Die juristischen Verfahren um die Vorfälle im Haßfurter Tierheim sind so gut wie abgeschlossen. Das bestätigte der Vorsitzende des Tierschutzvereins Haßfurt Stadt und Land, Christian Licha, ebenso wie der Direktor des Amtsgerichts in Haßfurt, Wolfgang Titze.
Das Veterinäramt am Landratsamt Haßberge in Haßfurt hatte vor einiger Zeit, Mitte 2011, das vom Tierschutzverein betriebene Tierheim wegen unhaltbarer Zustände geschlossen. Damit kamen auch einige Strafverfahren in Gang, und zwar gegen den amtierenden Vorsitzenden des Vereins, Christian Licha, und gegen das Ehepaar, das über Jahre das Tierheim in Haßfurt betrieben hatte.
Das Verfahren gegen den Vorsitzenden des Tierschutzvereins Haßfurt Stadt und Land, Christian Licha, wegen angeblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz hat das Amtsgericht Haßfurt gegen eine Geldauflage in Höhe von 250 Euro eingestellt.
Das bestätigten gestern sowohl Licha als auch das Amtsgericht in Haßfurt.
"Bei einer Hauptverhandlung wäre es sicherlich zu einem Freispruch gekommen. Um das Ganze aber abzukürzen, habe ich mich entschlossen, die Einstellung zu akzeptieren, zumal die Geldauflage dem Tierheim Wannigsmühle bei Münnerstadt zu Gute kommt und dorthin auch einige Tiere nach der Schließung des Haßfurter Tierheims verbracht wurden", sagte Licha gestern.

Strafbefehl

Mit angeklagt war das ehemalige Betreiber-Ehepaar des Tierheims. Eine bereits anberaumte Hauptverhandlung im Herbst vergangenen Jahres wurde damals abgesagt, da das Ehepaar aus gesundheitlichen Gründen nicht verhandlungsfähig ist.
Deshalb wurde jetzt jeweils ein Strafbefehl mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr erlassen. Vorgeworfen werden dem Paar Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in fünf Fällen sowie Untreue, wobei sich dieser Vorwurf dem Vernehmen nach mehr auf die mangelhafte Buchführung bezieht. Offenbar gehen selbst die Justizbehörden davon aus, dass keine persönliche Bereicherung stattgefunden hat.
Christian Licha meint dazu: "Für das ehemalige Betreiber-Ehepaar stand immer das Wohlergehen der Tiere an erster Stelle, so wie es in einem Tierheim auch sein soll. So kam es dann aus Zeitmangel zu den Versäumnissen in der Buchführung. Die Vorwürfe in Sachen Tierschutzgesetz wären in einer Hauptverhandlung bestimmt entkräftet worden. Bei uns gab es keine Tierquälerei", erklärt er.
Die Verfahren sind somit juristisch abgeschlossen. Allerdings: Für den Strafbefehl läuft noch die Einspruchsfrist, wie Amtsgerichtsdirektor Titze mitteilte. Sollte das frühere Betreiber-Ehepaar Widerspruch gegen die Bewährungsstrafe einlegen, könnte es doch noch zu einer Verhandlung kommen. Ein Einspruch gegen den Strafbefehl erscheint aber unrealistisch.

Wohin mit den Tieren?

Ungeachtet der juristischen Dimension des Falles bleibt die Frage, wie es mit der Fundtierbetreuung im Landkreis weitergeht. Bis zum Jahresende 2012 hatte die Tierschutzinitiative die Fundtiere aufgenommen. Den auslaufenden Vertrag verlängerte der Verein mit Sitz in Oberschwappach aber nicht.
Die Fundtierbetreuung hängt momentan in der Luft. Und eine Lösung ist derzeit offensichtlich nicht in Sicht.
Die Tierschutzinitiative würde die Aufgabe übernehmen. Dazu bräuchte sie jedoch eine geeignete Unterkunft, am besten einen großen Hof. Der wurde bisher nicht gefunden. Das ehemalige Tierheim-Areal in Haßfurt soll auf keinen Fall für Tiere genutzt werden.