am Samstag, 28. Januar, im Capitol-Theater in Zeil ein. Dort werde der französische Film "Ziemlich beste Freunde" in deutscher Sprache gezeigt und ein französischer Imbiss gereicht.

Wie es zu dem deutsch-französischen Tag kam, das beschrieben die Gymnasiastinnen Teresa Neubauer, Julia Zösch, Jasmin Fischer, Julia Henfling, Maike Gräb und Nina Brech. Französische Lieder trug die Realschulband mit Maximilian Autenrieth (Klavier, E-Gitarre), Lukas Halpfer (Bass), Lukas Gehles (Schlagzeug), Florian Halpfer (Keyboard) sowie Johanna und Clara Stengritt, Ronja Binder und Stefanie Benedikt (alle Gesang) vor. Nach dem Imbiss wurde die französische Filmkomödie "Nichts zu verzollen" gezeigt. ul