Unter dem Titel "Zeitliches und Zeitloses" wurde am Dienstag in der Sparkasse am Marktplatz eine Ausstellung über den bekannten Sohn Haßfurts, den Bildhauer Anton Rückel, eröffnet. Die Stadt Haßfurt in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Kilian, der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge und dem Verein "Bibelwelten" erinnern damit an den Künstler, der am 3. Dezember 100 Jahre alt geworden wäre und auch viele Werke im religiösen Rahmen schuf.

Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Peter Schleich stellte eingangs als persönliche Note unter anderem die enge Verbindung zu Familie Prager aus München heraus, die viele Exponate der Sammlung Rückel jetzt kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Ein besonderer Dank ging für die gemeinsame Umsetzung und Konzeption an Pfarrer Stephan Eschenbacher und Silke Brochloß-Gerner, die Leiterin für Kultur und Tourismus der Stadt Haßfurt.

Begeistert war Bürgermeister Günther Werner, als Pfarrer Stephan Eschenbacher auf den bevorstehenden Geburtstag von Anton Rückel hinwies und ihm die Idee einer Ausstellung unterbreitete. Mit Silke Brochloß-Gerner fuhr man nach München, um bei der Nachlassverwalterin die Werke zu sichten.

Das Geburtshaus von Anton Rückel befindet sich in der Hauptstraße in Haßfurt, wo jetzt die Buchhandlung Osiander untergebracht ist, beschrieb Günter Werner. Die Stadt habe zum Andenken ihm eine Straße gewidmet und an vielen Stellen in der Stadt könnten die Werke des Künstlers bis heute bewundert werden.

Der springende Hase

So entstammen die Türgriffe mit den springenden Hasen am Alten Rathaus ebenso Rückels Entwurf, wie der Storchenbrunnen im Rosengarten (bedauerlicherweise seit der Aufstellung 1985 immer wieder Ziel von Vandalen). Auch im Wahrzeichen der Stadt, der Ritterkapelle, und in der Stadtpfarrkirche hinterließ der gebürtige Haßfurter seine Spuren.

Dr. Jürgen Emmert, der kommissarische Leiter des Kunstreferates an der Diözese Würzburg bezeichnete in seiner Laudatio, Rückel jener Künstlergeneration angehörend, die heute ausgestorben sei und doch prägend für das katholische Deutschland der Nachkriegsjahrzehnte war. Mit großer Selbstverständlichkeit habe er religiöse Themen umgesetzt, wozu heute Künstler selten mehr einen Zugang hätten. "Wenn auch die Arbeiten von Anton Rückel der Kunst und dem Denken des Mittelalters zahlreiche Impulse verdanken, so ist er doch auch ein zutiefst von barocker Kunst inspirierter Künstler", stellte Emmert fest. Hier sei sicherlich nicht nur die Prägung seiner süddeutschen Heimat maßgeblich, sondern auch die Zeit seines Stipendiums 1952/53 bei Ossip Zadkine in Paris, das damals als Sehnsuchtsort für Künstler galt.

Besonders hob Emmert den "Betenden Knaben" hervor, der in der Ausstellung zu sehen ist und für den Rückel im Jahr 1950 den Staatspreis der Akademie für Bildhauerei bekam.

Glanz verlieh Judith Hutzel-Weisel der Eröffnung mit den stimmungsvollen Melodien ihrer Harfe. Noch bis Dienstag, 3. Dezember, sind in der Sparkassengalerie am Marktplatz und im Bibelkeller in der Oberen Vorstadt die Werke Anton Rückels zu sehen.

Kostenfreie Führungen durch die Ausstellung mit Pfarrer Stephan Eschenbacher finden statt am Montag, 28. Oktober, um 18 Uhr und am Sonntag, 24. November, um 17 Uhr. Treffpunkt ist jeweils vor der Sparkasse, wobei eine Anmeldung nicht erforderlich ist.