Ermershausen Es brennt wieder Licht im Pfarrhaus - ein großer Tag für Ermershausen! Das klang aus allen Reden, Ansprachen und Äußerungen heraus, die anlässlich der Vorstellung der neuen evangelischen Pfarrerin z. A. zu hören waren. In einem Vorstellungsgottesdienst in der Kirche von Ermershausen erhielt sie durch den Dekan des Dekanats Rügheim, Jürgen Blechschmidt, die Beauftragung für die Orte Ermershausen, Birkenfeld und Dippach.


fast wie weihnachten

Den Gottesdienst eröffnete Pfarrer Wolfgang Scheidel aus Ditterswind, der während der Vakanzzeit zuständiger Pfarrer war. Er kam sich, wie er sagte, voller Freude vor wie an Weihnachten angesichts eines vollen Gotteshauses, einer Beendigung des Mangels durch die Neubesetzung der Pfarrstelle und vieler strahlender Gesichter. Scheidel bemerkte, dass dies ein guter Eindruck für die neu ankommende Pfarrerin sei. Es sei jetzt der Beginn einer neuen Zeit, in die jeder seine Begabungen einbringen solle.

Dekan Blechschmidt würdigte zunächst die sehr gute Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen während der Zeit der Vakanz seit Herbst 2015, damit diese erträglich wurde. "Die Türen der Häuser und der Herzen stehen Ihnen weit offen" versicherte er der neuen Pfarrerin.


Offene Türen

Er zeigte sich überzeugt, dass eine gute Zusammenarbeit zum Wohl der Gemeinde entstehen wird und bat die Gemeinde, die junge Pfarrerin dabei zu unterstützen. In der Nähe von Lohr am Main geboren und aufgewachsen habe sie sich ein Jahr in Argentinien über die vielfältigen Aufgaben der Weltkirche informieren können.

In ihrer ersten Predigt von der Kanzel ihrer neuen Wirkungsstätte bedankte sich Lungfiel, die zuletzt als Vikarin in Erlangen wirkte, für den tollen Empfang vor einigen Tagen, als sie mit ihrem Mann Jan ins renovierte Pfarrhaus einzog. Sie fühlten sich wohl hier, versicherte sie. In den Mittelpunkt ihrer Predigt stellte die neue Pfarrerin den Gedanken, dass Gott den Menschen beschenkt aufgrund seines Glaubens, nicht aufgrund von Gesetzmäßigkeiten. Gott verlange vom Menschen keine Perfektion, vielmehr nehme er ihn an wie er ist. "Er schaut uns gnädiger an als wir uns selbst" ermunterte sie die Zuhörer.


Sehr lebendige Gemeinde

Der Posaunenchor Ermershausen umrahmte den Festgottesdienst. Passend zum Anlass sangen die Kindergottesdienstkinder unter Leitung von Mareike Schüler das Lied "Licht in der Dunkelheit". Sie überreichten eine selbst gestaltete brennende Kerze. Auch der liturgische Chor erfreute mit einem mehrstimmigen Lied.

Bei einem Empfang im Betsaal der Gemeinde begann Landrat Wilhelm Schneider (CSU) den Reigen der Grußworte. Pfarrerin Lungfiel sei in Ermershausen, der kleinsten Gemeinde des schönen Landkreises, in einer sehr lebendigen Gemeinde angekommen. Er versicherte ihr: "Das werden Sie noch merken!" Gerne betonte er die Harmonie zwischen Maroldsweisach und Ermershausen.


Jugendliche Impulse

Bürgermeister Günther Pfeiffer (FW) drückte seine Freude aus und wünschte der neuen Seelsorgerin, dass sie hier ein Stück Heimat finden möge und versicherte ihr, eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen der Kirchen- und der politischen Gemeinde. Die Kirchengemeinde sei sehr gut aufgestellt, aktive Unterstützung sei ihr gewiss, betonte er.

Für den Markt Maroldsweisach, zu der die Orte Birkenfeld und Dippach gehören, äußerte sich stellvertretender Bürgermeister Harald Deringer (CSU) , selbst auch Vertrauensmann im Kirchenvorstand der Nachbargemeinde, zuversichtlich: "Sie werden sich hier bald heimisch fühlen." Das jugendliche Wesen der neuen Pfarrerin lasse erwarten, dass sie die christliche Botschaft in zeitgemäßer Form überbringen werde, meinte er. Wie der Kirchengemeinde gehe es der politischen Gemeinde um das Wohl der Mitmenschen.
Weitere mit Freude erfüllte Willkommensworte sprachen Pfarrer Hans Körner aus Rentweinsdorf, Senior des Pfarrkapitels, sowie die Kirchenvorstände Helene Lutz und Werner Arnold. Auch hier klang die Freude über zu erwartende Innovation durch die junge Pfarrerin an.