Mit einem Festnachmittag erinnerte die "Liedertafel Hafenpreppach" an ihre Gründung vor 130 Jahren. Der runde Geburtstag bedeutet zugleich eine Zäsur, Die Mitglieder des Gesangvereins zeigten, was den Verein in all der Zeit besonders ausgezeichnet hat, und warteten bei dieser Veranstaltung mit ansprechendem Liedgut. Dabei zielte die Botschaft eines der Stücke darauf ab, den Verein auch in Zukunft zu erhalten und ihm neue Sängerinnen und Sänger zuzuführen.

Vorsitzende Christa Geyer wartete mit einem kleinen Rückblick auf die Vereinsgeschichte auf, die im Frühjahr 1885 mit einem Männergesangverein ihren Beginn hatte. In die Mitte der 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts fiel dann die Erweiterung zu einem gemischten Chor unter der Leitung von Heinrich Sender.
Nach dessen Ausscheiden übernahm Jens Fertinger im Herbst 1970 die "Liedertafel". Er beendete just mit dem Tag des 130-jährigen Vereinsjubiläums, also nach 45 Jahren seine Chorleitertätigkeit. Daneben erinnerte die Vorsitzende an die wechselnde Geschichte der Vereinsführung, die mit Bürgermeister Friedrich Filberich begann. Später wurde der Verein von Hans Welz, Ernst Dittmann und Gottfried Schmidt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geleitet. Ihnen folgten in jüngerer Zeit Rudi Treiber, Monika Müller und schließlich die amtierende Vorsitzende Christa Geyer.

Das Miteinander trägt

Peter Märkel, Vorsitzender des Sängerkreises Bamberg , gratulierte dem Verein zu dessen langjährigem Bestehen und lobte das beständige Miteinander. Für Märkel ist "das Miteinander der wesentliche Punkt, der seit eh und je die Gemeinschaft in den Chören ausmacht und stärkt." Er vergaß auch nicht, dem Verein für dessen vielfältiges Mitwirken bei Veranstaltungen des Sängerkreises zu danken und diesem eine gute Zukunft zu wünschen.

Grüße und Wünsche der Sängergruppe Baunach- und Itzgrund übermittelte Michael Dieckmann, Memmelsdorf und stellte das kulturelle und soziale Engagement heraus, welches der Jubelverein über 130 Jahre hinweg geleistet hat: "Für das kleine Dorf Hafenpreppach repräsentierte der Gesangverein immer ein Stück Heimat."
Der Bürgermeister des Marktes Maroldsweisach, Wolfram Thein (SPD), gratulierte zu dem "seltenen Jubiläum", was wieder einmal beweise, "dass Musik verbindet". Er blickte gerne zurück auf die zuverlässige Beteiligung der "Liedertafel" bei den Gemeindemusikfesten und zeigte sich davon überzeugt, "dass dem Verein der anstehende Umbruch gelingen und er auch in Zukunft Bestand haben wird".

Die örtlichen Vereine - Sportverein (Anja Schmitt), Freiwillige Feuerwehr (Wolfgang Harnauer), Obst- und Gartenbauverein (Werner Treiber) und Kriegerverein (Günter Höhn) beglückwünschten die "Liedertafel" zu deren Jubiläum und erfreuten die Sänger mit Präsenten.

Verabschiedung

In einer bewegenden Rede ließ Chormitglied Herbert Schoregge die Jahre von 1970 bis heute Revue passieren. Schwerpunktmäßig ging er dabei auf das Wirken des scheidenden Chorleiters ein, in dessen Zeit eine erneute Blüte des Vereins fiel. Gerne erinnerte er an die zahlreichen Aktivitäten des Vereins, der in all den Jahren unter Jens Fertingers Leitung seine Auftrittstätigkeit stetig zu erweitern wusste. Mit einem Präsent verabschiedete sich die "Liedertafel" von ihrem Chorleiter, der dem Verein als Mitglied auch weiterhin verbunden bleiben will.
Jens Fertinger, der seinen Rückblick - wie von ihm gewohnt in Versform - darbrachte, fand Worte des Lobes und Dankes für die gemeinsame Zeit. Auch er erhofft sich für den Verein einen Neuanfang unter neuer Stabführung sowie mit einer verjüngten Sängerschar und verpackte seinen Wunsch in die Worte "Wer 130 Jahre hat geschafft, hat auch für weit're Jahre Kraft. So soll es auch noch weiter sein: Lang lebe der Gesangverein!"


Geselliges Programm

Nach dem offiziellen Teil der Jubiläumsveranstaltung ging es nahtlos zum geselligen Part über. Beim "Offenen Singen" intonierten Helmut Vogel und Arthur Schmidt Melodien von bekannten Volksliedern und forderten damit zum Erraten und Mitsingen auf. Im Anschluss daran spielten Helmut Vogel und Partner noch zwei Stunden lang bekannte Melodien aus der gängigen Volksmusik und trugen so erheblich zum Gelingen des Festnachmittags bei, der den Hafenpreppachern bestimmt noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. jf