Der Schönste war ein schwarzer Shih Tzu. Der erst eineinhalbjährige "Sisco of the Chinatown" von der Rentweinsdorfer Züchterin Petra Paulus gewann bei der Bayern-Siegerschau des Clubs für Kleinhunde (CdK) Ebern in der Laimbachtalhalle in Gerach. Schon beim sogenannten Juniorhandling, der Vorführung durch einen Jugendlichen, hatte er sich als freundlicher Charakterkopf gezeigt.

Mit Nino Seifert, dem Sohn seiner Besitzerin Sindy Seifert, marschierte der schwarze Vierbeiner aufmerksam durch den Ring, dann legte er sich flach wie ein Flauscheteppich in die in Jägerkreisen beliebte Down-Position, bei der auch der Kopf auf den Boden muss. Wenig später balancierte er wie ein kleines Männchen auf zwei Beinen und folgte dem Finger seines 14-jährigen Herrchens.


Flatterndes Haar

Die Titel "Bayernsieger 2015" und "Best of Show" erhielt er aber vor allem für seine schöne, dem Rassestandard entsprechende Gestalt. Er ist ein sehr gepflegter schwarzer Rüde mit wachen Augen und langem seidig glänzenden Haar, das bei jedem seiner flotten Schritte im Laufwind besonders an den Pfoten leicht flattert. Ein Tier, einfach zum Liebhaben.

Der Gesamteindruck ist wichtig. Damit überzeugte er auch die Richterinnen Gaby Degen und die Vorsitzende Christine Andres. "Wir schauen, wie präsentiert sich der Hund", sagt Christine Andres.

Zunächst läuft er dafür allein oder in einer Kleingruppe mit seinem Führer im Ring. Dann wird er auf den Richtertisch gesetzt "und dort fühlen wir das Tier langsam von vorne nach hinten durch", erläutert sie. Man beginnt am Kopf und tastet das Fell und den Körperbau vorsichtig ab. Deformationen am Knochengerüst, eventuelle frühere Brüche, aber auch Manipulationen am Haarkleid wie Färbungen oder Puder werden so erkannt. Sie können zum Ausschluss von der Bewertung führen.


Und wenn er schnappt?

Und wenn der Hund gleich knurrt und zu schnappen droht? "Dann bitte ich den Besitzer, mir die Zähne des Tieres zu zeigen", so die Richterin. Klappt das nicht, kann der Hund nicht beurteilt werden. Die meisten Hunde, die auf Zuchtschauen gezeigt werden, sind entsprechend trainiert und gut sozialisiert. Oft sind es Tiere von Züchtern oder Liebhabern, die regelmäßig wieder kommen.

Entsprechend ruhig geht es auch in der Laimbachtalhalle zu. Rund 45 vornehmlich kleine Hunde und ihre Besitzer sind vor Ort. Gekläff ist eher selten und endet meist schnell.

Die häufigsten Rassen sind diesmal ShihTzu und Zwerggriffon. Aber auch ein winzig kleiner Chihuahua, ein weißer Zwergschnauzer und ein getigerter Kaninchenteckel sind dabei.

Immer wieder wandern auch interessierte Einheimische neugierig in die Halle und bleiben am Ring stehen.Sie schauen sich die Hunde und den Ablauf der Schau an. Viele sind überrascht von der Ruhe, aber auch der Vielfalt der Tiere. Und sie staunen, gerade beim Juniorhandling, was kleine Hunde so alles können. Am Ende fragen einige bei den Züchtern interessierter nach.

Wer nun noch mehr über den Eberner Club der Kleinhunde wissen will, kann sich im Internet unter www.cdk-ebern.de informieren.