"Seit meiner Jugend war die Fotografie eine Möglichkeit, um den Alltag zu entfliehen", umschreibt Perry Alka seine große Leidenschaft für die Fotografie. Und "Fotografie der Leidenschaft" betitelt Alka auch seine Ausstellung. Mit seinen Fotografien gewährt er einen besonderen Blick auf viele bekannte Dinge. Perry Alka spielt mit Farben, Formen und Größen und setzt dabei kleine Details gekonnt in Szene. Dem Betrachter bleibt es selbst vorbehalten, beim Anblick der Bilder aus dem Alltag zu entfliehen. Die Ausstellung kann bis zum 11. Juli in der Sparkassen-Galerie am Marktplatz in Haßfurt auf zwei Ebenen besichtigt werden.

"Erwarten Sie das Unerwartete", so könnte laut Andreas Lindner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Ostunterfranken, der Untertitel der Ausstellung lauten.
Bei der Vernissage am Dienstagabend, die von der Band "Generations" musikalisch umrahmt wurde, ging Lindner auf eine kleine Anekdote des australischen Fotografen Helmut Newton ein: In einem Restaurant sprach der Koch den Fotografen an, dass dieser bestimmt eine gute Kamera habe. Und nach dem Essen sagte Newton zum Koch: "Das Essen war vorzüglich - Sie haben bestimmt gute Töpfe".

Der entscheidende Faktor ist der Mensch

Mit dieser Anekdote wollte Lindner ausdrücken, dass es nicht die technischen Voraussetzungen wären, die darüber entscheiden, ob ein Bild gut oder schlecht wird. Es sei nicht nur die Kamera, sondern als entscheidender Faktor der Mensch, der zum einen die Technik bediene, aber auch den richtigen Blick für das Motiv haben müsse. Nur so könnten die Bilder eine persönliche Note und damit die Handschrift des Fotografen erhalten.

Alka würde laut Lindner seinen Motiven als Friseur, Maler, Lackierer oder auch Gärtner eine ganz besondere Note verleihen. Damit würde jedes Werk zu etwas Besonderen werden. Für Lindner war bei der Entstehung der Bilder von Perry Alka ein ganz entscheidender Faktor die Digitalfotografie, auf deren Werdegang der Vorstandsvorsitzende näher einging.

Den Titel der Ausstellung "Fotografie als Leidenschaft" griff Herta Singer gerne auf und ging sogar noch einen Schritt weiter, indem sie sagte: "Kunst ist Leidenschaft". Als eine gute Freundin aus der Studienzeit hatte sie die Liebe Alkas zur Fotografie in den Angangszeiten beobachten können.

Weggehen aus dem Alltag

"Was ist Kunst und Leidenschaft?", hinterfragte die Beraterin aus Bayreuth in ihrer Laudatio. "Leiden" habe ursprünglich die Bedeutung von "weggehen, abfallen, sich entfernen". So habe Kunst immer etwas mit dem "Weggehen aus dem Alltag" zu tun. Der Künstler würde zum einen eine ungewöhnliche Perspektive einnehmen, zum anderen würde der Betrachter neue Einblicke und Emotionen gewinnen.

Perry Alka habe sich laut Herta Singer zu einer Zeit mit der Fotografie beschäftigt, als die Wende von der analogen zur digitalen Fotografie völlig neue Möglichkeiten mit sich brachte. So konnte die Fotografie im großen Format, wie die Ausstellung zeige, an die Wand gebracht und dann auch mit dieser Idee der Präsentation aufgenommen werden. Für Herta Singer ist der besondere Blick für die Wirklichkeit das Künstlerische in den Arbeiten von Perry Alka.

Kunst würde sich laut Singer nicht nur um- sondern neu formen. Das sei der Impuls für den Betrachter, wieder "sehen" zu lernen, die Dinge neu zu erfassen und wach zu werden. Ein unspektakulärer Alltag würde näher rücken und Anteilnahme wecken. Festgehaltene Kleinigkeiten könnten so bedeutsam und schön sein. Für Singer müsse Alka selbst ein geduldiger und sensibler Beobachter sein, der das Leben in all seinen Facetten und Details liebe, um die Aspekte der Wirklichkeit zu suchen, selbst zu entdecken und dies für den Betrachter hervor zu zaubern.