Hans Sigl, österreichischer Schauspieler und bekannt als "Der Bergdoktor", präsentierte auf Einladung des Kulturamtes in der Stadthalle seine schönsten Weihnachtsgeschichten. Musikalisch untermalt wurde der Abend durch das Damen-Streichquartett "La finesse", das einen verführerischen Charme versprühte.

Die ganze Atmosphäre in der Stadthalle war an diesem Abend anders als sonst. Von Beginn an war es seltsam ruhig und still. Spannung lag in der Luft, bevor Hans Sigl mit den Musikerinnen die weihnachtlich dekorierte Bühne betrat. So mancher im Saal konnte kaum glauben, den Schauspieler wahrhaftig in Haßfurt zu sehen.

Person mit Charisma

Hans Sigl freut sich auf Weihnachten, wie er sagte. Das Entscheidende sei, ruhiger werden zu müssen, obwohl viele Dinge zu erledigen seien.
Früher sei dies anders gewesen, betonte er, "die Ruhe war normal". Heute sei es "Stress pur", besinnlich zu sein.

Dank seiner beeindruckenden Erzählweise und seiner Art gelang das Unterfangen, und schon im Vorfeld zog die besondere Atmosphäre in die Stadthalle ein. Gebannt schaute das Publikum auf den gebürtigen Österreicher, der von einem Tannenbaum erzählte, der sich seine Zeit anders vorgestellt hatte. Oder vom letzten Traum einer 365 Jahre alten Eiche und ihrer Begegnung mit einer Eintagsfliege.

Der Duft von Vanille, Zimt und Gewürzen zog durch den Raum, so intensiv trug Sigl die Geschichte über das Plätzchenbacken in der Vorweihnachtszeit vor. Er fesselte mit den Geschichten, mit Mimik und Gestik. Jeder konnte sich die in "Schwarz-weiß" angekündigte Nachkriegsgeschichte, über das "Gestohlene Christkind" vorstellen.

Perfekt dazu passte "La finesse". Kim Heilmann (Violine), Daniele Reimertz (Violine), Regine Brand (Viola) und Birgit Förstner am Cello trugen weniger die üblichen Weihnachtsmelodien vor, denn eher Themen von Filmklassikern, etwa "Miss Marple" oder der "Dritte Mann". Leidenschaftlich wurde es bei "Carmen", träumerisch bei "Moonriver". Am Ende standen dann doch einige Melodien ganz still, leise und friedlich im Raum.