Über die künftige Nutzung der ehemaligen Schule können die Falsbrunner in einer Dorfwerkstatt mit Vertretern vom Amt für ländliche Entwicklung am Mittwoch, 26. April, diskutieren. Dazu lud Rauhen-ebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW) in der Bürgerversammlung die Falsbrunner ein. Im Zuge der Dorferneuerung kann das Sandsteinhaus neben der Kirche saniert werden.

Auch der Radweg entlang der Staatsstraße von Falsbrunn nach Prölsdorf könne in absehbarer Zeit realisiert werden, berichtete der Bürgermeister. Einige Regelungen bezüglich Grunderwerb stünden noch aus, außerdem müsse das Staatliche Bauamt die Investition in die Verlegung der Straße noch in die Finanzplanung einbauen, doch im Grundsatz sei der Radweg in trockenen Tüchern. Zwar gibt es eine Flurwegverbindung in den Nachbarort, der auch als Radweg ausgeschildert ist, doch wird der kaum genutzt. Deshalb arbeitete die Gemeinde hartnäckig an einer Lösung entlang der Straße. Dabei gab es verschiedene Hindernisse, unter anderem auch die Topographie und die an der Straße entlang führende Fernwasserleitung. Wenn die Staatsstraße auf einem Teilabschnitt neu trassiert wird, hat der Radweg Platz und die Fahrbahn wird übersichtlicher.


Aus der Gemeinde

Eingangs der Bürgerversammlung informierte Bäuerlein aber über wichtige Maßnahmen in der gesamten Großgemeinde Rauhenebrach. So seien seit 2014 Zug um Zug die Spielplätze erneuert worden, immer in enger Abstimmung mit den Eltern. Weil die Ortsgemeinschaften auch den Aufbau der Spielgeräte weitgehend in Eigenleistung übernahmen und damit den Bauhof entlasteten, habe das zügig umgesetzt werden können. "Ohne diesen Einsatz wären wir auf keinen Fall so weit", dankte der Bürgermeister.

Fertiggestellt wurde die Ortsdurchfahrt in Schindelsee. Hier wurden erstmals in Rauhenebrach in den Pflasterbelag des Gehsteigs sogenannte "taktile Elemente" eingebaut - ein gerillter Belag, der sehbehinderten Menschen mit Blindenstock die Orientierung erleichtert und beispielsweise den Weg zum Buswartehäuschen weist.
In Spielhof ist das Gemeinschaftshaus dank Dorferneuerungszuschuss und Eigenleistung fertiggestellt; zur Kirchweih im Mai soll es eingeweiht werden und in Fürnbach konnte nach dem Einsturz einer Scheune im Ortskern neben Kirche, Sportheim und Feuerwehr ein kleiner Platzbereich mit einigen Parkplätzen angelegt werden. In Prölsdorf wurde die Fußgängerbrücke zum Sportplatz erneuert, am Friedhof für Falsbrunn und Theinheim der Parkplatz neu befestigt. Jetzt hat der Friedhof auch einen barrierefreien Eingang vom Parkplatz her.


Ein Versuch

Außerdem wurde oberhalb von Falsbrunn an einem Flurweg durch den Einbau einer Entwässerung versucht, das Oberflächenwasser abzufangen, das bei Starkregen über eine Hohlgasse in den Ort gelangte. "Wir hoffen, das funktioniert", erklärte der Bürgermeister.

Das größte Projekt, das ihn seit seinem Amtsantritt beschäftigte, war die Schulsanierung in Untersteinbach, die nun endgültig abgeschlossen ist. Die Entscheidung für den Erhalt des großen Schulhauses sei richtig gewesen, erklärte er, denn alle Räume seien genutzt, ob durch die Grundschule selbst, die Volkshochschule, Vereine oder die Gemeinde. Die hat im abgetrennten Nordtrakt im Obergeschoss ihr Archiv untergebracht.


Neue Bauplätze

In Untersteinbach stehe die Erschließung von 20 neuen Bauplätzen "Am Breiten Rain" kurz vor dem Abschluss, kündigte der Bürgermeister an. Diese Plätze sind die ersten in Rauhenebrach, die mit Glasfaser direkt am Haus versorgt sind.

Sehr engagiert verfolgt Rauhenebrach seit Jahren den DSL-Ausbau. Für die Bereiche, die im Rahmen des bayerischen Förderprogramms nicht erschlossen werden konnten, vor allem auch Falsbrunn und Obersteinbach sowie einige Einzelgehöfte, versuche man über das Förderprogramm des Bundes einen Ausbau zu erreichen, so Bäuerlein. Als erste Gemeinde im Landkreis habe man hierfür den Zuschlag erhalten. Der Bund unterstütze Rauhenebrach in der Erstellung eines Masterplans.
In diesen Tagen startet der Umbau der Kläranlage in Prölsdorf. Um erhebliche Kostenüberschreitungen zu vermeiden, habe man die erste Ausschreibung aufgehoben, so ergab sich eine Verzögerung um ein Jahr. Doch jetzt ist der Bürgermeister zuversichtlich, dass der Kostenrahmen von 1,6 Millionen Euro weitgehend eingehalten wird.

Zur Frage nach der Klärschlammbehandlung erklärte Bäuerlein, dass das Material in der neuen Anlage gepresst und dann alle vier bis sechs Wochen für die Verbrennung abgeholt wird. Laut Architekten werde die Anlage künftig weniger Geruchsbelästigungen bringen, außerdem werde sich die Energieeffizienz deutlich verbessern.
Vielfach "überzeichnet" gewesen sei das Kommunale Investitionsprogramm, die Gemeinde Rauhenebrach sei jedoch mit dem Rathaus zum Zuge gekommen. 350 000 Euro können in die energetische Sanierung und Umbauten zugunsten der Barrierefreiheit investiert werden - bei 90 Prozent staatlichem Zuschuss. Die Planungen stünden erklärte Matthias Bäuerlein, wie schnell die Umsetzung erfolgt, müsse sich angesichts weiterer Aufgaben zeigen. "Wir müssen das nicht unbedingt 2017 durchziehen", sagte er.


Straßen werden gewidmet

Nach der Einführung von Straßennamen wurde aus der Versammlung gefragt. Das habe der Gemeinderat eigentlich längst beschlossen, gestand der Bürgermeister. Weil gerade in Falsbrunn die Verwirrung durch die wild verteilten Hausnummern besonders groß ist, schlug er vor, hier mit der Umsetzung zu beginnen. Er forderte die Falsbrunner auf, Vorschläge für Straßennamen bei der Gemeinde einzureichen, dann könne man das Thema bei der Bürgerwerkstatt im April mitbehandeln. Auch um einige Flurwegverbindungen ging es in der Aussprache. Einigen davon kommt eine besondere Rolle zu, weil sie bei Hochwasser im Bereich Prölsdorf eine wichtige Umgehung beispielsweise für Rettungsdienste darstellen. sw