"So etwas hatten wir noch nie", sagte Rektor Matthias Weinberger am Donnerstag in der Aula der Albrecht-Dürer-Mittelschule in Haßfurt. Zur Abschlussfeier waren erstmals nicht alle Schüler anwesend, sondern aufgrund der derzeit geltenden Hygienevorschriften nur die Abschlussschüler mit hervorragenden Leistungen. Zusammen mit ihren Familien saßen sie an Einzeltischen, um den Auflagen gerecht zu werden.

Mit der Note 1,11 legte Luzi Zirnsack aus der Klasse M 10b die beste Mittlere Reife ab. Spitzenreiter beim Qualifizierenden Mittelschulabschluss war Matien Ahmand (Note 2,1/Klasse 9a) und Leonie Böhnlein (1,6/P9b) mit der besten Leistung beim theorieentlastenden Abschluss. Für ihre herausragenden Leistungen in den einzelnen Bereichen wurden weiterhin Emely Koslik, Lilly Schneider (beide Wirtschaft), Leonie Böhnlein (ATW-Projektprüfung), Luzi Zirnsak, Lura Roos (beide Soziales) sowie Elias Beck und Andre Huber (beide Technik) geehrt. Die Preise an die Leistungsbesten vergaben die Vertreter der Sponsoren, der Förderverein der Albrecht-Dürer-Mittelschule, die Sparkasse Schweinfurt-Haßberge, das Rote Kreuz Haßberge und die Firma Uponor.

Eine Ehrung erfuhren auch die ausscheidenden Streitschlichter Elias Beck, Natalie Schunk und Marcel Gross, die vier Jahre lang das Aushängeschild der Schule gewesen seien, so Weinberger. Mit Unterstützung der zuständigen Lehrerin Claudia Sandner lernten die Jugendlichen, Konfliktsituationen zu entschärfen, und opferten dafür so manche Stunde Freizeit.

"Ich habe noch nie so viele Schüler gesehen, die nach dem Lockdown sich freuten, wieder in die Schule gehen zu dürfen", freute sich Weinberger. Der Schulleiter erzählte anhand der Anfangsbuchstaben des Wortes "Corona", was in den letzten Wochen und Monaten in der Schule los war. Das C steht für "chaotisch, couragiert", so wie es bei den Planungen zum Präsenzunterricht zuging. O wie "optimistisch, offen" war die Lage, als der Unterricht im Schulhaus wieder losging. Für "regelustig" steht das R, das beschreiben soll, welche zusätzlichen Arbeiten für die Lehrer notwendig waren. O wie "orientierungslos" war bestimmt auch manchmal der eine oder andere Schüler nach den Worten Weinberges, der nach wochenlangem Homescooling sich nach der richtigen Schule sehnte. Das N steht für den "Neuanfang", der gleich mehrmals jeweils nach Jahrgangsstufen stattfand. Schließlich dankte Weinberger den Schülern mit einem A wie "achtsam", dass sie sich stets an alle Corona-Regeln gehalten haben.

Der Haßfurter Bürgermeister Günther Werner gab den Abschlussschülern mit auf den Weg, immer neugierig und bereit für Neues zu sein. Das Stadtoberhaupt rief die Jugendlichen dazu auf, neben ihrem zukünftigen Beruf sich auch ehrenamtlich in der Gesellschaft einzubringen.

Worte des Abschieds sprach auch Holger Helas als Vertreter des Elternbeirats. Einen kleinen Imbiss servierten im Anschluss an die offizielle Feier die Schüler der Catering-Schulfirma unter der Leitung von Dagmar Keenen.