"Da standen dann die Leute versteinert vor dem halb zerlegten Schwein; oft hat es Tränen gegeben, wenn zum Beispiel eine Drei-Zentner-Sau für die Wintermonate gezüchtet war und der Fleischbeschauer dann die Schreckensmeldung verkünden musste. Mir ist das nicht leicht gefallen", sagt er nachdenklich. "Ich habe viele Familien erlebt, für die ist mit der Fleischbeschau eine Welt zusammengebrochen". Auch einige Rinderfinnen habe es gegeben - den berüchtigten Rinderbandwurm.

Werdegang

Andreas Ort ist gelernter Schuhmacher und hatte den Beruf des Fleischbeschauers erst im Alter von 30 Jahren von seinem Vater Georg weitergeführt. Zuvor war in Pfarrweisach Gottfried Heim bis 1939 Fleischbeschauer, Georg Ort von 1940 bis 1963 und von 1964 bis 1996 Andreas Ort. Die Ausbildung und der Lehrgang von Andreas Ort zum Fleischbeschauer dauerte sechs Wochen und endete mit der Prüfung am 12.