Im Haus Hofheim der Haßberg-Kliniken ging die lange Tradition stationärer Versorgung von Patienten am gestrigen Freitag zu Ende: Die stationäre Betreuung von Patienten im Krankenhaus in Hofheim wird aufgegeben und nach Haßfurt verlagert. Nach mehr als 120 Jahren steht die medizinische Versorgung der Bevölkerung von Hofheim und Umgebung damit vor einem Wandel. Die Ära Krankenhaus endet, die Patienten finden aber weiterhin im Krankenhausgebäude eine fachärztliche Versorgung mit internistischem Schwerpunkt vor.


Rote Zahlen

Der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken hat die Schließung des Hauses in Hofheim beschlossen. Die Maßnahme ist eine Folge aus dem Millionen-Defizit, das das Kommunalunternehmen derzeit stark belastet.

Das Internistische Zentrum Hofheim (IZH) bleibt weiterhin für die Patienten Ansprechpartner, insbesondere bleibt die Ärztin Dr. Sabine Leucht als ärztliche Leiterin des IZH in Hofheim. Daneben hat das Cardiozentrum des Medizinischen Versorgungszentrums Haßfurt eine Filiale in Hofheimer Krankenhaus eröffnet, die in der überwiegenden Zeit durch den in Hofheim bekannten Facharzt für Innere Medizin, Dr. Hubert Amend, wahrgenommen wird.


1895 ins Leben gerufen

Hofheim kann auf eine lange Tradition von medizinischer und pflegerischer Versorgung zurückblicken. 1895 als Distriktskrankenhaus unter der Leitung der Ordensschwestern von der Kongregation des Allerheiligsten Erlösers erbaut, verfügte das Krankenhaus Hofheim über 27 Betten in sechs Zimmern, einen Operationssaal, ein Röntgenzimmer sowie eine Kapelle. Ein Isolierbau zur Behandlung infektiöser Erkrankungen ergänzte später die medizinische Versorgung. Damals kamen die niedergelassenen Hausärzte der Region in das Krankenhaus, um ihre Patienten zu behandeln.
Nachdem das Krankenhaus im Krieg - wie die meisten Kliniken damals - als Lazarett diente, wurde es 1955 unter dem Chefarzt Dr. Götz in ein Allgemein- und chirurgisches Krankenhaus umgewandelt, modernisiert und später um eine internistische Abteilung erweitert. 1980 wurde die chirurgische Versorgung eingestellt und das Krankenhaus Hofheim wurde ein internistisches Allgemeinkrankenhaus, das ab dem Jahr 2004 ausschließlich belegärztlich geführt wurde.
Das Hofheimer Krankenhaus war von Beginn an stets ein kleines Krankenhaus. Gegründet mit 27 Betten, hatte es zuletzt 25 Planbetten. "Die Ärzte und Krankenpflegepersonen haben aus dieser Situation immer wieder das Beste gemacht", lobt das Kommunalunternehmen. Indem sie sich besonders einfühlsam und individuell auf die Patienten eingelassen haben, konnten immer wieder Krisen überwunden werden.
Die aktuelle Krise überstand die Klinik in Hofheim nicht mehr. Während Ärzte noch vor Ort in der "neuen" Praxis/MVZ bleiben, wechseln 13 Pflegekräfte aus Hofheim nach Haßfurt und 15 nach Ebern. Aus dem Reinigungsdienst geht eine Mitarbeiterin nach Haßfurt und zwei nach Ebern. Drei Beschäftigte bleiben in Hofheim und zwei gehen in Ruhestand. Eine weitere Mitarbeiterin verlässt die Haßberg-Kliniken. red