Varroamilbe? Schon mal gehört, irgendwo? Kein Wunder, das Thema ist seit Jahren medial präsent. Bienenzüchter klagen über den Befall ihrer Bienenvölker durch den kleinen Parasiten. "Die Imker werden mit der Varroamilbe leben müssen für lange, lange, lange Zeit", sagt Werner Hornung. Der Amtstierarzt des Landkreises Haßberge und Vorsitzende des Kreisimkerverbands glaubt, dass es heuer für einige Bienenvölker wieder eng werden könnte: "2015 wird in meinen Augen ein problematisches Jahr", sagt er. Wegen der zuletzt milden Winter hätten die Insekten lange Brutpflege betrieben, bis in den Dezember hinein. Da sich die Milbe ausschließlich in der Brut vermehrt, kommen ihr solche Winter gerade recht.

Varroa Destructor, der wissenschaftliche Name der Milbe, gibt Auskunft über die zerstörerische Kraft des Schädlings: Weltweit setzt er den Bienenvölkern von allen Bedrohungen am meisten zu. Auch Katja Link, die erst seit drei Jahren als Imkerin arbeitet, musste den Parasit schon kennenlernen. Aber zerstört hat er ihre fünf Völker nicht: Die 37-jährige Ebelsbacherin hat ihre Bienenstöcke zum Beispiel mit Säurebehandlungen (unter anderem wird Milch- und Ameisensäure eingesetzt) geschützt. Ihr neues Hobby macht ihr allerdings trotz solcher Gegebenheiten Spaß.

Heuer möchte die zweifache Mutter ihren Bestand um zehn auf 15 Völker erweitern, teils durch Ableger aus eigener Zucht, teils durch Zukauf neuer Völker. Denn: Zucht und Honigproduktion bei Katja Links Bienen funktionierte bisher ziemlich gut. Über den Imkerverein Kirchlauter sei sie zur Bienenzucht gekommen. Zunächst betreut durch einen Imker-Paten, kümmert sie sich nun mit Leidenschaft um ihre eigenen Völker. Honig hat sie längst keinen mehr, alles ausverkauft. Deswegen nun die neuen Bienenstöcke.
Ein gesundes Volk besteht in der Hochsaison von Frühjahr bis Spätsommer aus bis zu 50 000 Bienen. Aus einem Stock kann man so 30 bis 50 Kilogramm Honig gewinnen. Abhängig ist die Ertragmenge aber auch vom Standort des Stocks.

Imker mit Bienenallergie
"Man wird auch mal gestochen, da kommt man nicht drumrum", sagt sie. Aber so ein Bienenstich haut einen Menschen ja nicht gleich um - es sei denn, er ist Allergiker. Kurioserweise, so berichtet Link, gebe es auch unter den Imkern solche, die gegen Bienenstich allergisch sind. Für die kann ein einziger Stich tödlich ausgehen.
Link erzählt, solche Züchter hätten für den Fall der Fälle ein Notfall-Set dabei, um sich behandeln zu können. Für sie persönlich käme das allerdings nicht in Frage: Wäre sie allergisch auf Bienen, sie wäre keine Imkerin geworden, sagt sie lachend über offenkundig todesmutige Imkerkollegen.