Aufgrund des großen Zustroms an Flüchtlingen aus aller Welt, so ein Sprecher der Behörde, gibt es keinen Platz mehr in den Sammelunterkünften.

Seit 2008 nimmt die Zahl der Asylverfahren bundesweit wieder zu, nachdem sie seit den 1990er Jahren stark zurückgegangen war. Das Bundesamt für Migration in Nürnberg nennt für 1993 mehr als 500.000 Asylverfahren; 2008 wurden 28.000 Asylanträge gestellt, 2010 dann 48.000.

In den letzten Monaten sind erneut deutlich mehr Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, und die zentralen Aufnahmestellen (Zirndorf) "platzen aus allen Nähten", sagt Johannes Hardenacke, der Sprecher der Regierung von Unterfranken. Die Folge: Den Bezirken werden mehr Asylbewerber zugewiesen, "als wir derzeit regulär unterbringen können".

Mehr Flüchtlinge


25 bis 30 Flüchtlinge sind es derzeit nach seinen Worten pro Woche in Unterfranken und damit nochmals deutlich mehr als 2011: Da musste die Regierung von Unterfranken 810 Flüchtlinge neu unterbringen nach 751 im Jahr davor und 343 Asylbewerbern 2009.

Mit derzeit 1540 Flüchtlingen sind die Sammelunterkünfte und die Ausweichquartiere "voll", sagt Hardenacke; auch die Unterkunft in Zeil ist mit 82 Personen "ausgebucht". Nach den Worten des Sprechers sucht die Regierung händeringend nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten; um den kurzfristigen Engpass zu beseitigen, müsse man auf Ausweichquartiere zurückgreifen.

Stornierungen


Eines davon ist die Pension "Maintal" von Heinrich Albert (Ebelsbach) in Eltmann. Bis zu 29 Flüchtlinge, die überwiegend aus Pakistan kommen, sollen hier vorübergehend untergebracht werden; heute treffen die ersten Asylbewerber ein. Albert stellt der Regierung die oberen beiden Stockwerke seiner Pension zur Verfügung. Kochen will er für die Gäste selbst. "Ganz normal, aber halt ohne Schweinefleisch und viel schärfer", sagt Albert.
Im Erdgeschoss will er weiter reguläre Gäste unterbringen. Für den Gastwirt kein Problem, denn Flüchtlinge "sind ja keine Menschen zweiter Klasse". Das sieht offenbar nicht jeder so. Am Montag gab es bereits die ersten Stornierungen. "Eine Frau rief an und bestellte Zimmer ab. Das könne sie ihren Gästen nicht zumuten, hat sie gesagt", empört sich Heinrich Albert.