"Komm - hör zu !" So lautete die Einladung, um das fünfjährige Bestehen des Bürgerzentrums "Komm" in Untermerzbach zu feiern. Das "Komm" ist nicht nur die Bücherei der Gemeinde Untermerzbach, sondern auch ein Treffpunkt für die Bürger von Untermerzbach und Umgebung.

Konzept hat Bestand

Zahlreiche Vorträge und Kurse finden in dem vor fünf Jahren umgebauten und zum Bürgerzentrum umgewandelten "Alten Rathaus" statt. Für die Planung und Organisation der Veranstaltungen ist maßgeblich Ute Morgenroth verantwortlich, die zusammen mit Karin Eder das "Komm" leitet. Die Veranstaltungen finden teilweise auch im Zusammenhang mit der VHS statt.
"Bei den Themen versuchen wir uns immer an den Wünschen der Leute zu orientieren und Ideen und Anregungen der Besucher zu berücksichtigen", sagt Morgenroth.

Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) lobte die beiden für Ihr großes Engagement und überreichte Blumensträuße. "Das Konzept hat sich durchgesetzt. Das Bürgerzentrum ist mit Leben gefüllt", lobte Dietz. Die positive Entwicklung belegte er mit Zahlen: 11 227 Entleihungen kann die Bücherei bis heute verzeichnen sowie 948 Fernleihen. "Es ist ein stetiger Zuwachs seit 2008, das zeigt, dass das Konzept Bestand hat", freut sich Dietz.

Preisgekrönte Leseratten

Ein paar der fleißigen Nutzer lasen am Donnerstagabend bei einer kleinen Geburtstagsfeier im "Alten Rathaus" aus ihren Lieblingsbüchern vor. Den Anfang machten Jorina und Ricarda Bühler. Die beiden haben schon mehrere Vorlesewettbewerbe gewonnen und lasen aus dem Buch "Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder" von Claudia Frieser. Dabei wurde das Publikum auf eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit mitgenommen, in der auch der junge Albrecht Dürer eine Rolle spielte. "Jetzt wissen Sie, warum die beiden immer gewonnen haben", lobte Morgenroth nach der Darbietung die beiden Mädchen.

Edgar Maier, Geschäftsführer der Gemeinde Untermerzbach las aus einem Buch von Stefan Zweig "Sternstunden der Menschheit" vor, einer Sammlung von 14 Miniaturen, welche von Ereignissen handeln, die von großer Bedeutung für die Menschheit waren.

Ein Stück Untermerzbacher Dorfgeschichte

Großes Interesse löste die Vorlesung von Marianne Nasser aus. Die treue Leserin las aus dem Buch "Bertas Weg von Bessarabien nach Franken" von Hildegard Dirim. Dieses Buch beschreibt die eigenen Erfahrungen der Autorin und insbesondere Ihrer Mutter Berta, die im Krieg vertrieben wurden und in Untermerzbach ihre zweite Heimat fanden. Ein echtes Stück Untermerzbacher Geschichte.

Weiterer Leser an dem Abend war Walter Eichhorn, ehemaliger Bürgermeister von Untermerzbach und einer der "Väter des Komm". Spannend und gruselig ging es weiter mit einer Kurzgeschichte von Stephen King, vorgelesen von Astrid Schwappach.

Peter Ulrich, der in der Bücherei eine beeindruckende Waagensammlung ausgestellt hat, las eine Geschichte von Siegfried Lenz vor. "So war das mit dem Zirkus" ist eine humorvolle masurische Geschichte, die von den Menschen aus Suleyken handelt und beschreibt, wie diese die Zirkusdarsteller als Publikum zum Verzweifeln brachten. Den Abschluss machte Gabi Bilanowitsch, die zwei Kurzgeschichten vorlas, die zur Weihnachtszeit passten und von Menschlichkeit, Nächstenliebe und Besinnlichkeit handelten.

Durchwachsene Resonanz

Die sieben Leser gestalteten einen bunt gemischten Abend, mit einer großen thematischen Vielfalt. Auch wenn an diesem Abend nicht ganz so viele Besucher ins Gemeindezentrum kamen, Ute Morgenroth sieht das nicht so eng: "Die Resonanz ist immer durchwachsen. In der Regel wird das 'Komm' aber gut angenommen." Und so steht der Bürgertreffpunkt auch weiterhin offen, ganz nach dem von Dietz eingangs erwähntem Motto: "Komm-t her zu mir!"