Nachdem der Abstimmungsausschuss mit Wahlleiter Siegfried Schneider im VG-Gebäude getagt hatte, verkündete Bürgermeister Karlheinz Denninger (Gemeinwohl) das Ergebnis des Bürgerentscheids, bei dem es um den Verbleib von Fitzendorf und Leuzendorf in der Solidargemeinschaft Abwasser (Ratsbegehren) oder um eine Loslösung aus der Solidargemeinschaft und Einzelabrechnung (Bürgerbegehren) ging.
Letztendlich ging es darum, dass die Bürger aus Fitzendorf und Leuzendorf die neue Kläranlage an der "Hainbachschiene" mitbezahlen müssen, obwohl eigene Teichkläranlagen bestehen und ein Anschluss an die neue Kläranlage gar nicht vorgesehen ist.

Klares Votum


Im Ratsbegehren wird der Verbleib damit begründet, dass in beiden Ortsteilen, hauptsächlich Fitzendorf, kostenintensive Sanierungen anstehen und die Kosten von den wenigen Bewohnern nicht geschultert werden können.
Die Stichfrage kam gar nicht zur Wertung, da beim Bürgerbegehren zur Auflösung der Solidargemeinschaft den 259 Ja-Stimmen 585 Nein-Stimmen dagegen standen. Das Ratsbegehren bekam 660 Ja-Stimmen und 245 Nein-Stimmen.
Insgesamt waren 1144 Bürger wahlberechtigt, wovon 926 (81 Prozent) ihr Wahlrecht wahrnahmen. Wie zu erwarten, lag die Wahlbeteiligung in Burgpreppach mit 53,81 Prozent niedriger als in Fitzendorf mit 91,8 Prozent. Am wahlmüdesten zeigten sich die Üschersdorfer und Birkacher, wo nur 49,55 Prozent zur Wahl gingen.
Wahlleiter Schneider wies jedoch darauf hin, dass man noch die 219 Briefwähler beachten sollte, denn deren Stimme würde keinem Wahlbezirk zugeordnet. Nachdem die Niederschrift genehmigt war, bekamen die Beteiligten noch die Möglichkeit zur Stellungnahme. Frank Fischer, Sprecher der Bürgerinitiative (BIA) aus Leuzendorf, dankte den Teilnehmern an der Wahl und sah seine Befürchtungen, das Ziel aus eigener Kraft nicht erreichen zu können, als bestätigt an, obwohl das Quorum mit 20 Prozent erreicht wurde.

Kosten vorlegen


"Schade, dass unsere Arbeit, in die viel Herzblut gesteckt wurde, nicht fruchtete", so Fischer. Die BIA sei die letzte Möglichkeit gewesen, die Ziele zu erreichen. Er bezeichnete es als wünschenswert, dass die Gemeinde umgehend die detaillierten Kosten für die neue Kläranlage für beide Ortschaften (Fitzendorf und Leuzendorf) bekannt gibt.
Dem Sprecher aus Fitzendorf, Stefan Fuchs, war der Frust über das Abstimmungsergebnis anzumerken. Für ihn hätten die drei Bürgermeister und der Gemeinderat ihre Glaubwürdigkeit verloren, weil kein Entgegenkommen gezeigt wurde. Man hätte die Fitzendorfer nur als Querulanten bezeichnet. Für Fuchs hat der Bürgerentscheid gezeigt, dass man so nicht mit Bürgern umspringen kann. Er warf Bürgermeister Denninger vor, keinen Zusammenhalt der Dörfer zu fördern und nicht fair miteinander umzugehen. Es fehle die Bürgernähe.

Bürgermeister wurde sauer


Fuchs wünscht sich in Zukunft mehr Einbindung der Bürger, wenn so wichtige Entscheidungen anstehen.
Bürgermeister Karlheinz Denninger reagierte sauer auf die Vorwürfe von Fuchs. Bei zahlreichen Gesprächen im Landratsamt, Gemeinde, Verwaltung und teils mit dem Architekten hätte man den Dialog mit den Fitzendorfern gesucht. Man werde jetzt die anstehende Sanierung der Fitzendorfer Teichkläranlage und deren Zuleitungen aufarbeiten. Die Pläne lägen beim Wasserwirtschaftsamt und werden geprüft. Wegen der Teichkläranlage in Leuzendorf wurde eine Kamerabefahrung der Kanäle vorgenommen. Das Ergebnis liege noch nicht vor.
Die Vorgaben der Sanierungen in Fitzendorf und Leuzendorf müssen umgesetzt werden, erklärte Bürgermeister Denninger.