Ab Montag ist für ein halbes Jahr dicht. Die Bundesstraße 279 zwischen Maroldsweisach und Ermershausen wird komplett erneuert, unter anderem wird die Fahrbahn von 6,50 auf 7,50 Meter verbreitert, zudem werden zwei Kuppen abgeflacht, um die Übersicht zu verbessern. Parallel dazu wird der Geh- und Radwegs entlang der Strecke fertiggebaut. So hat es das Staatliche Bauamt in Schweinfurt mitgeteilt, das für das Projekt zuständig ist und auch die Kosten von rund zweieinhalb Millionen Euro trägt.

Die Vollsperrung bis Mitte September ist laut Bauamt unumgänglich, da der Rehberg bis zu 8,20 Meter abgetragen wird. Außerdem sei im Ergebnis eine bessere Qualität der Straßenbeschaffenheit zu erwarten, wenn sie am Stück gebaut werden kann.
Bei einer Teilsperrung würde sich zum einen die Bauzeit verlängern, zum anderen gäbe es in der Fahrbahnmitte eine Nahtstelle, was die langfristige Belastbarkeit der Straße vermindern würde.


Wichtige Verbindungsstrecke

Die Bundesstraße 279 stellt eine wichtige überregionale Verbindungsstrecke etwa zwischen den Räumen Coburg und Bad Neustadt dar. Das staatliche Bauamt teilte mit, eine Umleitung über die Bundesstraße 303 bis Hofheim und über die Staatsstraßen 2275 beziehungsweise 2284 "über Eichelsdorf und Schweinshaupten bis Ermershausen" einzurichten.

Nachdem heuer auch langwierige Baumaßnahmen an der B303 bei Oberelldorf (Landkreis Coburg) anstehen und in den Pfingstferien die Staatsstraße 2428 bei Wasmuthausen zur B303 erneuert werden soll: Droht im nördlichen Landkreis ein Verkehrschaos? Damit rechnet das Staatliche Bauamt nicht. Die gleichzeitige Sperrung der B303 bei Oberelldorf und der B279 bei Ermershausen ist nach Darstellungen des Bauamts unproblematisch: "Die Umleitungsstrecke für unsere Vollsperrung bei Ermershausen berührt die Umleitungen für Oberelldorf nicht, da wir nun komplett über die Staatsstraße 2284 Richtung Schweinshaupten und Staatsstraße 2275 Richtung Hofheim und dann bei Hofheim auf die B303 umleiten", erklärte Manfred Rott, der im Staatlichen Bauamt für den Landkreis Haßberge zuständig ist. "Der weiträumige Verkehr aus Bad Neustadt beziehungsweise Hessen mit Ziel Coburg kann auf die A71 und A73 ausweichen, um die Baustellen und damit die Umleitungen zu umfahren, dies ist auch unsere Empfehlung."


Bürgermeister sind froh

Für die Bürger der Gemeinden Maroldsweisach und Ermershausen wird die Vollsperrung zunächst gewöhnungsbedürftig sein, allerdings: Wer Schleichwege kennt, wird so wohl auch nutzen. Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) ist zunächst froh, dass die Straße erneuert wird, weil das vor allem der Verkehrssicherheit dient: "Die Kuppenabflachung war schon immer in der Diskussion", sagte er. Die Rehbergkuppe sowie eine weitere kleinere Kuppe dahinter werden abgetragen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern. Wer die Strecke kennt, weiß um die tückische Senke zwischen den beiden Erhöhungen. Autofahrer übersehen oft andere Fahrzeuge, die sich gerade in der Senke befinden, wenn sie sich auf der Rehbergkuppe befinden. Deswegen ist es laut Thein öfter zu gefährlichen Überholmanövern gekommen. Mehrmals gab es auf der Strecke in den vergangenen Jahre teils schwere Unfälle, erst im vergangenen Jahr verunglückte ein Motorradfahrer und verletzte sich schwer.

Dass es wegen der Vollsperrung Beeinträchtigungen bei den lokalen Geschäften geben wird, glauben sowohl Wolfram Thein als auch sein Ermershäuser Amtskollege Günter Pfeiffer (Freie Wähler). "Ob man Gaststätten oder Läden nimmt: Die leben schon auch vom Durchgangsverkehr", sagte Pfeiffer. "Jetzt heißt es halt, das halbe Jahr überstehen." Dennoch begrüßt er die Erneuerung, die Bürgermeister waren in die Planungen des staatlichen Bauamts mit eingebunden und betonen eine sehr gute Zusammenarbeit.


Laster fahren durch

Eine andere Art von Durchgangsverkehr bleibt Ermershausen aber erhalten. Und zwar werden die Lastwagen, die den Erdaushub (allein etwa 60 000 Kubikmeter aus den Kuppenabflachungen) transportieren, durch Ermershausen rollen. Denn die Erde wird bei Sulzdorf abgeladen, wo das staatliche Bauamt ein größere Ackerfläche erworben hat.