Ein heißer Sommertag. Mütter mit Kindern, Rentner und Schüler, die Ferien haben, strömen ins Haßfurter Erlebnisbad. Bepackt mit Essen, Trinken und einer Decke steuern sie die große, grüne Liegewiese an. Kaum alles abgelegt, ab ins Wasser. Und bei den Temperaturen am liebsten nie mehr raus.

Strahlend blaues Wasser, ein Warmwasserbecken, Massagedüsen: Ein Tag im Schwimmbad bringt richtig Erholung in den stressigen Alltag. Fast wie ein kleiner Urlaubstrip. Doch das Urlaubsfeeling kommt nicht von alleine. Dutzende Geräte laufen 24 Stunden, um den Besuchern das Schwimmbad-Erlebnis so schön wie möglich zu gestalten.

Technikraum, das Herzstück

Neben dem Sanitätsraum führt ein dunkler Gang in das Herzstück des Bades. Betriebsleiter Udo Greich öffnet die schwere Tür zum Technikraum, auf der so ziemlich alle vorhandenen Warnschilder angebracht sind. Respekt vor dem, was sich hinter der Tür verbirgt, schafft das allemal. Es ist heiß im Technikraum. Und laut. Die vielen Maschinen brummen vor sich hin. Alle auf eine andere Art und Weise. Vor den vier Filteranlagen fühlt man sich wie ein Zwerg. Mehrere Meter ragen die Behälter nach oben. Hier wird das Wasser gereinigt. Und so funktioniert es: Das Wasser, das von den Badegästen verdrängt wird, läuft über die Überlaufrinnen in den sogenannten Schwallbehälter. Von hier wird das Wasser über die Umwälzpumpen nach oben auf den Filter gepumpt. Nachdem das Wasser durchgelaufen und sauber ist, wird es dem Becken wieder zugeführt. "Das ist ein geschlossener Kreislauf, der 24 Stunden am Tag funktioniert", erklärt Udo Greich.

Gegenüber den Filteranlagen hängen kleine Kästen an der Wand. Kabel schauen heraus, grüne Punkte blinken. Hierbei handelt es sich um die automatische Mess- und Regeltechnik. Ein Soll-Wert von Chlor und pH muss händisch eingegeben werden. Den Rest macht die Technik. Früh und abends misst sie, ob die Werte in Ordnung sind. "Mittag wird per Hand nochmal nachgemessen, um zu kontrollieren, ob die Technik auch funktioniert", erklärt Greich. Über eine Treppe und eine Rampe kommt man zum Ende des Technikraumes. Den Gegenüber hier zu verstehen, ist schon fast eine Kunst.

Mittendrin zwischen Filter und Pumpen steht eine Kohlendioxid-Anlage. Damit wird beim Filterspülen das Filtermaterial, in dem Fall der Sand, desinfiziert. "Beim Klarspülen der Filter mit Frischwasser wird das mit rausgespült."

Raus aus dem stickigen und lauten Technikraum. Und weiter geht es. Vorbei an der Eisbahn, wartet die Rückspülwasseraufbereitungsanlage. Ein wahrlich schwieriges Wort. Doch das Prinzip ist einfach erklärt: Das Wasser, das beim Filterspülen übrig bleibt, wird aufbereitet. Sogar zu 80 Prozent. Greich: "Die anderen 20 Prozent braucht die Anlage, um sich selbst zu spülen."

Seit fünf Jahren gibt es diese Anlage im Haßfurter Schwimmbad. "Das haben wahrscheinlich die wenigsten Bäder", meint Greich. Lohnen tut sie sich allemal. Nachdem das Wasser in der Anlage aufbereitet wurde, hat es Trinkwasserqualität und kann über Rohrleitungen wieder zurück ins Becken gepumpt werden. "Bei Betrieb an warmen Tagen brauchen wir 160 Kubikmeter Wasser pro Tag. Zwei Drittel davon wird in die Becken zurückgepumpt. Da sparen wir schon ordentlich", schildert Greich.

Wieder vorbei an der Eisbahn, geht es mit dem Aufzug vom Keller ganz nach oben zum Chlorgasraum. 14 Flaschen versorgen alle Becken. Das hört sich zwar nach viel an, doch die Flaschen müssen unterschiedlich angesteuert werden. "Pro Stunde darf aus einer Flasche nur ein Prozent entnommen werden. Deswegen müssen 14 Flaschen gleichzeitig angeschlossen sein", erklärt Philipp Bates, Meister für Bäderbetriebe. Je höher die Beckenbelastung ist, desto mehr Chlor wird gebraucht.