Ein offizieller Internetauftritt ist für Kommunen heute längst keine Nebensächlichkeit mehr, sondern Pflicht. Denn im Bereich Bürgerservice und Eigenwerbung lässt sich viel punkten, wenn online gut strukturierte Informationen rund um die Gemeinde und das Gemeindeleben zur Verfügung stehen - schnelle Abrufbarkeit und Aktualität sind dabei wichtige Kriterien.
Die Stadt Zeil plant nun den Relaunch, sprich die grundlegende Überarbeitung ihrer Homepage. Im ersten Quartal des neuen Jahres soll die Seite online gehen. "Der Grund dafür ist, dass wir unsere Homepage den heutigen technischen Standards anpassen wollen", erklärt Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD). Dazu sei auch eine grundlegende neue Aufmachung notwendig, die dem User mehr Überblick über die Angebote im Stadtgebiet und darüber hinaus verschaffen soll.
Der Leiter der EDV-Abteilung, Rochus Seufert, sagt: "Die bisherige Homepage ist nicht mehr zeitgemäß." Vor allem technische Standards haben sich geändert: So wurde für den alten Internetauftritt der Stadt Zeil laut Seufert mit CMS (Content-Management-System, englisch für Inhaltsverwaltungssystem) gearbeitet. Nun soll umgestellt werden auf Typo3, ebenfalls ein System zur Verwaltung von Inhalten, allerdings mit wesentlich leichterer Handhabung und mehr Gestaltungsmöglichkeiten. "Vorher wurde die Pflege und Aktualisierung der Homepage zentral bewerkstelligt, jetzt soll das dezentral geschehen", erklärt Seufert. Soll heißen: In den einzelnen Sachgebieten der Stadtverwaltung gibt es jemanden, der für seinen Bereich die Pflege der Internetseite übernehmen kann. Früher lief die Arbeit bei nur einem einzigen Mitarbeiter zusammen, angesichts der Datenfülle war die Pflege des Internetportals deshalb aufwändig und zeitintensiv.

Online-Service für die Bürger


Auch das Layout wird sich stark ändern. Zwar ist das bisherige Angebot der Stadt durchaus vielfältig und bürgernah, allerdings ist die Homepagestruktur mitunter unübersichtlich. Auch ist der ein oder andere Beitrag zu klein dargestellt, so dass sich mancher beim Lesen schwer tut. Das alles soll verbessert werden. "Wir wollen online einen gewissen Service bieten", sagt Stadelmann. Dazu gehören zum Beispiel Download-Möglichkeiten von Anträgen oder Formularen. Auch die Vernetzung soll weiter verbessert werden. "Wir wollen Schnittstellen zum virtuellen Marktplatz Bayern schaffen", sagt Seufert. Die Stadt sei über das Landratsamt ans bayerische Behördennetz angebunden. Mit der neuen Homepage sollen mehr Übersicht und schnellere Zugriffe auch auf externe Angebote ermöglicht werden.
Auch das Landratsamt Haßberge ist vor kurzem mit einem neuen Internetauftritt online gegangen ( www.hassberge.de ). Dafür wurde sogar eigens eine Internet-Redaktion geschaffen, wie Horst Hofmann, Geschäftsführer der Hauptverwaltung, erklärt. Auch im Landratsamt hat man sich aus "technischen Gründen" für eine Umstellung entschieden. "Unser Angebot wurde immer wieder verändert und erweitert, so dass manche Verknüpfungen nicht mehr funktioniert haben", nennt Hofmann einen Punkt. Außerdem sollte das Layout modernisiert werden.
In vielen Gemeinden im Landkreis Haßberge ist das Internet-Angebot sehr umfangreich. Es gibt Informationen über Gemeindemitarbeiter und Kontaktmöglichkeiten, über die jüngste politische Entwicklung, Veranstaltungen, Tourismus sowie vieles mehr. Auch um Übersicht und klare Strukturen sind die Homepage-Betreiber bemüht, manchmal jedoch verirrt man sich recht leicht zwischen allzu vielen Verlinkungen und Zusatzinformationen.