"Die Patenschaft, die wir seit zehn Jahren mit der dritten Kompanie des Logistikbataillons 467 Volkach pflegen, ist immens wichtig und absolut zeitgemäß." Dies bekannte der Haßfurter Bürgermeister Rudi Eck anlässlich einer Feier zum Jubiläum der Patenschaft, bei der sich auf dem Marktplatz und in der Rathaushalle in Haßfurt die Kompanie ebenso wie das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die Feuerwehr, die Wasserwacht und die Modellsportgruppe (MSG) Haßberge unter dem Titel "Ehrenamt und Pflicht" präsentierten.

"Für die Bundeswehr ist die Patenschaft die einzige Möglichkeit, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten", sagte Eck weiter, "und die vielen Begegnungen im Laufe eines Jahres sind äußerst positiv." Die Bundeswehr sei außerdem ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft, und die "Bürger in Uniform" seien normale Bürger, die aber für alle für die Gesellschaft tätig seien. "Denn wir haben in der Welt Verantwortung zu tragen und diese Verantwortung übernehmen die Soldaten."

Es geht auch um Nachwuchswerbung

Für den Kompaniechef, den Hauptmann Sven Grygiel, ist die Patenschaft zudem wichtig für die Nachwuchswerbung. "Derzeit sind nur 35 Prozent der Stellen unserer Mannschaftsdienstgrade besetzt", teilte er auf Nachfrage mit. Außerdem helfe die Patenschaft, die Akzeptanz der Bundeswehr in der Bevölkerung zu vergrößern, und biete die Möglichkeit, über ihren Auftrag zu informieren. Zuletzt brauche die Bundeswehr beispielsweise bei Übungen die Unterstützung der Kommunen, der Hilfsorganisationen und der Bürger, die durch eine Patenschaft vereinfacht werde.

Das ganze Jahr über wird die Patenschaft zwischen der dritten Kompanie und der Stadt Haßfurt mit Leben erfüllt. Sei es, dass die Soldaten die Feste in Haßfurt besuchen, eine Ehrenabordnung am Volkstrauertag stellen oder eine enge Verbindung mit der Lebenshilfe Haßberge pflegen. "Einzelne Soldaten absolvieren gerne ein Praktikum in unserer Schule oder Tagesstätte in Sylbach", freute sich der Geschäftsführer der Lebenshilfe Haßberge, Olaf Haase. "Außerdem helfen sie gerne bei unseren Festen mit und unterstützen uns mit Spenden."

Der "Haßbergsprung"

Zur Stärkung der Patenschaft trägt bei, dass die Kompanie jedes Jahr eine Übung unter dem Titel "Haßbergsprung" in und um Haßfurt absolviert. Dieses Jahr weilten 92 Soldaten am Montag und Dienstag dieser Woche in der Patenstadt. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks absolvierten sie im Seufzertal eine Gewässerüberquerung über die Nassach mit Hilfe eines Seilstegs, schnürten im Freizeitbad ein Zeltbahnpaket und schwammen damit. Zudem erhielten sie am Hochbehälter bei Sylbach eine Sanitätsgrundausbildung und unternahmen in fünf Gruppen einen Orientierungsmarsch vom Gelände des FC Haßfurt, ihrem Gastgeber, durch den Altachwald bis zur Altachquelle und zurück und erledigten unterwegs verschiedene Aufgaben. Bei der andauernden Hitze an beiden Tagen war der "Haßbergsprung" keine leichte Übung, an dem sich auch die Reservistenkameradschaft Haßfurt im Ausbildungsabschnitt "Karte und Kompass" beteiligte.

Am dritten Tag ihres Aufenthalts in ihrer Patenstadt beteiligten sich die Soldaten an der Ausstellung "Ehrenamt und Pflicht" in der Rathaushalle. Dabei zeigten sie Bilder von Übungen und Veranstaltungen der Kompanie. Auf dem Marktplatz präsentierte die Kompanie das Wechselladerfahrzeug "Multi", dessen Name für "Mechanisierte Umschlag-, Lager- und Transport-Integration" steht, einen Straßentankwagen, den Schwerlasttransporter "Franziska" mit einem Bergepanzer und ein Sanitätsfahrzeug. Auch die beteiligten Hilfsorganisationen stellten einige ihrer Fahrzeuge aus.