Genau genommen hat es der Kreistag nur befürwortet. Denn die endgültige Entscheidung, ob die Altkennzeichen wieder eingeführt werden, trifft allein der Landrat. Der ist bekanntlich dagegen, dass auf den Nummernschildern der Autos im Landkreis Haßberge außer "HAS" auch "EBN", "GEO" oder "HOH" zu lesen sein sollen.
Rudolf Handwerker (CSU) aber wird hier über seinen Schatten springen und sich nach dem Votum des Kreistags (43 Räte stimmten dafür, 13 dagegen) richten: Die Kennzeichen der Altlandkreise Ebern, Gerolzhofen und Hofheim kehren zurück. Sie waren 1972 mit der Gebietsreform abgeschafft und einheitlich auf "HAS" (Haßberge) umgestellt worden.


Nicht ganz billig

Auf Wunsch können Bürger des Landkreises voraussichtlich ab Februar 2014 ihre motorisierten Fahrzeuge nun wieder entsprechend umrüsten.
So lange dauert es noch in etwa, bis einige bürokratische Hürden überwunden sind und die Kennzeichen zur Ausgabe bereit liegen. Bedenken, dass dies dem Landkreis wegen des Aufwands zusätzlich Geld kosten könnte, zerstreute der Landrat: "Es ist eher ein Geschäft." Denn das Geld für ein Wunschkennzeichen muss der Fahrzeughalter selbst aufbringen.

Mit 70 bis 80 Euro müssten wechselwillige Bürger in etwa rechnen: Das Wunschkennzeichen kostet zwar nur 10,20 Euro, allerdings kommen Kosten für die (erstmalige) Umkennzeichnung zwischen 30 und 40 Euro hinzu sowie die Fertigung der (in der Regel zwei) Nummernschilder, was nochmals mit etwa 30 Euro zu Buche schlägt. Alles in allem kein günstiger Spaß. Jedenfalls erklärte das Landratsamt dazu, es werde die Bürger über die Presse informieren, wenn Reservierungen für solche Wunschkennzeichen gemacht werden könnten.


Ebern kämpft

Nun ist davon auszugehen, dass der Service vor allem im Raum Ebern genutzt werden wird: Aus dieser Ecke des Landkreises hatte sich großer Widerstand gegen ein Votum des Kreistags aus dem April dieses Jahres geregt. Damals hatte das höchste Landkreis-Gremium gegen die Wiedereinführung der Altkennzeichen gestimmt.

Prompt sammelten die Eberner rund 2500 Unterschriften und marschierten damit zu Landrat Rudolf Handwerker, um ihm zu verdeutlichen, dass die Sache mehr politischen Sprengstoff birgt, als es im Kern vermuten lässt. Der entschiedene Altkennzeichen-Gegner Rudolf Handwerker ließ sich tatsächlich umstimmen, weil er befürchtete, die Geschichte würde sonst zum prägenden Wahlkampfthema bei den Kommunalwahlen im März 2014.


"Eine falsche Entscheidung"

Im Raum Ebern hatten sich überparteilich sowohl SPD- als auch CSU-Stadträte gemeinsam gegen das Kreistagsvotum vom April gestellt. Hier weitere Kämpfe auszutragen sei es aber "wirklich nicht wert", erklärte Handwerker dazu und gab nach, obwohl er es "für eine falsche Entscheidung" hält, wie er auch gestern betonte. "Man gibt eine sinnvolle Regelung auf."