Bürgermeister Rudi Eck (parteilos) würdigte die lebendige Beziehung zwischen Haßfurt und den Soldaten, auch geprägt durch den Einsatz von Hauptmann Schmidt. "Dass die Patenschaft mit der Stadt von besonderer Intensität gezeichnet ist, ist nicht zuletzt Ihr Verdienst."

Patenschaften sollten zum Ausdruck bringen, dass die Bevölkerung eng mit ihren Soldaten verbunden sei und deren Dienstleistung und Auftrag sehr hoch einschätze. Auch die Stadt wolle zeigen, dass die Bundeswehr ihren festen Platz in der Gesellschaft habe, gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen um Auslandseinsätze. Als Kompaniechef habe Marcel Schmidt in der Beziehung zu Haßfurt eine besondere Rolle gespielt. Er habe seiner Führungsmannschaft alle Freiheiten gegeben, die Patenschaft mit Aktivitäten lebendig zu gestalten.

Alle seien mit dem notwendigen gegenseitigen Respekt, offen und ehrlich aufeinander zugegangen. "Das zeichnet Ihren Führungsstil und Ihre Persönlichkeit aus", sagte Rudi Eck.

Der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Haßfurt, Norbert Flohr, Manfred Stühler vom FC Haßfurt und Olaf Haase, Geschäftsführer der Lebenshilfe Haßberge, lobten ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Marcel Schmidt und der Kompanie.

Kompaniefeldwebel, Oberstabsfeldwebel Thomas Münch, erinnerte, dass der heute 30-jährige Marcel Schmidt 2001 als Offiziersanwärter bei der 5. Kompanie des Transportbataillons 10 Ellwangen in die Bundeswehr eingetreten war. Während seiner Offiziersausbildung war er bei einem Truppenaustausch bei der Royal Army in England eingesetzt. Nach seinem Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften kam er 2008 als Transportzugführer zur 3. Kompanie des Logistikbataillons 467 und wurde 2009 zu deren Kompaniechef ernannt. "Es ist sehr selten, dass ein Offizier in derselben Kompanie Chef wird, in der er seine erste Offiziersverwendung hatte. Doch dies hatte den Vorteil, dass Sie jeden bereits kannten", so der Kompaniefeldwebel.

"Sie kannten jeden so gut, dass Sie mir erst einmal einen meiner beiden weiblichen Personalunteroffiziere nahmen", spielte Thomas Münch schmunzelnd darauf an, dass sich Marcel Schmidt in seine Kollegin im Unteroffiziersrang verliebt und diese heuer geheiratet hatte.

Als Höhepunkte der Karriere von Marcel Schmidt nannte er die Einrichtung eines Servicepunktes auf dem Truppenübungsplatz Klietz für die Übung Iron Taurus, eine Ausbildungslehrübung auf dem Truppenübungsplatz Baumholder und die Einrichtung einer Station bei der Informations- und Lehrübung der Streitkräftebasis auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen. Der Kompaniefeldwebel würdigte den kollegialen Führungsstil, die akkurate Arbeitsweise, aber auch die gesellige Art des Kompaniechefs. Ihm sei es immer wichtig gewesen, dass sich seine Soldaten vor Beendigung ihrer Dienstzeit auf das zivile Leben und für den Arbeitsmarkt vorbereiteten.

Thomas Münch teilte mit, dass Marcel Schmidt vier Monate im Bataillon bleiben und dann zwei Monate Elternzeit nehmen werde. Nach dem Stabsoffiziersgrundlehrgang werde er im Juli 2013 seinen neuen Dienstposten als Transportoffizier beim Logistikübungszentrum an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt antreten.
Marcel Schmidt selbst verglich seine Dienstzeit als Kompaniechef mit einem Fußballspiel. "Ich kam 2008 als Neuzugang in die Mannschaft und wurde 2009 der neue Spielführer", sagte er. "Wir haben als Team zusammen gekämpft, gedribbelt, haben auch gegrätscht, aber unter dem Strich einen schönen Fußball gezeigt."

Doch ohne die Mitspieler sei der Capitano nichts wert, hob Schmidt hervor. So sei das Unteroffizierskorps das Gerüst der Mannschaft, deren Capitano er gerne gewesen sei. Weiterhin lobte er den Einsatz der "Zuschauer", wie er die Freunde aus Haßfurt nannte, und die "Arbeiter im Hintergrund", die Soldaten der Teileinheiten. Den Haßfurtern, zu denen Vertreter der Stadtverwaltung, des Roten Kreuzes und der Wasserwacht zählten, dem Kompaniefeldwebel und den Vertretern der Mannschaftsteile überreichte er als Abschiedsgeschenk einen Schal mit dem Namenszug, dem Wappen und dem Leitspruch der Kompanie: "Per Aspera ad Astra" (Auf rauen Wegen zu den Sternen).