Der Gemeinderat Theres traf am Mittwochabend eine Entscheidung über die Zukunft der Kläranlage im Ortsteil Buch. "Das Thema ist seit zwei Jahren immer mal wieder auf der Tagesordnung", kommentierte Bürgermeister Matthias Schneider (CSU).

"Die Anlage war damals Stand der Technik", sagte Reinhard Müller vom Ingenieurbüro "Akut" über die Anlage aus den 70er Jahren. Sie sei auf einen 40-jährigen Betrieb ausgelegt gewesen und habe dementsprechend gut gehalten. Nun sei aber der Zeitpunkt gekommen, an dem eine Sanierung nötig wird. Müller zeigte Bilder, die den Zustand dokumentieren; unter anderem ist der Beton an einigen Stellen gerissen. Außerdem vermodern im Boden die Wurzeln alter Bäume. Ein weiteres Problem ist ein hoher Fremdwasseranteil durch Hangwasser.


Drei Varianten

Dem Gemeinderat stellte der Ingenieur drei verschiedene Varianten vor, wie mit der alten Kläranlage verfahren werden könne. Die erste, die er beschrieb, war eine Ertüchtigung der bestehenden Teichkläranlage und der Bau eines nachgeschalteten Bodenfilters. Die zweite Variante war eine komplette Umgestaltung zur Bodenfilteranlage. Die dritte Variante, die zur Diskussion stand, war eine SBR-Anlage (Sequenzielle Biologische Reinigung), bei der das Wasser in verschiedenen Zyklen gereinigt wird.

In der Gegenüberstellung der verschiedenen Varianten empfahl Bürgermeister Schneider die Umgestaltung zur Bodenfilteranlage, für die sich der Gemeinderat schließlich bei zwei Gegenstimmen entschied.
Die Nachteile der SBR-Anlage hätten vor allem im hohen Aufwand gelegen. Das Personal würde eine wesentlich höhere Qualifikation brauchen. Dazu käme hoher Bedien- und Maschinenaufwand, außerdem hätte die Anlage einen Stromanschluss benötigt, während die anderen beiden Varianten ohne Strom funktionieren. Auch die Investitionskosten wären hier mit 1 150 000 Euro besonders hoch gewesen.

Bei der nun beschlossenen Bodenfilteranlage liegen diese dagegen, je nachdem, ob ein dritter, optionaler Filter eingebaut wird, zwischen 620 000 und 770 000 Euro. Eine reine Sanierung der alten Teichkläranlage hätte rund 840 000 Euro gekostet und den Kauf weiterer Flächen für den zusätzlichen Bodenfilter nötig gemacht.


Anschluss nach Gädheim?

In der Sitzung kam auch die Frage auf, ob nicht statt aufwändiger Arbeiten auch ein Anschluss an die Anlage in Gädheim in Frage komme. Matthias Schneider erklärte aber, dass die Anlage in Gädheim dafür nicht die Kapazität hätte. Zwar ist die dortige noch etwas größer, als es für den Ort nötig ist. Das liege aber daran, dass der Ort noch Kapazitäten für seine Neubürger braucht. "Sonst würde sich Gädheim um sein Baugebiet bringen", kommentierte Schneider.

Nach dem Beschluss lud er die Gemeinderäte für Freitag, 8. Juli, zu einer Tagesfahrt ins Elsass ein, wo eine Anlage der Art existiert, wie sie in Theres gebaut werden soll. Außerdem möchte sich Theres mit dem Projekt um den Abwasser-Innovationspreis bewerben. Von den eingesendeten Projekten werden zehn ausgewählt, die dann entweder eine Förderung von 20 bis 60 Prozent der Baukosten oder eine Prämie von 20 000 Euro erhalten. "Ich verspreche mir zwar nicht viel davon, aber versuchen können wir es trotzdem", meinte der Bürgermeister.

Für die Sanierung der Stahlbetonbrücken über den Seebach in Horhausen stand noch keine Entscheidung an, doch Ingenieur Walter Rellig stellteden Handlungsbedarf dar. So sei an einigen Stellen der Beton abgeplatzt, wodurch das Metall freiliegt. "Das sollte man beheben, bevor der Stahl zu sehr rostet", meinte Rellig.


Probleme mit den Geländern

Weiterhin seien die Geländer für Brücken, über die Fahrradfahrer fahren, zu niedrig und an vielen Stellen beschädigt. Außerdem bestehe gerade bei der hier verwendeten Geländerform die Gefahr, dass Kinder daran herumklettern und hinunterfallen. Auf Nachfrage räumte er ein, dass es nicht zur Sperrung der Brücke käme, sofern man nichts ändere. Allerdings könne dann, wenn etwas passiert, der Bürgermeister haftbar gemacht werden. Die Gemeinderäte signalisierten wenig Interesse, etwas an der Situation zu ändern. Die Wege seien außerhalb des Ortes und nicht in der Nähe eines Spielplatzes, also eigentlich nicht an einem Ort, an dem Kinder oft alleine unterwegs sind. Wenn ohnehin ein Geländer auszutauschen sei, könne man als Ersatz eines wählen, das den Vorschriften entspricht. Ein genereller Austausch aller Geländer sei aber übertrieben. Zu bedenken sei auch, dass an einem engmaschigeren Geländer, das die Absturzgefahr verringert, im Fall eines Hochwassers auch wesentlich mehr Treibgut hängen bleiben würde.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Antrag des Caritas-Kindergartens Untertheres auf einen Zuschuss zur Anschaffung von Spielgeräten. Einstimmig beschloss der Gemeinderat in idesem Zusammenhang eine Änderung der Satzung zur Vereinsförderung, so dass Anschaffungen der Kindergärten künftig mit 35 (statt bislang 20) Prozent gefördert werden sollen.