"Wir wollten nicht in der Siedlung wohnen, Haus an Haus mit anderen. Im Dorfkern kann man am Dorfleben teilnehmen, aber auch für sich sein", erklärt Christoph Fallenbacher. Für ihn war die Entscheidung genau richtig, ein altes leer stehendes Haus wiederzubeleben.

Der 37-Jährige hat sich 2012 dazu entschieden, zusammen mit seiner Frau Christina ein altes landwirtschaftliches Anwesen im Ortskern von Kleinmünster zu kaufen und zu sanieren. Mit insgesamt 10 000 Euro Förderung hat die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land den Traum der Familie unterstützt. Zu der Gemeinde-Allianz gehören Hofheim, Riedbach, Maroldsweisach, Ermershausen, Burgpreppach sowie Bundorf und Aidhausen.

Von Förderung profitiert

Das Anwesen der Fallenbacher war nicht das einzige Projekt, das in den letzten Jahren von den Förderungen profitierte. "Seit dem Start 2008 haben die Mitgliedskommunen insgesamt über 1,7 Millionen Euro an die Investoren ausgezahlt. So konnten im Allianzbereich 292 Leerstände beseitigt werden", erklärt der Allianzmanager Philipp Lurz. Das Förderprogramm war der Grundstein für die Gründung der Gemeinde-Allianz Hofheimer Land. "Das Ziel des Förderprogramms ist es, den Ortskern wiederzubeleben", meint Lurz. Deshalb ist genau festgelegt, welche Gebäude für eine Förderung infrage kommen.

"Den Geltungsbereich kann man online auf unserer Seite einsehen. Dort hat fast jeder Ortsteil seine eigene Karte, in der die Häuser markiert sind", so Lurz. Die Richtlinien, welche Maßnahmen gefördert werden, legt jede Gemeinde selbst fest, denn die Förderung kommt aus der jeweiligen Haushaltskasse. Generell kann man aber sagen, dass sich die Förderhöhe an Geschossfläche und der Gesamthöhe der Baukosten berechnet. Dazu gehören, so Lurz: "Planungs- und Abrisskosten, bauliche Maßnahmen und einige mehr." Die obere Grenze liegt grundsätzlich bei 10 000 Euro; für Kinder gibt es, teilweise und unter bestimmten Voraussetzungen, weitere Zuschüsse.

Vorsicht Fehler!

Wichtig ist zu wissen, dass die Förderung nicht einfach auf das Konto des Bauherrn ausgezahlt wird. "Der Bauherr bekommt nicht einfach 10 000 Euro überwiesen. Er muss, wenn das Gebäude nicht mehr leer steht, notwendige Nachweise wie Rechnungen bei der Gemeinde einreichen, um die Förderung für die Maßnahme zu erhalten", erklärt Lurz.

Auch bei der Antragsstellung können Fehler passieren: "Nachträglich können keine Maßnahmen gefördert werden. Der Antrag muss vor dem Beginn der Investition bewilligt sein", betont Lurz. "Wir haben im Vorfeld mit einem Architekten über die Planung gesprochen und der hat uns einen ersten Entwurf angefertigt. Die Zusammenarbeit mit der Allianz und vor allem mit der damaligen Bürgermeisterin Birgit Bayer verlief reibungslos", erklärt Christoph Fallenbacher.

Wie Familie Fallenbacher werden auch andere Bauherren von der Gemeinde-Allianz unterstützt, und zwar bevor man den Geldbeutel zückt. "Wir bieten ein kostenloses Beratungsgespräch mit einem Architekten und eine Energieberatung an, damit der Käufer nicht blindlings ein Haus kauft. In der Beratung wird etwa besprochen, welche Kosten auf die Kaufinteressenten zukommen, ob bestehende Bausubstanz erhalten werden kann oder welche Fördermöglichkeiten bestehen", erklärt Lurz.

Andere Projekte ziehen nach

Das Projekt war lange Zeit Vorreiter im Landkreis. Doch nach und nach folgten andere. Die Allianz Main & Haßberge (Kommunen: Theres, Gädheim, Wonfurt Haßfurt, Königsberg) hat 2019 ein Förderprogramm ins Leben gerufen. Dort sind 2019 neun Anträge für die Unterstützung der Sanierung eingegangen.

Auch die Baunach-Allianz (Bereich Ebern, Kirchlauter, Maroldsweisach, Pfarrweisach, Rentweinsdorf, Untermerzbach bis Baunach im Landkreis Bamberg) zieht jetzt mit einem ähnlichen Projekt nach. Am 1. März startete das Förderprogramm. Bisher seien noch keine Anträge eingegangen, erklärt das Bauamt der Stadt Ebern auf Anfrage; das hänge aber wahrscheinlich auch mit der Coronakrise zusammen.

Christoph Fallenbacher hat einiges hinter sich. Ursprünglich sollte das Haus "nur" saniert werden. Nach dem Entkernen aber zeigten sich massive Schäden an der Bausubstanz. "Wir haben uns dann, in Absprache mit dem Denkmalschutzamt, für einen Rückbau und einen Neubau des Hauses in Holzbauweise entschieden."

Einiges vom alten Haus blieb erhalten. Die Balken des Giebels wurden fachmännisch abgebaut, sorgfältig nummeriert und ins neue Haus eingebaut. Das Eingangstor wurde aufwendig restauriert. "Eine gute Planung ist wichtig", meint Fallenbacher, deshalb sei die Beratung so wichtig. "Wir sind kein Fan von modernen Häusern und lieben den Charme eines alten Hauses, es hat einfach Charakter", schwärmt er.

Vier Jahre sind seit der ersten Vermessung bis zum Einzug 2016 vergangen. "Es war eine turbulente Zeit, aber ich habe die Entscheidung nie bereut", sagt Fallenbacher.