Bauhofleiter Roland Hartenfels nahm sogleich Maß: 60 Zentimeter tief. "Das ist für Kinder zu gefährlich", befanden Bürgermeister Hermann Martin (Bürgerblock) und alle Mitglieder des Gremiums. Zunächst wollte der Bürgermeister den zuständigen Anrainer "anschreiben, damit er die Gefahrenstelle abdeckt", dann legte er aber selbst Hand an, um eine daneben liegende, schwere Platte auf das Wasserloch zu hieven. Dabei kam der Bürgermeister ins Straucheln und wäre fast selbst kopfüber in den Schacht gestürzt. Letztlich bekam ihn Olaf Betz (KUL) noch am Oberarm zu fassen und "rettete" so das Gemeindeoberhaupt .

Der Schacht wurde daraufhin komplett verschlossen. Einen Brief bekommt der Anlieger dennoch. Darin dürfte auch nachgefragt werden, woher der dicke Ölfilm stammt, der auf der Wasseroberfläche im Schacht schwamm. Auch Grasschnitt, der entlang der Weisach abgelegt wurde, muss beseitigt werden.

Schäden am Feuerwehrhaus


Ansonsten verlief die Sitzung des Bauausschusses wenig spektakulär. Ein weiteres Thema in Junkersdorf war der Zustand des Feuerwehrhauses. Arnold Deininger (CSU) gab die Beschwerden aus der Jahresversammlung weiter, wonach der Bauunterhalt seit Jahren hinausgeschoben werde. "Die fühlen sich zurückgesetzt und nicht ganz ernst genommen."

Am Dach gelte es, undichte Stellen zu reparieren, da schon Feuchtigkeitschäden auftreten, die Fassade und die Tore harren eines Anstrichs. Deininger gab den Wunsch nach Rolltoren weiter. "Die Wehrleute haben die Tore schon ein paar Mal gestrichen, aber der Rost kommt immer wieder durch."

Deininger signalisierte Kompromissbereitschaft dahingehend, dass die Außenfassade erst später angegangen werden soll. "Das muss nicht 2012, und auch nicht gleich 2013 sein." Bürgermeister Martin freute sich über die Bereitschaft, dass die Feuerwehrleute auch selbst Hand anlegen wollen. Die Sanierung des Turmes werde der Bauhof erledigen, die Tore sollten entrostet und gestrichen werden. "Mehr haben wir heuer nicht druff." Bauhofleiter Hartenfels ergänzte, dass "wir den Turm in dieser Woche schon gemacht hätten, wenn der Sturm nicht gekommen wäre".

Womit ein Stichwort fiel: Arnold Deininger verwies auf die schiefe Wetterfahne auf der Junkersdorfer Kirchturmspitze, an die man von Innen nicht herankomme. Olaf Betz ergänzte, dass auch die Kraisdorfer Schule "Schiefer gelassen" habe. Zuvor hatte man sich schon die umgestürzten Bäume in der Kraisdorfer Kellergasse angesehen, wo ein Graben verrohrt werden soll. Die Dachschäden, so der Bürgermeister, müssten von Dachdeckerfirmen erledigt werden, ging der Auftrag ans Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft. "Das kann man nicht einfach mit einer Hebebühne vom Bauhof machen lassen. Das ist zu gefährlich."

Bilanz über Sturmschäden


Weitere Sturmschäden wurden laut Bürgermeister im Pfarrweisacher Friedhof, an der Kirche und im Spielplatz festgestellt. Im Gemeindewald ging es laut Förster Meiners glimpflich ab. "Weniger als angenommen und überschaubar" sind die Schäden Martin zufolge, der "allen Feuerwehrleuten dankte, die den ganzen Sonntag über im Einsatz waren". Nun hoffe er, dass die Versicherung die Schäden auch übernehme.

Der Parkplatz auf dem einstigen Bahnhofsgelände soll an der Westseite planiert werden, um noch mehr Stellfläche zu gewinnen. "Wir können das nur a bissla herrichten, weil es sonst unsere finanziellen Möglichkeiten überschreitet", verwies der Bürgermeister auf die herrschende Geldnot. Eine große Lösung für die 1000 Quadratmeter taxierte Bauamts-Techniker Stefan Hofmann auf 8000 Euro, die kleinere Variante koste die Hälfte.

Der Kellerbereich des einstigen Bahnhofs bleibt unangetastet, wobei Arnold Deininger darauf verwies, dass "wir da eine Bausünde übernommen haben, für die eigentlich der Landkreis als Eigentümer zuständig ist".

Neue, alte Pläne für die Bundesstraße 279


In diesem Zusammenhang verwies Bürgermeister Martin auf neuerliche Überlegungen, die Bundesstraße 279 in diesen Bereich zu verlegen und auf der Bahntrasse in einer Art "Schluchtenlösung" durch den Ort zu führen. "Staatssekretär Eck hat einen entsprechenden Prüfungsauftrag erteilt und wir bekommen bald Besuch aus dem Bauamt in Schweinfurt."