Als vorbildliche Familie präsentierte dabei Erster Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) die Jungleibs aus der Türkei, denn der Familienname ist Programm: Sieben Kindern haben sie das Leben geschenkt, das achte ist unterwegs. "Wären alle Paare so fleißig, hätten wir 7500 Einwohner", lautete die Hochrechnung des Bürgermeisters.
Die Erziehungsleistung rang nicht nur dem Gemeindeoberhaupt Respekt ab. Selbst Bundespräsident Joachim Gauck entsandte Glückwünsche samt Urkunde und Konterfei und ließ sich die Ehrenpatenschaft für den fünf Monate Jahre alten André-Arthur etwas kosten. 500 Euro übergab Bürgermeister Sendelbeck als Dreingabe des Bundespräsidenten.
"Wir steuern auf eine neue Rekordmarke zu, denn heuer haben wir schon zehn Geburten verzeichnet. Das ist anscheinend das einzige, was wir in Rentweinsdorf richtig können", ulkte Sendelbeck über die Gebärfreudigkeit seiner Einwohner. Als Beispiel, dass sich junge Familien in der Marktgemeinde wohlfühlen, stellte er dabei Nadja und Michael Jungleib samt ihren sieben Kindern heraus. "Da zeigt sich doch, dass sie sich bei uns heimisch fühlen und das klappt doch ganz gut."

Einnahmen durch Bauplätze


Womit er bei seinem Lieblingsthema war, das auch die Haushaltsberatung bestimmte: der Verkauf von Bauplätzen und die steigende Einwohnerzahl (aktuell sind es 1562). "Ab heuer setzt ein positiver Trend ein", war sich Sendelbeck sicher, da "ich schon drei Bauplätze verkauft habe".
Das darf durchaus mehr werden. VG-Kämmerer Klaus Ebert geht in seinem Zahlenwerk vom Verkauf von fünf Bauplätzen aus. Insgeheim rechnet Sendelbeck aber noch mit mehr Verkäufen. "Was machen wir mit dem ganzen Geld, wenn ich noch mehr Bauplätze verkaufe?", fragte er in die Runde. Die Antworten folgten prompt: Kämmerer Ebert riet, weniger Schulden zu machen. Helmut Grell (ÜWG) möchte die seit Jahren gewünschte Straßenausbesserung in Treinfeld umgesetzt wissen, und Günther Leyh (ÜWG) hält solches auch in Losbergsgereuth für notwendig.
Zurückhaltung indes mahnte der oberste Kassenwart an. Klaus Ebert: "Die Steuerkraft ist rückläufig, die Umlagen steigen mehr als die Einnahmen", hatte er errechnet, bei einem Gesamtvolumen des Haushalts von rund 2,35 Millionen Euro (16 Prozent weniger als im Vorjahr).
Die Finanzlage des Marktes sei zwar geordnet, aber die Eigenmittel reichen nicht mehr aus, um alle laufenden Projekte zu finanzieren, sodass eine Kreditaufnahme von 165 000 Euro fällig werde.
Trotz dieser Neuverschuldung hat der Kämmerer ein paar positive Tendenzen ausgemacht. So schlage sich die schwindende Steuerkraft in höheren Schlüsselzuweisungen nieder. Die zunehmende Siedlungstätigkeit führe zu höheren Einnahmen bei der Grundsteuer und bei der Einkommenssteuer-Beteiligung.
Vorteilhaft wirke sich auch die Dämmung des Marktsaales aus, da die Heizkosten deutlich rückläufig seien, so Ebert, und somit eine Kostendeckung erreicht werde.

Kritik am Bauamt


Der Haushalts-Entwurf und der Investitionsplan fand einhellige Zustimmung, wobei für die nächsten Jahre schon weitere "große Brocken" im Zahlenwerk stehen: 800 000 Euro für die Straße von Sendelbach nach Gräfenholz (Ebert: "Da brauchen wir einen 90-prozentigen Zuschuss"), der Bahnübergang Lind (100 000 Euro) und der Hallenbad-Neubau in Ebern (60 000 Euro).