Man kann Bier auch in einem Wurstkessel brauen. Wie das geht, zeigt die "Zeller Stammtischbräu" am Samstag, 16. April, beim Bierfest zum Jubiläum "500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot" auf dem Haßfurter Marktplatz.
Die "Zeller Stammtischbräu", das sind fünf junge Männer, die das Bierbrauen für sich als Hobby entdeckt haben. "Die Idee, ein eigenes Bier zu brauen, wurde aus einer Bierlaune heraus geboren", erklärt Sebastian Gocker, der im Oktober 2015 zum ersten Bierprinz des Landkreises Haßberge gewählt worden ist, die Entstehungsgeschichte, wie aus einer Mitteilung des Landratsamtes Haßberge hervorgeht. Das Interesse war geweckt. Dann begann erst einmal das intensive Studieren von Fachliteratur.
Dabei wurde den angehenden Hobbybrauern aber schnell klar: Allein vom Bücherlesen kann man die Braukunst nicht richtig erlernen.


Hilfe von den Profis

"Gut, dass es bei uns im Landkreis so viele erfahrene Braumeister gibt, die uns mit dem nötigen Know-how versorgen und wertvolle Tipps geben", freut sich Manuel Schamberger. Und so konnte das Unternehmen Bierbrauen gemeinsam in Angriff genommen werden.

Kurzerhand wurden verschiedenste Behälter, die sich zum Brauen eignen können, zusammengesucht und ein erster Sud angesetzt. Mittlerweile hat die "Stammtischbräu Zell" viel mit Wasser, Hopfen und Malz herumexperimentiert. "Die ersten Brauversuche waren hart an der Grenze des Genießbaren", erinnert sich Markus Götz lachend. Aber inzwischen schmeckt das Selbstgebraute sehr gut. Hergestellt wurden schon die unter-schiedlichsten Biersorten - vom Schwarzbier und Pils über das Rauchbier bis hin zum India Pale Ale (IPA).


Nach klassischem Vorbild

Gebraut wird nach klassischer Art: Sogar das Malz wird selbst geschrotet. Das mit Wasser versetzte Malz verkocht im Wurstkessel zur Maische. "Wichtig bei der Bierherstellung ist das genaue Einhalten von Zeiten und Temperaturen", weiß Manuel Schamberger. Damit nichts schief geht, herrscht strikte Arbeitsteilung. "Jeder weiß ganz genau, was er zu machen hat. Da sind wir ein gut eingespieltes Team". Das gilt natürlich nicht nur beim Brauprozess, sondern auch später, beim Läutern oder wenn das Bier nach der Gärung in Flaschen abgefüllt wird.
Wenn der Gerstensaft dann sechs Wochen nachgereift ist, folgt der für alle schönste Arbeitsgang - das Biertrinken.


Das Bierfest

500 Jahre bayerisches Reinheitsgebot sind auch für den Landkreis Haßberge ein Grund zum Feiern. Unter dem Dachverband von "Natürlich von hier" veranstalten die vier Brauereien Göller (Zeil), Bayer (Theinheim), Hartleb (Maroldsweisach) und Raab (Hofheim) am Samstag, 16. April, ein Bierfest.

Landrat Wilhelm Schneider hat die Schirmherrschaft übernommen und eröffnet die Veranstaltung um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Haßfurt mit Bürgermeister Günther Werner und Bierprinz Sebastian Gocker. Erec Jacobson vom Hotel Kolb aus Zeil serviert passend zu den Bieren leckere Gerichte. Die Urlesbacher Musikanten aus Aidhausen spielen von 14.30 bis etwa 19 Uhr auf. Während des Festes zeigt die "Zeller Stammtischbräu", wie man anno dazumal im Wurstkessel Bier gebraut hat. Festende wird gegen 22 Uhr sein.