Wäre das Leben eine Zielscheibe und nur wer die Mitte träfe, könnte gewinnen, das Glück bliebe nur Wenigen vorbehalten. Das ist beim Dart-Sport nicht anders, mal ganz abgesehen davon, dass die wenigsten überhaupt auf die Mitte zielen, weil die Triple-20 schließlich zehn Punkte mehr bedeutet. Wenn Andre Weiß den Dart zwischen Daumen und Zeigefinger klemmt und die über zwei Meter entfernte Scheibe anvisiert, geht es ihm zwar um die bestmögliche Punkteausbeute. Aber trifft er nicht, wie er es wollte, dann nimmt das seiner guten Laune nichts: Es war nie der letzte und nie der wichtigste Wurf.


Pfeile Werfen im Ligabetrieb

"Wir machen das hier aus reiner Gaudi", sagt der 29-Jährige. Er ist Kapitän der Mannschaft "Dartz 4", die jeden Mittwoch in der Zeiler Kneipe "Underground" ihrem Hobby frönt: Pfeile werfen üben. Für den Liga-Betrieb. Also doch ein wenig Wettbewerb und Leistungsdruck? Weiß winkt ab. Das sei alles familiär. Klar, man spiele, um zu gewinnen. Aber mehr wert als Punkte oder Preisgelder nach dem Ende einer Saison sei für die Mitglieder der Mannschaften im "Underground", dass sie sich regelmäßig treffen, um eine gute Zeit miteinander zu haben.
Kumpels und Familienmitglieder spielen mit, neuerdings wuchs das Interesse an dem Sport, so dass es sogar für die Gründung einer zweiten Mannschaft reichte: Dartz 4.2 nennt sich die Truppe, die nun in der C-Liga um Punkte kämpft, eine Klasse unter der B-Liga, wo Dartz 4 seine Spiele absolviert.


Vier Teams sind dabei

Im Zeiler "Underground" trainieren insgesamt vier Mannschaften, neben den beiden Dartz-Teams sind das noch die Underground-Fighters (C-Liga) und die Dart-Angels (B-Liga). Die Spieler kommen unter anderem aus Zeil, Sand, Knetzgau, Haßfurt, Königsberg und Eltmann. Die Wirtsleute Dana und Jörg Lutz werfen ebenfalls mit. Wie Jörg Lutz erklärt, hat er in der ersten Märzhälfte einen ehemaligen Lagerraum als neue Trainingsfläche für seine Darter freigegeben: Nach wochenlangen Umbauarbeiten haben seine Sportler endlich richtig Platz: Mit zuvor drei Wurfautomaten und einem Billardtisch in einem Raum ging es beengt zu, jetzt stehen fünf Automaten und deutlich mehr Fläche zur Verfügung, erklärt der 40-Jährige.

Das Familiäre hatte wieder Vorrang, wie Marion Rothlauf, die Kapitänin der Underground-Fighters erzählt: Viele Mitglieder der hier beheimateten Teams hätten beim Umbau mitgeholfen. Weil es eben um Freundschaften und Zusammenhalt ginge. Das ist, so empfinden es die Darter im Underground, der eigentliche Volltreffer bei der ganzen Sache.