Was für eine Ehre: Trotz seines 71. Geburtstages am Sonntag ließ es sich Bischof Friedhelm Hofmann nicht nehmen, den neuen Steinaltar in der nur zwei Jahre älteren, innen frisch renovierten kleinen Filialkirche "Sankt Josef der Bräutigam" mit beeindruckenden Riten zu weihen und somit die Um- beziehungsweise Neugestaltung offiziell abzuschließen. Für die etwa 80 Einwohner des Burgpreppacher Gemeindeteils, insbesondere der 55 Katholiken, ein wahrer Freudentag.

Zahlreiche Gläubige waren zum Pontifikalamt mit dem Würzburger Oberhirten gekommen, welches von Hofheims Kaplan Norbert Becker und Diakon i. R. Winfried Neubert, mitgestaltet wurde. Und Hofmann freute sich sichtlich über den Besuch in der "kleinen, aber sehr feinen Kirche" im Dekanat Haßberge.
"Sie ist die Mitte des Ortes und die Verbindungsstelle zwischen Himmel und Erde", betonte der Bischof und hob gleichzeitig die große Bedeutung hervor.

"Auf dem Altar werde das Erlösungswerk Christi vergegenwärtigt. Von daher ist der Auferstandene gegenwärtig in der eucharistischen Gestalt und in der Verkündigung des Wortes. Die Gemeinde", zeigte sich Friedhelm Hofmann überzeugt, "findet hier ihre Mitte, aus der heraus sie sich selber aufbaut." Die Kirche sei ein "ganz wichtiger zentraler Ort." Der 71-Jährige hofft, dass der Altar "einige Jahrhunderte stehen bleibt und damit der Gemeinde auch in Zukunft einen sicheren Halt gibt."

Ehe Bischof Friedhelm in dem aus Zeil stammenden neuen Steinaltar Reliquien von Bruno von Würzburg, Benedikt dem Märtyrer und des Heiligen Justinus legen, ihn salben, als Höhepunkt fünf Weihrauchfeuer auf der Oberfläche entzünden und ihn weihen konnte, mussten viele Aufgaben erledigt werden.

Bereits im Dezember 2009 war in einer Aktennotiz des Bau- und Kunstreferates der Diözese zu lesen, dass der Hochaltar stabilisiert werden müsse, der Fensterschluss-Sein abgerutscht sei und die Fensterrahmen einer Erneuerung bedürfen. Bei einem Ortstermin vor zwei Jahren legten die Verantwortlichen aus Würzburg (Gebietsreferent Norbert Lehnert sowie der Haßfurter Bau- und Finanzsekretär Manfred Schamberger) zusammen mit Kirchenpfleger Manfred Fuchs, Pastoralreferent Norbert Zettelmeier (stellvertretender Kirchenverwaltungsvorstand) und weiteren Kirchenverwaltungsmitgliedern die Einzelheiten fest.

Aus Sicht von Zettelmeier war die Renovierung "sinnvoll und wichtig. Man hat zuletzt gesehen, dass Handlungsbedarf bestand". Vor allem der schlechte Zustand des Bodens unter dem Teppich und die noch aus den 30er-Jahren stammende Elektrik machten eine Neu- beziehungsweise Umgestaltung zwingend erforderlich. Der vom Bauamt gewünschte neue Steinaltar tue der Kirche ebenfalls "sehr gut".

Mit Händen und Maschinen

Die Mühen der Firmen sowie vor allem der zahlreichen ehrenamtlich helfenden Bürger aus Fitzendorf, die rund 450 Stunden unentgeltlich für ihr Kirchlein mit schweren Maschinen und ihren Händen im Einsatz waren, habe sich gelohnt. Dafür bedankte sich Norbert Zettelmeier besonders. "Das erlebt man die größeren Ortschaften oftmals nicht in dieser Form, weil jeder jeden kennt." Viele sehen das kleine Gotteshaus als "unser Kirchle" an.
Vor dem gemeinsamen Mittagessen sagte Manfred Fuchs, dass man es sich bei der Renovierung "nicht leicht gemacht" und "kreativ unsere Vorstellungen eingebracht" habe.

Die deckten sich nicht immer mit den Vorstellungen des Baureferats. "Aber am Schluss kam was gutes dabei heraus.Kurzum: Wir haben ein schönes schmuckes Kirchlein, worauf wir stolz sind."
Bürgermeister Karl-Heinz Denninger bedankte sich bei Friedhelm Hofmann für den Einsatz der katholischen Kirche vor Ort "zum Wohle der hier lebenden Menschen". Kirche sei nicht nur für ihre eigenen Mitglieder da.
Sie zeichne sich gerade dadurch aus, dass sie sich auf vielfältige Weise öffne und Angebote für alle Menschen unterbreitet.

Denninger bezeichnete den Besuch des Bischofs als "besondere Anerkennung und Auszeichnung für die überaus vielfältigen geleisteten Arbeitsstunden der Fitzendorfer Bürger bei der gelungenen Innenrenovierung". Laut Manfred Fuchs kommen noch weitere hinzu.

Mehr Gottesdienstbesucher?

Zwar finden aufgrund der Größe der Pfarreiengemeinschaft Hofheim durchschnittlich nur an zwei aufeinander folgenden Dienstagen pro Monat in Fitzendorf statt. Nur an der Kirchweih im August, beim Patrozinium im März oder an außergewöhnlichen Festen sind auch Sonntags- beziehungsweise Feiertagsmessfeiern in Fitzendorf.
Durchschnittlich etwa 18 Gläubige nehmen das Angebot war.
Die Anzahl dürfte in der nächsten Zeit weiter steigen, schließlich präsentiert sich "Sankt Josef" nun wieder als wahres Schmuckstück - außen und innen.