Die neueste Entwicklung: Udo Zehe, der Sportvorstand des TV, ist von seinem Amt zurückgetreten. Und: Die interfraktionelle Arbeitsgruppe (AG) Sport des Haßfurter Stadtrats erhebt heftige Vorwürfe gegen Verantwortliche beim TV. Dazu legten am Freitag der Vorsitzende Karl-Heinz Eppelein (CSU, Zweiter Bürgermeister der Stadt) und sein Stellvertreter Werner Holzinger (SPD-Stadtrat) ein Schreiben vor. Darin wehren sie sich gegen Behauptungen aus den Reihen des TV und des Bürgermeisters Rudi Eck, der vor Wochen wegen mangelnder Unterstützung des TV-Großprojekts aus der CSU ausgetreten ist. Eck glaubt, dass ohne die Realisierung des Sportparks sogar der ganze Verein gefährdet werden könnte.

Eppelein und Holzinger werfen dem Turnverein vor, "ein völlig überzogenes Projekt mit aller Gewalt durchziehen" zu wollen. Der Sport-Beirat des Stadtrats schlägt dagegen eine abgespeckte Version mit einer Eineinhalbfach-Turnhalle (statt der vom TV geplanten Dreifachturnhalle) mit einem Volumen von 3,5 Millionen Euro vor.

Auch den Bürgermeister kritisieren die beiden Beiratssprecher: "Wenn Bürgermeister Eck ständig von einem für ihn unverständlichen Verhalten der AG spricht, fragen wir uns schon lange, wie unverständlich seine Art, mit anderen Meinungen der Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates umzugehen, wohl ist. Die für einen Bürgermeister gebotene Neutralität und Objektivität für die ganze Stadt lässt er in Sachen TV schon lange vermissen. Den Stadträten vorzuwerfen, sie hätten keinen Mut wie bei früheren Projekten (zum Beispiel Stadthalle und Freizeitzentrum), ist eine Zumutung und entbehrt jeglicher Grundlage und Vergleichbarkeit."

Eppelein und Holzinger erklären: Bei der Stadthalle musste die Stadt nach ihren Angaben lediglich Eigenmittel von gut 30 Prozent, beim Freizeitzentrum sogar von nur gut 19 Prozent einsetzen, und Eigentümer sei in beiden Fällen die Stadt. Beim "Sportpark Eichelsee" solle der Einsatz der Stadt bei rund 35 Prozent liegen (ohne Bürgschaftsrisiko, Risiko der Erhöhung der Baukosten und wahrscheinlichen Verlustausgleichen in der Zukunft), und Eigentümer sei der TV. "Wir jammern auch nicht über die städtischen Finanzen, sondern kommen lediglich unserer eidlichen Verpflichtung zum Wohle aller Bürger nach. Wir entscheiden schließlich über fremde Gelder", betonen Karlheinz Eppelein und Werner Holzinger in ihrem Schreiben am Freitag.